Un bambino di un anno dà la mano al suo papà.

Mit Schwung ins neue Lebensjahr

1 Jahr alt

Zunehmend wird Ihr Kind selbstständiger. Es ist spannend, es auf diesem Weg zu begleiten, manchmal aber auch ganz schön nervenaufreibend. Geduld brauchen Eltern auch, wenn ihr Kind zu jenen gehört, welche eher spät laufen lernen. Grund zur Sorge ist das jedoch nicht.

Wo ist der linke Schuh, wo das Teesieb, wieso liegt der «Nuggi» im Blumentopf und der Schlüsselbund in der Waschmaschine? All die kleinen Sachen in Ihrem Haushalt scheinen Beine bekommen zu haben. Was nicht angebunden ist, wird von kleinen Weltentdeckern und -entdeckerinnen herumgeschleppt.

Ganz interessant sind auch Lichtschalter – spannend, was da passiert, wenn man auf den Knopf drückt. Immer und immer wieder wird dieses Spiel wiederholt. Solche Entdeckungen – ich mache etwas, und das hat eine Wirkung – faszinieren Kinder. Daneben versuchen viele Einjährige, sich überall hochzuziehen, hochzuklettern oder durchzuzwängen, je nach Situation und ganz nach der Devise: Auf zu neuen Ufern.

Zunehmende Selbstständigkeit

In den kommenden Jahren wird Ihr Geburtstagskind noch weitere grosse Entwicklungsschritte machen. Es wird beweglicher und geschickter, es lernt sprechen und zuhören. Es löst sich mehr und mehr von Ihnen ab und entwickelt seinen eigenen Willen, seine eigene Persönlichkeit. Sie als Eltern dürfen es auf dem Weg in diese zunehmende Selbstständigkeit begleiten.







Illustration Kind trägt eine Geburtstagstorte auf dem Kopf.

Eine spannende und zugleich anspruchsvolle Aufgabe, denn Begleiten bedeutet, im richtigen Moment Halt zu geben und loszulassen. Versuchen Sie, mit dem Geschehen Schritt zu halten und immer wieder neu herauszufinden, was Ihr Kind von Ihnen braucht. Es wird noch lange auf Ihren Schutz, Ihre Sicherheit und Ihre Ermutigung angewiesen sein, doch es benötigt auch ganz viel Raum, in dem es durch Beobachten, Imitieren und Selberausprobieren eigene Erfahrungen machen kann.

Die ersten Schritte?

«Kann es schon gehen?», eine Frage, der Sie nun immer häufiger begegnen. Einige Kinder wagen mit zehn Monaten ihre ersten Schritte, andere lassen sich länger Zeit. Die meisten Kinder können spätestens mit anderthalb Jahren laufen. Wie wir schon früher geschrieben haben, brauchen Kinder keine Lauflernhilfen. Jedes Kind wird dann aufrecht gehen, wenn es von seiner Entwicklung her so weit ist. Lassen Sie Ihrem Kind daher Zeit, bis es von sich aus seinen «Haltegriff», zum Beispiel Ihr Bein oder den Stuhl, loslässt und frei gehen kann.

Spornen Sie es nicht an, seine Stütze zu früh loszulassen. Jedes Kind hat seinen individuellen Stil, etwas Neues zu lernen – eines ist dabei geduldiger, das andere weniger, eines ist mutiger, das andere zaghafter, eines ist langsamer, das andere schneller.

Alles zu seiner Zeit

Vielleicht ist es schwer auszuhalten, wenn einige Gleichaltrige bereits gehen können und das eigene Kind noch überhaupt nicht so weit ist. Haben Sie Geduld, auch Ihr Kind wird eines Tages allein auf Sie zukommen!

Vielleicht interessiert es sich im Moment viel mehr für etwas anderes als fürs Laufenlernen und gehört daher bereits zu den fortgeschrittenen «Klötzli-Bauern» oder den aufmerksamen «Geschichten-Zuhörerinnen».

Die Welt wird immer grösser und eröffnet unzählige neue Möglichkeiten. Lassen Sie Ihrem Kind Zeit, all diese Eindrücke aufzunehmen und in seinem Rhythmus Schritt für Schritt Neues zu entdecken und zu lernen.

Stürze sind meist harmlos

Auf den Entdeckungsreisen von Einjährigen gibt es täglich ein paar «Unfälle»: Die Kinder stolpern, fallen um, schlagen mit dem Kopf gegen die Tischplatte, weinen, brauchen Trost und Ermutigung – um von Neuem loszulaufen. Es scheint ihnen gar nicht so wehzutun, wie es von aussen her aussieht. Kleinkinder schauen beim Laufen nur vor sich auf den Boden und nicht voraus. Das können sie noch gar nicht und schlagen sich deshalb oft den Kopf an.

Diese Kopfstösse sind meist harmlos. Sollte Ihr Kind aber einmal so stürzen, dass es bewusstlos wird oder nach dem Sturz erbricht oder verstört ist, muss es unbedingt in ärztliche Obhut gebracht werden. Doch glücklicherweise fallen die Kleinen häufig auf ihren windelgepolsterten Po.

Halt geben und loslassen

Stürze, Beulen, nicht erreichte Ziele hindern Ihr Kind nicht, immer wieder auszuprobieren und anzuecken. Stolz klettert Ihr Kind zum wiederholten Mal auf die Gartenbank – ein waghalsiges Abenteuer, dem Sie vielleicht nicht die gleiche Begeisterung beimessen wie Ihr unternehmungslustiges Kind.

Alles will nun getestet und ausprobiert werden, sodass Ihre Geduld und Ihre Nerven oft auf eine harte Probe gestellt werden. Staunen Sie trotzdem über dieses unermüdliche und beharrliche Üben Ihres Kindes und greifen Sie nicht vorschnell ein, um ihm zu helfen.

Üben Sie sich stattdessen in einer der wohl anspruchsvollsten elterlichen Aufgaben: im Bereitschaftsdienst. Halten Sie sich im Hintergrund bereit, um Ihrem Kind rechtzeitig beizustehen, wenn es wirklich notwendig ist. Und vor allem: Freuen Sie sich gemeinsam mit ihm über seine Erfolge und entwickeln Sie Vertrauen in seine Fähigkeiten.







Illustration Ein Kind geht auf seinen Vater zu.

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