Due bambini che giocano l’uno accanto all’altro

Kinder unter sich

12. Monat

Bereits Einjährige haben Interesse aneinander. Sie beobachten und erforschen sich gegenseitig. Meist spielen sie nebeneinander, doch bereits jetzt können sie viel miteinander und voneinander lernen.

Sie werden es bemerkt haben: Wenn Ihr Kind mit anderen Kindern in Kontakt kommt – auf dem Spielplatz, in der Nachbarschaft, wenn der kleine Cousin oder die gleichaltrige Nachbarin es besucht –, dann ist die Freude oft gross.

Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Kind Zeit und Gelegenheit geben, anderen Kindern zu begegnen und im Spiel eigenständige Erfahrungen zu machen. Am liebsten treffen Kinder in diesem Alter immer wieder die gleichen «Gspänli». In der wiederkehrenden Begegnung finden sie Vertrauen und Sicherheit.

Wenn Sie oder Ihr Partner, Ihre Partnerin aus einer anderen Kultur kommen, ist es für Ihr Kind eine Bereicherung, wenn Sie auch den Kontakt mit Kindern aus den entsprechenden Kulturkreisen suchen und pflegen. So können kulturspezifische Spiele, Lieder, Verse, Tänze, Rituale im Alltag lebendig erhalten werden.

Und wenn es Streit gibt?

Erschrecken Sie nicht, wenn Sie beobachten, dass die neuen Freundinnen und Freunde manchmal recht heftig im Umgang miteinander sind; etwa wenn der eine das Spielzeug haben will, mit dem die andere gerade spielt. Solche handfesten Auseinandersetzungen sind ganz normal.

Kleine Mädchen und Buben streiten nicht aus Böswilligkeit. Im jetzigen Alter haben sie noch nicht die Möglichkeit, sich in die Bedürfnisse und Gefühle anderer hineinzuversetzen. Sie wollen einfach häufig genau das machen, was sie beim anderen beobachten. Ausserdem ist die Reaktion des Gegenübers oft mindestens so spannend wie der Gegenstand selbst.







Illustration Zwei Kinder streiten sich um einen Eimer.

Einschreiten oder nicht?

Einjährige haben noch wenig Kraft. Sie können zwar schon kratzen, hauen und einander an den Haaren ziehen, verletzen tun sie sich in der Regel dabei aber nicht. Wenn die Kräfte der Kinder sehr unterschiedlich sind oder wenn es allzu heftig wird, können Sie die Kinder trennen, sollten aber keines der beiden bevorzugt behandeln.

Auch wenn es manchmal sehr schwierig ist, einem Streit tatenlos zuzuschauen, versuchen Sie, sich zurückzuhalten. Greifen Sie nicht sofort ein, wenn sich ein kleiner Zank anbahnt, sondern beobachten Sie, was passiert und ob Ihr Eingreifen wirklich nötig ist.

Aus Streitereien lernen

Kinder sind öfter, als wir meinen, imstande, ihre Schwierigkeiten selber zu lösen. Sie üben genau das, wenn sie selber gute und schlechte Erfahrungen mit sich und mit anderen machen können. Die Reaktion des anderen Kindes ist daher meistens lehrreicher als das Eingreifen einer erwachsenen Person.

Selbstverständlich gibt es aber auch Momente, in denen kleine Kinder mit einem Konflikt überfordert und auf Unterstützung angewiesen sind. Wenn Kinder streiten, können Eltern sehr unterschiedlich reagieren. Daher lohnt es sich, miteinander darüber zu sprechen. Nur wenn es für beide Seiten stimmt und sich alle in gegenseitigem Einverständnis aus der Situation raushalten, können Kinder lernen, ihre Schwierigkeiten selbstständig zu lösen.

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