Due bimbi giocano nella vasca da bagno.

Mädchen und Jungen die gleichen Chancen geben

Zwei Jahre und drei Monate

Damit sich ein Kind so entwickeln kann, wie es seiner Persönlichkeit entspricht, sollte es möglichst selten als «typisch weiblich» respektive «typisch männlich» eingestuft werden. Geschlechtsteile werden nun für Kinder interessant.

Wenn Anna am liebsten Autos hat und David gerne mit Puppen spielt, so sollten beide das auch tun dürfen. Achten Sie bei der Auswahl von Spielsachen und Bilderbüchern darauf, dass Mädchen und Jungen in verschiedenen Erlebniswelten Erfahrungen sammeln können und mit unterschiedlichen Angeboten in Kontakt kommen. Genauso sollten Jungen und Mädchen im Haushalt die gleichen Erfahrungen machen dürfen.







EB_20_D_S_14.jpg

Begutachten Sie Bilderbücher mit einem kritischen Auge – häufig sind Mädchen darin sanft und verspielt und Jungen stark und wild dargestellt. Es gibt aber auch Bilderbücher mit starken Mädchen und sensiblen Jungen! Diese weisen pointiert darauf hin, dass es das Durchschnittsmädchen oder den Durchschnittsjungen mit den dazugehörigen «typischen» Eigenschaften in der Realität gar nicht gibt.

Nicht in eine Norm pressen

Jedes Kind ist einzigartig und keines entspricht genau den Vorstellungen, die wir uns vielleicht von einem «typischen» Mädchen oder einem «typischen» Jungen machen. Mädchen müssen also keineswegs immer Kleidchen tragen und auch Jungs dürfen pinke Pullis anziehen. Wichtig ist, Kinder nicht auf ihr Aussehen zu reduzieren und nicht in eine Norm hineinzupressen. Fördern und stärken Sie, unabhängig von seinem Geschlecht, die Fähigkeiten Ihres Kindes.

Der kleine Unterschied

Lina und ihr Spielkamerad Fabian sitzen gemeinsam in der Badewanne und planschen lustig vor sich hin. Dass Lina ein Mädchen und Fabian ein Junge ist, haben die beiden schon entdeckt, da sie nackt anders aussehen. Wahrscheinlich sind beide am anderen Geschlechtsteil sehr interessiert. Die so genannten «Dökterli»-Spiele werden erst später aktuell. Kinder erkunden dabei nicht nur ihre eigenen Geschlechtsteile, sondern zeigen auch grosses Interesse für diejenigen von gleichaltrigen Kindern. Es wird verglichen, beguckt, betastet und auch untersucht. Mit der Sexualität von Erwachsenen hat dies nichts zu tun.

Das «Dökterle» ist normal und harmlos. Vorsicht ist höchstens dort geboten, wo zwischen den Kindern ein grosser Altersunterschied besteht. Hier kann es zu einem Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Bedürfnissen kommen. Statt Neugier und Interesse könnte beim grösseren Kind das Ausüben von Macht im Vordergrund stehen. Dadurch könnte sich das jüngere Kind zu Handlungen gezwungen fühlen, bei denen es ihm nicht wohl ist. Vermitteln Sie Ihrem Kind in altersgemäss angepassten Worten, dass es bei Berührungen, die ihm unangenehm sind, «Nein» sagen soll.

Den eigenen Körper erforschen

In diesem Alter entdecken Kinder ihren eigenen Körper. Sie spüren ihn immer bewusster auch als Quelle angenehmer Gefühle, wenn sie ihn berühren, streicheln, erforschen. Das ist alles ganz normal und wichtig. Vielleicht möchte das Kind aber ausprobieren, ob sich eine Legofigur in die Nase stecken lässt, was in den Ohrlöchern Platz hat und welche kleine Murmel in die Scheide passt. Bevor es zu einer solchen Situation kommt, ist es wichtig, dem Kind zu erklären, dass man das nicht darf. Gut möglich, dass Sie das einige Male sagen müssen.

Reload content for this field