Una mamma rimprovera arrabbiata la figlia che urla.

Auch Eltern haben Bedürfnisse

Zwei Jahre

Wenn das Kind tobt und schreit, kann das auch bei den Eltern Wut und Ärger auslösen. Wir haben Tipps für den Alltag mit einem herausfordernden Kind.

Leos Mutter hat mit ihrem Zweijährigen lange gespielt, nun möchte sie die Zeitung lesen. Das findet ihr Sohn aber überhaupt nicht spannend. Kaum sitzt die Mutter im Stuhl, klettert er zu ihr hoch und stört sie. Vielleicht möchte Leo einfach wissen, ob er die Mutter nicht doch zum Weiterspielen motivieren kann? Viele alltägliche Bedürfnisse von Eltern sind ohne Unterbrechung kaum mehr möglich. Wollen Sie als Eltern nicht ständig gestört werden, müssen Sie dies dem Kind mit Klarheit mehrmals sagen. Schliesslich respektieren Sie ja auch, dass es Zeiten gibt, wo Ihr Kind vertieft spielt und nicht gestört werden möchte.







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Wenn Sie den Wunsch haben, dass Ihr Kind die Bedürfnisse anderer Menschen respektiert, ist es wichtig, dass Sie in einfachen Worten darlegen, warum Sie etwas wollen oder nicht wollen. Auf diesem Weg kann Ihr Kind lernen, Einfühlungsvermögen zu entwickeln und sich in andere hineinzuversetzen. Allerdings braucht dieser Prozess viel Zeit.

Gefühle nachempfinden, das kann es bereits jetzt schon. Aber erst im Alter von vier bis fünf Jahren wird Ihr Kind Bedürfnisse anderer Menschen bewusst wahrnehmen und verstehen und sein Verhalten darauf abstimmen können.

Kinder brauchen keine perfekten Eltern

Kleine Kinder auf der Suche nach dem eigenen «ICH» können sehr herausfordernd sein. Da kann es vorkommen, dass Eltern auf das Rebellieren ihres Zweijährigen auch einmal heftig reagieren. Vielleicht schreien Sie Ihr Kind an oder packen es und stellen es in sein Zimmer. Auch Eltern lassen einmal Dampf ab. Wenn Sie feststellen, dass Sie ungerecht waren oder zu heftig dagegengehalten haben, entschuldigen Sie sich bei Ihrem Kind.







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Waren Sie auch schon erstaunt, ja vielleicht sogar entsetzt über die eigenen unangenehmen Gefühle, die in Ihnen hochkamen beim Anblick Ihres brüllenden und tobenden Kindes? Wut, Aggression, Enttäuschung, Frust; alles Gefühle, die in Belastungssituationen auch bei Erwachsenen auftreten können. Hin- und hergerissen zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen des Kindes, verlieren Eltern auch einmal die Balance. Unsicherheit, Angst, Stress oder Erschöpfung können dazu führen, dass sie in der Not zu Erziehungsmethoden wie Liebesentzug, Drohungen oder Gewalt greifen. Solche Strafen sind aber auch in Extremsituationen – zu denen Trotzanfälle manchmal werden – kein Erziehungsmittel, denn sie schaden dem (Selbst-)Vertrauen des Kindes.

Suchen Sie Hilfe

Wenn Sie das Gefühl haben, sich nicht mehr «im Griff» zu haben, wenn Sie feststellen, dass bei Ihnen massive Aggressionen zum Vorschein kommen, die Sie vorher nie gekannt haben und die Sie beängstigen, sollten Sie Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen. Rufen Sie dafür unsere Elternberatung an oder wenden Sie sich an Ihre Mütter- und Väterberaterin. Diese telefonischen Beratungsgespräche sind anonym und vertraulich.

Alle Eltern machen Fehler; das gehört zur Erziehung. Verschlechtert sich das Familienklima jedoch zunehmend, kann das Vertrauensverhältnis zu Ihrem Kind beeinträchtigt werden. Vielerorts werden Elternbildungskurse zu verschiedenen Erziehungsthemen, speziell auch zur «Trotzphase», angeboten. Nutzen Sie diese Möglichkeit, denn oft können Gespräche mit anderen Eltern helfen, die eigenen Erziehungsfragen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Bei Pro Juventute können Sie einen Themenbrief zum Trotzalter bestellen.

Manchmal geraten Eltern an den Anschlag und sind mehr als nur erschöpft. Dann könnte es sich um ein Elternburnout handeln.

Tipps für den Alltag mit einem (heraus)fordernden Kleinkind

Vielleicht erhalten Sie beim Überdenken folgender Punkte einige Anregungen, wie der Alltag mit einem fordernden Kleinkind einfacher und unbelasteter gestaltet werden könnte.

Mit dem Kind leben:
Das Leben ist voller Überraschungen und Unvorhergesehenem. Wenn Sie die Sache so betrachten, beschenkt Sie das Kind täglich mit Neuem und mit Freude. Durch seine Neugier und Unvoreingenommenheit macht es Sie auf vieles aufmerksam, das Sie gar nicht mehr beachten würden, weil es so selbstverständlich geworden ist.

Nicht das Unmögliche verlangen:
Ein Kind ist, wie es ist: ständig in Bewegung, laut, dreckig, quicklebendig, neugierig, entdeckungslustig oder auch manchmal zurückhaltend, vorsichtig. Ständige Anweisungen wie «Sei still», «Pass auf», «Sei doch jetzt einmal lieb» oder «Trau dich doch einmal» nützen nicht viel. Trauen Sie ihm etwas zu, geben Sie ihm Zeit und greifen Sie nur dort ein, wo sich Ihr Kind in Gefahr begibt.

Die Anstrengungen unterstützen:
Was ein Kind an Kraft und Energie aufwendet, ist bewundernswert! Oft denken wir zu wenig daran, was ein Kind in diesem Alter schon alles leistet. Zeigen Sie Ihre Freude, wenn es wieder etwas Neues gelernt hat. Betonen Sie das, was es gut kann. Das bringt hundertmal mehr als alle Massregelungen und Zurechtweisungen.

Sich klar ausdrücken:
Wenn Sie normalerweise ruhig und liebevoll reden, wird eine Veränderung des Tonfalles oder die Betonung eines bestimmten Wortes Ihrem Kind zeigen, dass Sie es ernst meinen. Sprechen Eltern jedoch stets in aufgeregtem Ton und schimpfen bei jeder Kleinigkeit, kann ein Kind nicht mehr unterscheiden, was wichtig und ernsthaft ist und was nicht.

Weniger ist mehr:
Je weniger Verbote Sie aussprechen, desto grösser ist die Chance, dass diese befolgt werden. Ihr Verständnis und Ihr Einfühlungsvermögen nützen Ihrer Tochter, Ihrem Sohn mehr als viele Verbote und Drohungen.

Konsequent sein:
Diejenigen Regeln oder Verbote, die Sie aufstellen, sollten konsequent eingehalten werden. Die Regeln müssen immer wieder wiederholt werden, denn Ihr Kind wird wissen wollen, wann und ob sie wirklich gelten.

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