Zwei Jahre und drei Monate
Ein kleines Kind muss nicht gefördert werden. Das Wichtigste sind liebevolle Zuwendung und Zeit, die Sie mit ihm verbringen.
Hin und wieder denken Sie vielleicht, dass Sie Ihr Kind mehr fördern sollten, damit es in unserer komplizierten Welt bestehen kann. Kleine Kinder brauchen aber keine eigentlichen Förderprogramme! Das Beste, was Sie für Ihr Kind tun können, ist, ihm liebevolle, «pflegerische» Zuwendung zukommen zu lassen in Form von Nahrung, trockenen Windeln und ausreichend Schlaf. Schenken Sie ihm Vertrauen und lassen Sie es seine Erfahrungen machen.
Die Palette der Tätigkeiten Ihres Kindes ist schon gross. Es imitiert die Erwachsenen, wo es kann; es «liest» die Zeitung, probiert grosse Schuhe und Hüte aus und «telefoniert» eifrig. Der Griff zum Farbstift, eine neue Art und Weise, mit den Bauklötzen zu spielen, das Nachahmen von grösseren Kindern ... all dies bedeutet für ein Kind ständiges Lernen. Weil etwas Neues selten auf Anhieb gelingt, wird Ihr Mädchen oder Ihr Junge vieles oft wiederholen. Diese Lernprozesse immer wieder zu beobachten, ist spannend und lohnt sich. Von der Hingabe, vom Eifer und von der Ausdauer kleiner Kinder beim Ausprobieren und Üben können wir Erwachsenen vieles wieder lernen.
Zweijährige sind anhänglich und zärtlich. Trotz aller Selbstständigkeit versichern sie sich immer wieder, dass sie geliebt werden. Sie müssen spüren, dass jemand da ist, der sie tröstet und ermutigt, wenn das Selbstständigsein einmal nicht klappt.
Liebe ist die wichtigste Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung. Kinder zu lieben, bedeutet, Zeit für sie zu haben, sie zu umsorgen und zu beschützen, sie in Ruhe und Sicherheit aufwachsen zu lassen, und nicht zuletzt, sie in ihrer Selbstständigkeit zu fördern. Wenn Ihr Kind spürt, dass Sie von seinen Fähigkeiten überzeugt sind, wird es von sich aus sein Bestes geben.
Nehmen Sie Ihr Kind mit seinen Stärken und Schwächen wahr. Betonen Sie vor allem das, was Sie an ihm lieben, an ihm schätzen, was es besonders gut kann, was es einzigartig macht. An seinen Stärken wird es wachsen.