Un bimbo piccolo seduto sul vasino.

Der eigene Körper – ungemein spannend

Ein Jahr und acht Monate

Kleine Kinder sind von Beginn ihres Lebens an sinnliche Wesen. Über ihre Sinne und ihren Körper machen sie Tag für Tag wichtige Erfahrungen und Entdeckungen.

Körperbezogene und sinnliche Erlebnisse sind entscheidend für das Körperbewusstsein des Kindes und den Weg zum eigenen «Ich». Dazu gehört das lustvolle Entdecken des eigenen Körpers und seiner Funktionen.

«Bisi» und «Gaggi»

Wie auch immer Sie die Ausscheidungsvorgänge Ihres Kindes bezeichnen – für Ihre Tochter oder Ihren Sohn ist alles, was damit verbunden ist, von grösstem Interesse. Neugierig und gespannt beobachtet es, was aus seinem Körper herauskommt.

«Bisi» und «Gaggi» sind seine «Produkte», auf die es stolz ist. Früher oder später, sobald es von seiner Entwicklung her dazu fähig ist, spürt es, wenn Stuhl und Urin den Körper verlassen wollen. Es realisiert, dass es auf diesen Vorgang mit Zurückhalten oder Loslassen Einfluss nehmen kann. Als Erwachsene können wir wohl kaum nachvollziehen, welche Sensation es für ein Kind bedeutet, wenn ihm bewusst wird, dass es seine Körperfunktionen beeinflussen kann.

Ein weiterer wichtiger Schritt zu Selbstständigkeit und Unabhängigkeit hin hat begonnen. Die Kontrolle der Ausscheidungsorgane (Halten der Schliessmuskeln und Entspannen im richtigen Moment) ist ein Reifungsprozess innerhalb der Gesamtentwicklung. Diese Kontrolle ist lange Zeit grossen Schwankungen unterworfen, die bis zum fünften Lebensjahr und darüber hinaus dauern können. Es kommt unter Umständen immer mal wieder zu kleinen Missgeschicken. Eltern können diesen Prozess nicht beschleunigen. Sie helfen dem Kind am besten, wenn Sie es bei seinem «Sauberwerden» geduldig, einfühlsam und verständnisvoll begleiten.

Zu viel Druck schadet

Druck, Zwang oder grosse Erwartungen sind keine Erfolg versprechenden Hilfestellungen. Im Gegenteil, zu viel Druck kann eher zu verzögerter Blasenkontrolle und Sauberkeit führen. Lassen Sie sich daher auch nicht von Ratschlägen oder Fragen wie «Ist es schon trocken?» stressen.

Frühes «Trockensein» ist kein Leistungsausweis, weder für das Kind noch für die Eltern. Ehrgeiz ist hier falsch am Platz, es geht nicht um einen Wettbewerb. Es ist unterschiedlich, wann ein Kind dem Windelalter entwächst – das eine früher, das andere später.







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Tipps für eine hilfreiche Begleitung beim Trockenwerden

  • Zeigen Sie keinen Ekel vor dem «Produkt» im Topf oder in der Windel. Ein kleines Kind empfindet das, was es da gemacht hat, als ein Stück von sich selbst, als «sein Produkt». Verständnis ist auch nötig, wenn das Kind einmal seine Ausscheidungen berühren will. Die meisten Kinder finden das, was aus ihnen herauskommt, spannend und interessant. Für manche kann es aber auch verunsichernd sein, «etwas» von sich herzugeben.

  • Ziehen Sie Ihrem Kind Kleider an, die es schnell und einfach herunterziehen kann. Im Sommer können Sie es häufig ohne Windeln im Freien herumlaufen lassen. Dies erleichtert es ihm, schnell auf den Topf zu sitzen.

  • Macht das Kind unregelmässig in den Topf, ist das kein Grund zur Besorgnis, sondern normal. Erwarten Sie nicht, dass es nun immer klappt. Es ist auch eine falsche Annahme, dass das Kind «schon könnte, wenn es nur wollte»! Schwankungen unterliegen nicht dem Willen des Kindes; sie sind entwicklungsbedingt.

  • Das gute Beispiel wirkt am meisten: Wenn ältere Kinder zu Besuch kommen, erlebt das kleinere Kind, dass es normal und notwendig ist, aufs WC zu gehen. Wahrscheinlich wird es seine «grossen» Vorbilder gerne nachahmen. Das Zuschauen bei den Eltern hat den gleichen Effekt.

  • Für viele Kinder ist das «Sitzen» (auf dem Topf oder auf dem WC, eventuell mit einem speziellen Kindertoilettensitz) angenehm und gemütlich. Sie singen, betrachten Bilderbücher, träumen vor sich hin und geniessen dieses konzentrierte «Bei-sich-Sein». Bitte stören Sie nicht bei diesen «Sitzungen».

  • Das Kind wird nicht eher trocken, wenn Sie es in der Nacht aufnehmen, um es auf den Topf zu setzen.

  • Lassen Sie Ihr Kind nicht durstig, nur damit es weniger aufs Töpfchen muss. Flüssigkeitsentzug ist schädlich und sehr unangenehm. Dies kann vom Kind sogar als Strafe empfunden werden.

Spielen an den Geschlechtsteilen

Kleine Kinder sind nicht nur an ihren Ausscheidungen, sondern gleichermassen an ihren Geschlechtsteilen interessiert. Diese werden ausführlich untersucht und von vielen Kindern mit sichtlichem Wohlbehagen auch gestreichelt und gerieben. Dieses Verhalten ist normal und wichtig. Die Erforschung des eigenen Körpers, vom Kopf bis zu den Zehen, gehört zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Gönnen Sie Ihrem Kind windelfreie Zeiten, in denen es den eigenen Körper ungehindert entdecken darf. Greifen Sie dabei nicht ein und verbieten Sie solche Aktivitäten nicht, auch wenn es Ihnen vielleicht schwer fällt, dem Tun des Kindes offen und ohne Scham zu begegnen. Kleine Kinder streicheln sich häufig zur Beruhigung zum Beispiel im Bett kurz vor dem Einschlafen.

Sie beschäftigen sich jedoch auch in der Öffentlichkeit mit sich selber, immer dann, wenn sie gerade Lust dazu haben. Da sie sich in diesem Alter noch nicht schämen und auch die Reaktion anderer Leute nicht einschätzen können, sollten Sie Ihren Sohn oder Ihre Tochter vor peinlichen Situationen schützen. In solchen Fällen können Sie es vom Spielen mit seinen Geschlechtsteilen ablenken, indem Sie es zum Beispiel auf den Arm nehmen oder ihm etwas erzählen.

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