Un bimbo sfoglia un libro con la sua mamma.

Sprechen lernen

Ein Jahr und zehn Monate

Bildet Ihr Kind schon Zwei-Wort-Sätze? Am besten lernt Ihr Kind zu sprechen, wenn Sie einfach mit ihm plaudern. Sprache lässt sich auch spielerisch erleben, etwa mit Bilderbüchern oder Liedern.

Vielleicht hat Ihr Kind in den vergangenen Wochen bereits einen weiteren Schritt in der Sprachentwicklung gemacht. Sagte es bisher einfach «Wau wau!», so wussten Sie, dass damit – je nach Betonung und Gesichtsausdruck – ein grosses Tier gemeint war, ein schlafender oder ein fressender Hund. Nun reiht Ihr Sohn, Ihre Tochter vielleicht schon zwei Worte aneinander, zum Beispiel: «Wau wau essen», «Wau wau schlafen». Mit solchen Zwei-Wort-Sätzen kann er oder sie sich bereits viel differenzierter ausdrücken.

Hört das Kind gut?

Im jetzigen Alter ist es normal, wenn Kinder sich noch Zeit lassen mit dem Sprechen. Sollte Ihnen die Sprachentwicklung Ihres Kindes dennoch Sorgen machen, so wenden Sie sich an den Kinderarzt, die Kinderärztin. Dies gilt auch, wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind verstehe Sie nicht oder es höre nicht gut. Kann es einen Ball suchen gehen, wenn Sie es dazu auffordern? Reagiert es auf Ihre Stimme, wenn Sie ausser Sichtweite sind? Versteht es Sie, wenn Sie flüstern? Interessiert es sich für Töne, Geräusche, zum Beispiel Klopfen, Klatschen, Radiomusik? Allfällige Verzögerungen in der Sprachentwicklung können nämlich auch mit einer Beeinträchtigung des Sprachverständnisses oder der Hörfähigkeit zusammenhängen.

Sprache erleben

Ein Kind lernt Sprache durch Erfahrungen und Nachahmen im Alltag. Freude am Sprechen ist Antrieb genug, es richtig machen zu wollen. Ihr Kind braucht keine speziellen Übungen. Sprachlehrerin, Sprachlehrer sind Sie immer dann, wenn Sie mit dem Kind reden oder wenn das Kind Gespräche, die Sie führen, miterlebt. So erhält es mit der Zeit ein Gefühl für den Rhythmus der Sprache und für den Aufbau von Sätzen – und es erweitert seinen Wortschatz.

Sprechen Sie über das, was Sie gerade beschäftigt, wann und wo auch immer: beim Einkaufen, beim Spazierengehen, zu Hause, bei der Arbeit. Ergreifen Sie die vielfältigen Gelegenheiten, die Anlass zum Plaudern geben. Passen Sie Ihre Ausdrucksweise dem Auffassungsvermögen des Kindes an. Hören Sie aufmerksam zu, wenn es Ihnen etwas erzählt. Beantworten Sie seine Fragen, auch wenn es Sie damit nervt, dass es tausendmal am Tag dasselbe fragt: «Was ist das?» Mit dem Fragen leiten uns die Kinder und üben ihre Fertigkeiten. Sie zeigen uns, dass sie dieses Wort nochmals und nochmals hören müssen, bis sie es ganz genau wissen und sicher behalten können.

Reime und Lieder

Sprache lässt sich im Alltag auch spielerisch und lustvoll erleben, durch Lieder und Verse, durch das Ansehen und Erzählen von Bilderbüchern oder das Nachahmen von Tierstimmen und Geräuschen. Kennen Sie noch Reime und Lieder aus Ihrer Kindheit? Falls nicht, fragen Sie in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis oder wenden Sie sich an Ihre eigenen Eltern oder Schwiegereltern. Es gibt auch Elternbildungskurse, die ein reiches Lieder- und Versrepertoire vermitteln. Es lohnt sich, mit Stimme und Sprache zu spielen, denn der Sprachrhythmus und die Sprachmelodie sind eine wesentliche Hilfe beim Erwerb der Sprache.

Wichtig für die Ich-Entwicklung

Im Alter zwischen 18 und 24 Monaten gibt es in den meisten Familien tägliche Auseinandersetzungen: Das Wort «Nein» gehört zu den Lieblingswörtern vieler Kinder. Dies ist nicht immer einfach für die Eltern, doch haben diese ständigen Konflikte eine ganz grosse Bedeutung für die Entwicklung des Kindes. Es entdeckt, dass es eine eigenständige Person ist mit eigenen Absichten und Gefühlen. Und es erkennt sich, wenn es zum Beispiel in einen Spiegel blickt oder ein Foto sieht. Diese Entwicklung ist Voraussetzung, damit es den eigenen Vornamen gebrauchen kann: «Lea trinken» heisst es anstelle von «trinken». Bald wird das Kind so weit sein, sich selbst als «ich» zu bezeichnen.

Sprache empfinden

Je nach Art und Lautstärke, in der Sie sprechen, drücken Sie über die Sprache Stimmungen aus. Werden Gefühle in Worte gefasst, lernt das Kind mit der Zeit selber, Freude, Ärger oder Trauer auszudrücken. Achten Sie doch einmal darauf, wie Sie Ihren Empfindungen Ausdruck geben. Sagen Sie, dass Sie wütend oder traurig sind? Oder kann man das nur Ihrem Körper- oder Gesichtsausdruck entnehmen? Und wenn Sie Ihre Gefühle in Worten ausdrücken, wie sagen Sie es dann?
Für die Entwicklung von Einsicht und Einfühlungsvermögen ist es für Ihr Kind von Vorteil, wenn es versteht, warum Sie etwas ärgert oder traurig macht oder warum Sie etwas verlangen. Wenn Sie Ihrem Kind zum Beispiel Grenzen setzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese zu formulieren. Ein kurzer, unpersönlicher Befehlssatz wie «Hör auf, mit dem Essen zu spielen!», kann durch eine persönlichere Aussage wie «Es stört mich, wenn du mit dem Essen spielst; ich möchte, dass du damit aufhörst», ersetzt werden.

Korrigieren wirkt hemmend

Korrekturen der Aussprache, Grammatik oder Wortwahl des Kindes durch die Erwachsenen hemmen und verunsichern es. Kritisieren Sie nicht, sondern wiederholen Sie das, was es gesagt hat, mit Ihren Worten. Das Kind sagt zum Beispiel: «Gosi Zug» – und Sie bestätigen: «Ja, wir fahren mit dem Zug zum Grosi.» Die korrekte Aussprache gewisser Laute (zum Beispiel s und r) wird manchem Kind noch lange Schwierigkeiten bereiten. Dies ist normal und lässt sich durch Korrigieren nicht verbessern.







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Eine Sprache? Zwei Sprachen?

Werden in Ihrer Familie mehrere Sprachen gesprochen oder wohnen Sie in einer anderssprachigen Umgebung? Bei Eltern taucht in solchen Fällen immer wieder die Frage auf, ob ein Kind fähig ist, gleichzeitig zwei Sprachen zu lernen. Mehrsprachig aufzuwachsen, ist für ein Kind eine Chance. Reden Mutter und Vater je in ihrer eigenen Muttersprache mit ihm, wird es beide Sprachen gleichzeitig lernen. Eine dieser Sprachen wird seine Muttersprache werden: diejenige, in der es denkt und Gefühle ausdrückt. Mutter und Vater sollten immer in ihrer eigenen Sprache mit dem Kind reden, auch wenn sie die Sprache der Partnerin, des Partners ebenfalls gut beherrschen. Wachsen Kinder zweisprachig auf, kann sich die Sprachentwicklung manchmal ein wenig verzögern. Die Verzögerung betrifft jedoch nur das Reden, soweit man weiss, aber nicht das Sprachverständnis.

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