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Wachsein und Schlafen

3. Monat

Ob Eltern die ersten Monate mit ihrem Kind als sehr anstrengend und kräfteraubend empfinden, hängt stark vom Schlafverhalten des Babys ab. Es gilt, gemeinsam einen passenden Rhythmus zu finden.

Wie schläft das Baby? So lautet wohl eine der meistgestellten Fragen unter Müttern und Vätern kleiner Kinder. Verständlicherweise, denn wie Eltern die ersten Monate mit ihrem Kind erleben, hängt stark vom Schlafverhalten des Babys ab.

Schlafen oder eben Nichtschlafen ist ein Dauerbrenner unter Eltern. Es gibt die guten Schläferinnen und Schläfer, die pflegeleichten Babys. Sie haben Glück, wenn Ihr Kind dazugehört. Es gibt viele Babys, die ihre Eltern mit ihrem Schlafverhalten ganz schön stressen.

Schlafen will gelernt sein

Verzweifeln Sie nicht und machen Sie sich keine Vorwürfe, wenn Ihr Kind mit dem Schlafen noch nicht zurechtkommt. Das hat nichts mit richtiger oder falscher Erziehung zu tun. Alleine einschlafen und in der Nacht längere Zeit durchschlafen, müssen die meisten Kinder erst lernen. Wie schnell das gelingt, hängt vom Reifungstempo, Temperament und von den entsprechenden Bedürfnissen Ihres Kindes ab.

Die gesamte Zahl der Schlafstunden ist von Baby zu Baby sehr verschieden und zu Beginn mehr oder weniger gleichmässig auf Tag und Nacht verteilt. Die Fähigkeit, Tag und Nacht zu unterscheiden und in der Nacht sechs bis acht Stunden durchzuschlafen, ist ein biologischer Reifungs- und Entwicklungsprozess, der bei jedem Kind unterschiedlich verläuft und Zeit braucht.

Ein Baby in der Nacht schreien zu lassen, ist sinnlos. Es lernt dabei nichts – höchstens, dass es mit seinen Bedürfnissen allein gelassen wird. Das kann zu Resignation oder zu noch lauterem Schreien führen.

Rhythmus finden

Auch wenn Sie Ihrem Kind am Abend zusätzliche Schoppennahrung geben, führt dies nicht zu einem besseren Durchschlafen. Bei gewissen Kindern spielt sich nach und nach eine gewisse Regelmässigkeit des Trinkverhaltens, des Aufwachens und des Einschlafens sowie ein längerer Nachtschlaf ein.

Andere Kinder melden ihren Hunger und ihre Schlafbedürfnisse über Monate hinweg immer zu unterschiedlichen Zeiten an. Diese Kinder wachen auch in der Nacht oft auf. Als Eltern können Sie Ihrem Baby aber helfen, den Schlaf zu finden. Wichtig ist, allmählich einen regelmässigen Tagesablauf mit einem Rhythmus zu finden, der auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abgestimmt ist.

Trink- und Schlafzeiten

Essen und verdauen, Anregung und Entspannung, Bewegung und Ruhe, wachsein und schlafen. Regelmässigkeit und wiederkehrende Rituale geben Ihrem Kind Sicherheit und Geborgenheit und helfen ihm, sich am Tagesverlauf zu orientieren. Meistens pendeln sich regelmässige Trink- und Schlafzeiten so ab dem dritten Monat allmählich ein.

Auch Spielen, Spazierengehen und Baden sollten, wenn möglich, immer etwa zur gleichen Tageszeit eingeplant werden. Bestimmen Sie zudem eine Abendtrinkzeit mit einem anschliessenden Gute-Nacht-Ritual, das sich jeden Abend möglichst gleich abspielt.







Illustration Der Vater macht den Handstand als Gute-Nacht-Ritual.

Schlafprotokoll führen

Wenn Sie ein Baby haben, das sich trotz Ihrer Bemühungen schwer damit tut, einen Rhythmus zu finden, fragen Sie Ihren Kinderarzt, Ihre Kinderärztin oder Ihre Mütter- und Väterberatung um Rat. Hilfreich für dieses Gespräch ist, wenn Sie zuvor über mehrere Tage ein Schlafprotokoll führen.

Für die Kinderärztin, den Kinderarzt oder die Mütter- und Väterberatungsstelle ergeben sich daraus wichtige Informationen. Und als Eltern sind Sie gefordert, die Gewohnheiten und Bedürfnisse Ihres Kindes genau zu beobachten. Vielleicht fällt Ihnen dabei auf, welche Abläufe und Rituale entspanntes Schlafen unterstützen.







Illustration Kind schläft friedlich.

Tipps zum Einschlafen

  • Wickeln Sie das Kind nachts nur, wenn dies wirklich nötig ist. Legen Sie es nach dem Stillen oder Schöppeln wieder an seinen Schlafplatz zurück. Lassen Sie bei allen Verrichtungen das Licht gedämpft und sprechen Sie wenig. Spiel- und Schmusezeit ist tagsüber.
  • Sollte das Baby nachts nach dem Stillen oder Schöppeln nicht gleich wieder einschlafen, warten Sie erst mal kurz ab, ob es Sie braucht, bevor Sie etwas unternehmen. Vielleicht brabbelt es bloss ein wenig vor sich hin, bis es selbstständig wieder einschläft. Das Gleiche gilt für Kinder, die mit fahrigen Bewegungen aufschrecken und sich manchmal selbst aufwecken. Das ist normal und soll Sie nicht beunruhigen.
  • Wenn Ihr Kind Sie braucht, um wieder einzuschlafen, lassen Sie es spüren, dass Sie da sind. Vielleicht muss es gar nicht herumgetragen werden. Versuchen Sie, das Kind mit einfachen Einschlafhilfen zu beruhigen, wie zum Beispiel liebevollem Flüstern, Summen, Streicheln. Auch wenn das Kind kurz nach der letzten Mahlzeit erneut aufwacht, lohnt es sich allenfalls, nicht sofort die Brust oder die Flasche zu geben. Je nachdem lässt es sich mit anderen Einschlafhilfen rasch wieder beruhigen.
  • Sprechen Sie sich mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin ab, damit Sie beide dem Kind auf ähnliche Weise helfen, seinen Schlaf wiederzufinden. Als Grundregel für alle Einschlafhilfen kann gelten: «So viel wie nötig – aber so wenig wie möglich». Finden Sie heraus, was Ihrem Kind am besten tut, und wenden Sie sich bei Fragen an eine Fachperson; an Ihre Mütter- und Väterberatung, Ihren Kinderarzt, Ihre Kinderärztin oder an die Stillberatung.
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