1. Monat
Neugeborene schlafen viel. Doch Kinder sind verschieden. Deswegen kann auch die Frage, ob das Kind im Kinder- oder Elternzimmer schlafen soll, nicht pauschal beantwortet werden. Empfehlungen rund ums Schlafen.
Die Entscheidung, wo das Kind nachts schlafen soll, hängt von den Platzverhältnissen und den persönlichen Bedürfnissen des Kindes und der Eltern ab. Schläft das Kind unruhig und erwachen die Eltern leicht oder sind alle gute Schläfer? Schläft das Kind rasch ein oder braucht es Zeit und Begleitung? Wird das Baby gestillt? Wechseln sich die Eltern mit Schöppeln ab? Je nachdem wird das Elternschlafzimmer oder ein eigenes Zimmer als Schlafplatz für das Kind bevorzugt.
Wichtig ist, dass Sie eine Lösung finden, die Ihnen als Familie entspricht und die, den Umständen entsprechend, allen möglichst viel Erholung ermöglicht. Manchmal, und besonders bei Zwillingen, empfiehlt sich eine flexible Lösung mit verschiedenen Schlafmöglichkeiten. Beispielsweise schlafen die Kinder in Betten mit Rollen, damit man sie bei Bedarf in ein anderes Zimmer schieben kann. Eine andere Option wäre, dass ein Elternteil jederzeit in einem Gästebett im Kinderzimmer übernachten kann.
Einigen Babys reichen 12 bis 14 Stunden aus, andere brauchen bis zu 20 Stunden Schlaf pro Tag. Der Durchschnitt liegt bei 14 bis 18 Stunden, über Tag und Nacht verteilt.
Ein paar wichtige Hinweise zu den Schlafgewohnheiten und zur Schlafumgebung von Babys:
Legen Sie Ihr Kind zum Schlafen auf den Rücken. Das Neugeborene kann sich seine Körperposition noch nicht selber aussuchen – es liegt, wie es gebettet wird, und ist ganz auf Ihre Unterstützung angewiesen. Sowohl die Bauchlage als auch die Seitenlage werden heute als Schlaflage nicht mehr empfohlen. In wachem Zustand soll das Baby aber mit zunehmendem Alter auch auf den Bauch gelegt werden – allerdings nur, wenn Sie im selben Raum sind und es beobachten können. Es wird bald so kräftig sein, dass es seinen Oberkörper hochstemmen kann. Dies stärkt seine Muskeln und eröffnet ihm ein neues Blickfeld. Bei der Seitenlagerung muss das Baby mit einem Kissen, einem zusammengerollten Tuch oder einem kleinen Stillkissen so gestützt werden, dass es nicht auf den Bauch kippen kann. Achten Sie darauf, dass Sie die Seitenlage Ihres Kindes abwechseln.
Schützen Sie Ihr Baby vor Überhitzung. Kleine Kinder reagieren empfindlich auf zu viel Wärme. Achten Sie deshalb darauf, dass der Schlafraum nicht zu heiss ist (die Idealtemperatur beträgt 18 bis 20°C), und decken Sie das Baby nicht zu warm zu. Wenn es sich heiss anfühlt oder schwitzt, sollten Sie es leichter anziehen.
Kopfkissen im Kinderbettchen sind überflüssig. Es genügt eine Stoffwindel im Kopfbereich des Kindes, deren Ränder unter die Matratze geklemmt werden. Somit ist die Bettwäsche geschützt und die Windel kann häufig gewechselt werden.
Verwenden Sie anstatt einer Decke einen Babyschlafsack.
Das Baby sollte nicht auf einem Fell schlafen und auch nicht von unzähligen Stofftieren umgeben sein.
Vermeiden Sie das Rauchen und achten Sie auf eine rauchfreie Umgebung.
Wenn es für Sie möglich ist und es Ihnen entspricht, stillen Sie das Baby.
Geben Sie Ihrem Kind zum Schlafen einen Nuggi, falls es diesen mag.
Legen Sie das Kind da schlafen, wo Sie es gut hören können. Dafür eignet sich besonders ein Schlafplatz im Elternschlafzimmer, beispielsweise in einem eigenen Bett oder einem Beistellbett, das zum Elternbett hin offen ist und daran befestigt wird. Auch ein nahegelegenes Zimmer bietet sich an. Das Kind im gleichen Bett wie die Eltern schlafen zu lassen, ist nicht ideal. Wer sich trotzdem dazu entscheidet, sollte einiges beachten: Beispielsweise dürfen die Eltern nicht rauchen, keinen Alkohol trinken, keine sedierenden Medikamente oder Drogen nehmen und selbst nicht krank sein. Ausserdem braucht das Kind rundherum genügend Platz. Kissen, Fellunterlagen oder Ähnliches weglassen. Das Baby muss an einer Stelle liegen, wo es nicht runterfällt und die Elternmatratze darf nicht weich sein. Sind nicht all diese Faktoren gegeben, sollte auf diese Schlafvariante verzichtet werden.
Am sichersten schlafen Zwillinge in getrennten Betten. Falls Zwillingseltern die Kinder trotzdem in einem gemeinsamen Bett schlafen lassen, weil die gegenseitige Nähe beruhigend wirkt, sollten sie darauf achten, dass beide genügend Platz haben.
Wir möchten Sie mit solchen Hinweisen nicht beunruhigen oder ängstigen, doch ist es uns ein grosses Anliegen, Sie auf diese vorbeugenden Massnahmen aufmerksam zu machen. Nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen verringern sie das Risiko des plötzlichen Kindstodes deutlich.
Sorgen um das Kind, um seine Entwicklung und seine Gesundheit bewegen Eltern immer wieder. Dies ist normal. Wenn solche Sorgen jedoch überhandnehmen, ist es wichtig, mit einer vertrauten Person oder einer Fachperson darüber zu reden. Ängste, die ausgesprochen werden, belasten weniger als solche, die man still mit sich herumträgt.
Ganz wichtig ist auch der Austausch mit anderen Müttern und Vätern. Auf Spaziergängen, in der Mütter- und Väterberatung, in Rückbildungskursen, in Elternbildungskursen, in Interessengemeinschaften von Mehrlingseltern oder Alleinerziehenden lassen sich neue und bereichernde Kontakte knüpfen. Denken Sie bei Gesprächen mit anderen Eltern aber auch daran, dass sich Babys unterschiedlich entwickeln, jedes auf seine Art, in seinem Tempo. Jedes Baby ist ein einmaliges Wesen, das zur unverwechselbaren, eigenständigen Persönlichkeit heranwachsen wird.