4. Monat
Schlaf ist kein gleichförmiger Zustand, er besteht aus verschiedenen Phasen. Mehrmals in der Nacht wechseln sich Tiefschlaf und oberflächlicher Schlaf ab. Es ist normal, dass das Kind nach einer Phase des oberflächlichen Schlafes aufwacht.
Viele Kinder können nach dem Aufwachen nicht mehr allein einschlafen und verlangen nach ihren Eltern. In Untersuchungen wurde festgestellt, dass das Wiedereinschlafen in einem Zusammenhang steht mit den Einschlafgewohnheiten des Kindes.
Babys lernen schnell, dass das Einschlafen mit bestimmten Ritualen verbunden ist. Solche Gewohnheiten helfen ihnen auch in der Nacht. Die Erfahrung zeigt, dass viele Kinder, die tagsüber und abends selbstständig einschlafen, auch nach einem nächtlichen Aufwachen ihre Eltern weniger beanspruchen.
Wahrscheinlich haben sich im Laufe dieser ersten Monate schon einige Gewohnheiten zum Einschlafen gebildet: Schläft das Kind an Ihrer Brust ein? Tragen Sie es herum, bis es einschläft? Geben Sie ihm einen Schoppen zum Einschlafen? Solche Einschlafhilfen haben Einfluss auf das Schlafverhalten in der Nacht.
Ein Kind, das seine Eltern oder Hilfsmittel wie Schoppen zum abendlichen Einschlafen braucht, möchte diese Gewohnheiten auch beim nächtlichen Aufwachen wieder erleben. Das ist verständlich. Solange es für Sie stimmt, spricht nichts dagegen, dies weiterhin so handzuhaben.
Solche Einschlafhilfen können aber auch sehr anstrengend sein, denn monatelanges nächtliches Aufstehen und ausgedehnte Abendrituale zehren an Kräften und Nerven. Wenn Sie dies ändern möchten, versuchen Sie, ein einfaches Einschlafzeremoniell einzuführen, das Ihrem Kind hilft, friedlich einzuschlummern. Nehmen Sie sich zum Beispiel Zeit zum Plaudern, Schmusen, Singen und so weiter.
Legen Sie das Kind nach einem liebevollen Abschied ins Bett und schauen Sie, ob es nun selbstständig einschlafen kann. Sollte Ihr Kind wieder aufwachen, so ziehen Sie nicht gleich alle Register, um das Wiedereinschlafen zu fördern. Allenfalls genügt Ihre blosse Nähe, eine Hand auf dem Bauch oder ein beruhigendes Sch-Sch, damit Ihr Kind den Schlaf wiederfindet.
Selbstständig einschlafen lernen mag langfristig gesehen erstrebenswert sein. Zu hohe Erwartungen sollten Sie aber jetzt noch nicht an Ihr Kind stellen, denn schliesslich ist es erst drei Monate alt. Geben Sie ihm Zeit dafür und begleiten Sie es mit viel Geduld. Jedes Kind lernt (ein-)schlafen, das eine früher, das andere später, das eine leichter, das andere etwas erschwerter.
Wenn Sie ein eher «anstrengendes» Baby haben, ist es ganz wichtig, dass Sie für sich selber immer wieder Erholungszeiten finden. Vergessen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse nicht. Nutzen Sie die Zeiten, in denen das Kind endlich schläft, für sich – für eine Ruhestunde, für etwas, das Ihnen Freude macht.
Treffen Sie als Eltern gemeinsame Absprachen, wie Sie den «Nachtdienst» am besten untereinander aufteilen können, damit jeder oder jede einmal zum Durchschlafen kommt. Lassen Sie sich frühzeitig von der Mütter- und Väterberaterin oder dem Kinderarzt, der Kinderärztin beraten, wenn Sie sich vom Schlafverhalten Ihres Kindes überfordert fühlen.