Un bimbo svolge i compiti per casa.

Von kleinen und grossen Sorgen

Sechs Jahre

In der Schule läuft nicht immer alles rund. Eltern können ihr Kind dabei unterstützen, den Alltag zu bewältigen.

Ein neues Haus, ein neuer Raum, ein paar bekannte und viele neue Gesichter. Sie können sich sicher vorstellen, dass es viel Zeit und Einfühlungsvermögen braucht, bis sich aus etwa 25 kleinen Persönlichkeiten und einer Lehrperson eine Gruppe herausbildet, die als Ganzes funktioniert und auch den Einzelnen in seiner Eigenart akzeptiert. Sich in der Klasse angenommen und aufgehoben zu fühlen, ist eine Voraussetzung, um gerne in die Schule zu gehen. Umgekehrt kann es sich negativ auf die Motivation auswirken, wenn man keine Freunde hat oder sich gar als Aussenseiter oder Aussenseiterin empfindet.







Illustration: Drei Kinder sprechen miteinander und ein Kind ist etwas abseits.

Denken Sie zurück – woran erinnern Sie sich eher? An die Rechenstunde Ihres Lehrers oder daran, wie Sie mit Ihrem besten Freund zu Hause die Rechenaufgaben mit Hilfe von Smarties lösten? (Lern-)Erlebnisse und Lernerfahrungen mit anderen Menschen prägen die Erinnerungen und das Gefühl, gerne oder ungern die Schule zu besuchen. Mit einem guten Freund oder einer guten Freundin fällt vieles leichter.

Auch wenn Sie es sich wünschen – nicht immer lassen sich alle Unannehmlichkeiten für Ihr Kind aus dem Weg räumen. Es muss im Miteinander lernen, mit einem gewissen Mass an Herausforderungen selber fertig zu werden.

Schule ist neu und anstrengend

Schule macht nicht jeden Tag gleich viel Spass. Das hat nicht immer etwas mit der Lehrperson oder mit dem Schulstoff zu tun. Nicht jeder Tag ist gleich lustvoll, das geht den Erwachsenen ja genauso! Gerade beim Schulanfang ist es möglich, dass Ihr Kind sich verändert – vielleicht hat es plötzlich Mühe mit Einschlafen, wird von Albträumen geplagt oder nässt in der Nacht wieder ein. So eine Reaktion ist häufig und Ausdruck dafür, dass etwas Neues und auch Anstrengendes zum Verarbeiten herausfordert.

Wenn aus kleinen Sorgen jedoch grosse Sorgen werden, sollten Sie hellhörig werden und versuchen herauszufinden, was Ihr Kind beschäftigt: Wird es in der Klasse, in der Pause oder auf dem Schulweg ausgelacht oder geplagt? Ist es mit dem Schulstoff oder den Hausaufgaben über- oder unterfordert? Oder hat es vielleicht ein Problem mit seinem Lehrer, seiner Lehrerin oder dem Unterrichtsstil?

Wenn sich die Situation in absehbarer Zeit nicht entspannt, sollte zuerst das Gespräch mit der Lehrperson gesucht werden. Schafft dieses keine Entspannung, so kann ein weiterführender Austausch mit der Schulleitung, dem Kinderarzt, der Schulärztin oder einer Erziehungsberatungsstelle eine wertvolle Hilfe sein.

Von Höhenflügen und Tiefschlägen

Lukas schreibt viel schöner als Sophie, Sarah klettert viel höher als Finn und Jonas rechnet viel schneller als Franziska. Jedes Kind hat seine Stärken und Schwächen. In der Schule wird dies Kindern immer bewusster. Die Bewertungen bestätigen den Leistungsvergleich und den damit zusammenhängenden Erfolg oder Misserfolg. Wer gute Bewertungen hat, wird gelobt – wer schlecht bewertet wird, muss mehr lernen!







Illustration: Das Kind links macht eine Grimasse, das Kind in der Mitte trägt ein Piratenkostüm und das Kind rechts sitzt auf einen Stapel Bücher

Eigentlich möchte jedes Kind nichts lieber als gute Noten nach Hause bringen. Gelingt dies trotz eigenem Einsatz und Eifer nicht, sollten Eltern nicht verzweifeln. Ihr Kind braucht in diesem Moment Ihre Bestätigung und Ermutigung! Mit einem gesteigerten Vertrauen in seine Fähigkeiten kann es mutiger seinen Schwächen begegnen:

  • Loben Sie Ihr Kind, wenn es sich angestrengt hat, wenn es etwas Neues probiert und einen Schritt weitergekommen ist.

  • Anerkennen Sie die Bemühungen Ihres Kindes: «Ich sehe, da hast du einen grossen Einsatz geleistet!» Dies gilt auch ganz besonders für Zeichnungen, Bastel- oder Werkarbeiten, die Ihr Kind nach Hause bringt. Vielleicht richten Sie dafür einen besonderen Ausstellungsplatz ein?

  • Vertrauen Sie den Fähigkeiten Ihres Kindes: «Ich bin mir sicher, dass du das lernen wirst.» Kinder brauchen die Sicherheit, Fehler machen zu dürfen. Fehler sind Erfahrungs- und Lernquellen. Verzichten Sie daher auf abwertende Kritik, auch wenn das Kind Fehler macht. Ermuntern Sie es stattdessen zum Beispiel mit einem Zugeständnis: «Schau, auch mir gelingt nicht immer alles!» Hilfreich sind auch Überlegungen, wie Fehler künftig vermieden werden können oder wie ein Ziel auf einem anderen Weg erreicht werden kann.

  • Vergleichen Sie die Beurteilung Ihres Kindes nicht mit denen eines Freundes oder eines Geschwisters.

  • Es ist entmutigend, wenn ein Kind das Gefühl hat, dass elterliche Zuneigung von guten Beurteilungen oder Noten abhängig ist.

  • Für viele Begabungen gibt es in der Schule keine besondere Bewertung. Schön, aber nicht selbstverständlich ist, wenn Lehrpersonen auch Anerkennung oder eine besondere Auszeichnung für das Erfinden lustiger Geschichten, für faires Streiten, für fantasievolles Theaterspielen, für geschicktes Rollerbladen oder für die grosse Geduld mit der kleinen Schwester verteilen!

Reload content for this field