Padre con bebè.

Vater sein

4. Monat

Wie geht es Ihnen als Vater? Staunen Sie über die neue Dimension, die Ihr Leben bekommen hat? Kennen Sie den Alltag mit Kind aus eigener Erfahrung oder sind Ihre gemeinsamen Stunden vor und nach der Erwerbstätigkeit?

Erleben Sie den Alltag mit dem Kind regelmässig als (Teilzeit-)Familienmann? Vielleicht sind Sie erwerbstätig und freuen sich, abends nach Hause zu kommen und die neuesten Fortschritte Ihrer kleinen Tochter, Ihres kleinen Sohns zu bewundern? Oder wünschten Sie sich manchmal, Sie müssten nicht erwerbstätig sein, sondern könnten zu Hause bei Ihrem Kind bleiben?

Ob regelmässig oder an einzelnen Tagen, Vater-Kind-Tage stärken die Beziehung zum Kind. Wenn Sie in Ihre neue Rolle als Vater eintauchen, eröffnet sich Ihnen die Chance, Ihr Leben um einmalige Erfahrungen zu bereichern. Sie erleben die Intensität des Vaterseins in dem Ausmass, in dem Sie sich auf das Kind einlassen.

Gemeinsamer Alltag verbindet

Je mehr Sie sich mit Ihrem Kind beschäftigen, desto besser werden Sie seine Bedürfnisse kennen und mehr Sicherheit, Bestätigung und Erfüllung in der Vaterrolle erfahren. Gemeinsame Erlebnisse verbinden. Denken Sie doch einmal an Ihre eigene Kindheit zurück: Was sind für Sie die schönsten, besten, grossartigsten Erinnerungen, die Sie mit Ihrem Vater verbinden? Oder was hätten Sie sich gewünscht, wenn Sie heute zurückblicken?

Viele Väter, die sich gerade in der Anfangszeit wenig ihrem Kind gewidmet haben, bereuen dies später sehr, denn viele wertvolle Erfahrungen sind ihnen dadurch entgangen. Versuchen Sie deshalb von Anfang an, so vieles wie möglich mit Ihrem Kind zu teilen.

Vaterrolle definieren

Es sind die alltäglichen Handlungen – Wickeln, Baden, Spazierengehen, Kuscheln, Spielen, Herumtragen, Beruhigen –, aus denen allmählich eine vertrauensvolle, tiefe und vielfältige Beziehung entsteht. Wenn Ihre Partnerin erlebt, dass Sie sich sowohl in der Kinderbetreuung als auch in der Hausarbeit engagieren, fällt es ihr leichter, wirklich «loszulassen».

Ihre Unterstützung ist auch beim Stillen sehr wertvoll. Stillen kann sehr ermüdend sein. Sie können Ihrer Partnerin diese Aufgabe zwar nicht abnehmen, aber Sie können sie im Haushalt entlasten und ihr vor allem mit Ihrer positiven Einstellung zum Stillen zur Seite stehen. Manchmal hilft auch eine kleine Geste, beispielsweise ein Glas Wasser der stillenden Mutter zu bringen.

Vielleicht braucht es etwas Überwindung, neue Aufgaben im Haushalt zu übernehmen. Doch nutzen Sie die veränderte Situation, um die Weichen anders zu stellen und Rollen neu zu definieren. Überlegen Sie sich, wie Sie Ihr Familienleben gestalten möchten.







Illustration Ein Mann spielt mit einem Kind.

Und die schwierigen Gefühle?

Wie geht es Ihnen mit den eher schwierigen Seiten des Vaterseins? Bestimmt sind auch Sie am Abend oft fix und fertig, denn Berufs- und Familienleben zu vereinbaren, ist anstrengend. Spüren auch Sie, dass der Schlaf zu kurz kommt? Empfinden Sie es als mühsam, dass kaum mehr Zeit und Energie vorhanden sind, um über anderes zu reden als Haushalt und Babypflege?

Finden Sie, dass Ihre Beziehung zu kurz kommt? Ist es für Sie manchmal schwierig, die Gefühle Ihrer Partnerin nachzuempfinden? Falls Sie jetzt den Hauptteil der finanziellen Verantwortung für die Familie tragen müssen, ist dies vielleicht belastend für Sie.

Vielleicht fühlen Sie sich auch noch etwas unsicher im Umgang mit Ihrem Baby und in Ihrer neuen Rolle. Vater zu sein, ist in mancher Hinsicht eine grosse Herausforderung. Die Welt kann Kopf stehen, und die verschiedensten Gefühle wie Glück, Freude, Unsicherheit und Überforderung liegen da oft nahe beieinander. Das ist ganz normal.

Postnatale Depression beim Vater

Doch wohin mit den schwierigeren Gefühlen? Versuchen Sie, offen darüber zu reden, mit einem Freund, mit anderen Vätern – und natürlich mit Ihrer Partnerin. Gemeinsam lassen sich die schwierigen Seiten der neuen Lebenssituation besser bewältigen.

Trägt dies nicht zur Besserung bei, sollten Sie sich an eine Fachperson wenden. Obwohl kaum darüber gesprochen wird, können auch Männer an einer «postnatalen Depression» leiden. Wie für betroffene Mütter ist es für Väter genauso wichtig, sich frühzeitig professionelle Hilfe zu holen.

Vater sein ist anspruchsvoll

Es wird immer wieder anspruchsvoll sein, das Gleichgewicht zwischen Erwerbsarbeit und Familienleben, zwischen eigenen Bedürfnissen und denjenigen Ihrer Partnerin und Ihres Kindes zu finden. Aber es lohnt sich, immer wieder einen Weg zu suchen, wie Sie gemeinsam das Familienleben so gestalten können, dass alle sich darin wohlfühlen.

Hilfreiche Anlaufstellen sind Mütter- und Väterberatungen, oder Sie suchen beim Dachverband Schweizer Männer- und Väterorganisationen nach passenden Angeboten. Wenden Sie sich bei Erschöpfung und Überlastung an den Verein Postpartale Depression Schweiz.

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