Coppia felice di giovani genitori.

Eltern sein

4. Monat

Mit der Geburt eines Kindes ändert sich vieles. Von nun an gilt es nicht mehr nur, die Bedürfnisse von zwei Personen aufeinander abzustimmen, sondern für die ganze Familie Entscheidungen zu treffen. Daraus ergeben sich neue Zuständigkeiten, Abhängigkeiten und Verantwortungen.

Wer bleibt wann zu Hause? Wer macht was im Haushalt? Wer verdient wie viel Geld? Wie viel Zeit bleibt füreinander, für jeden alleine, für die ganze Familie? Und wie soll und kann diese Zeit genutzt werden? Fragen, die beantwortet werden müssen, damit die Gegenwart und die Zukunft als Mann und Frau, als Paar, als Familie gelebt werden kann.

Eltern sein ist heutzutage auf eine andere Weise anspruchsvoll als früher, denn die gegenseitigen und gesellschaftlichen Anforderungen haben sich verändert. Unrealistische Erwartungen prägen gewisse Vorstellungen: Frauen sollen treu sorgende Mütter und perfekte Hausfrauen sein, zugleich erfolgreich im Beruf und möglichst noch attraktive Geliebte für ihren Partner. Der Mann soll Karriere machen, so viel Zeit wie möglich der Familie widmen, im Haushalt und im Garten arbeiten und zugleich ein einfühlsamer Partner sein. Solche Rollenvorstellungen können Stress auslösen.

Ansprüche, Erwartungen und Arbeitsteilung

Was wünschen Sie sich von Ihrem Mann, Ihrer Frau? Tragen Sie unausgesprochene Erwartungen in sich? Ein zu hoher Anspruch an sich oder den Partner, die Partnerin, kann sehr belastend sein. Werden Gefühle, Bedürfnisse und Erwartungen jedoch offen ausgetauscht, wird vieles verständlich und nachvollziehbar.

Suchen Sie gemeinsam eine Arbeitsteilung, die beiden Elternteilen entspricht, nicht nur beruflich, sondern vor allem auch im Haushalt und in der Kinderbetreuung: Wer kocht gerne, wer geht lieber einkaufen? Wer badet das Baby? Wer geht mit ihm spazieren und bringt es abends ins Bett? Wer bügelt die Wäsche, wer füllt lieber die Waschtrommel? Wer saugt die Wohnung, wer putzt das Bad?







Mann, Frau und Kind liegen am Boden. Das paar fragt "Wer? Wann? Was?"

Akzeptieren Sie gegenseitig, wenn Ihre Partnerin, Ihr Partner die Wäsche anders aufhängt oder das Kind anders anzieht, als Sie dies machen würden – anders muss nicht falsch sein. Eine Liste, welche Einblick in Alltagsaufgaben gibt und hilft, sich gegebenenfalls neu zu organisieren, finden Sie hier.

Stress und Streit

Können die Erwartungen vom Partner, von der Partnerin nicht erfüllt werden? Widerspricht die Arbeitsteilung den eigenen Vorstellungen? Ist Ausspannen einfach unmöglich? Die Neugestaltung der Familie kann zu hohem Stress führen und in Streit übergehen. Wichtig ist, bei nötigen Auseinandersetzungen nicht den Respekt zu verlieren und jeweils die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.

Wird im Streit Gewalt angewendet, sollte umgehend Unterstützung bei einer Beratungsstelle gesucht werden, zum Beispiel bei einer spezialisierten Gewaltberatungsstelle, einer Paar- und Eheberatung oder im Frauenhaus. Ausführlichere Angaben dazu finden Sie in unserem Adressverzeichnis. Gewaltfreies Streiten ist lernbar und eine enorm wichtige Voraussetzung für eine vertrauensvolle Beziehung.

Alleinerziehende Mütter und Väter

Alle Familien haben besondere Aufgaben zu lösen, alleinerziehende Eltern andere als traditionelle oder Patchwork-Familien. Kinder allein zu erziehen bedeutet viel Arbeit für eine Person, das Vereinen von verschiedensten Fähigkeiten in einer Person, die Notwendigkeit, wichtige Entscheidungen allein zu fällen, und ein sorgfältiges Haushalten mit den eigenen Energien.

Vielen Eltern bereitet es Sorgen, wie ihr Kind das Fehlen eines Elternteils verkraften kann. Und zugleich stellt sich die Frage, wie die Beziehung zu beiden Elternteilen in einer Form aufrechterhalten werden kann, die für alle im Alltag lebbar ist und Kind und Eltern positive Gefühle ermöglicht.

Unterstützung für Alleinerziehende

Wenn Sie sich in Ihrer Rolle als alleinerziehende Mutter oder Vater ohnmächtig, verlassen, ausgestossen, wütend oder verzweifelt fühlen, so teilen Sie diese Empfindungen mit den meisten Alleinerziehenden. Alleine zu erziehen oder die nicht gemeinsame Elternschaft zu meistern, ist keine einfache Aufgabe.

Falls die Belastung für Sie zu gross wird, so zögern Sie nicht, mit Ihren Gefühlen nach aussen zu treten und kompetente Hilfe zu holen. Kleinkind- und Erziehungsberater und -beraterinnen unterstützen Sie in Einzelgesprächen oder in geführten Gesprächsgruppen darin, sich und Ihr Kind in konflikthaften Situationen besser zu verstehen, damit neue Lösungen für das Zusammenleben in der Familie und mit dem Kind gefunden werden können. Es soll eine Ebene erreicht werden, auf der gemeinsame Elternschaft auch in getrennten Wohn- und Lebensverhältnissen möglich wird.

Entlastung und Freizeitangebote

Über die Beratung hinaus bieten Fachpersonen aber auch konkrete Unterstützung im Alltag in Form von Hilfe bei der Vermittlung von ausserfamiliären Betreuungsangeboten, Entlastungsdienst bei Krankheit oder Behinderung und so weiter.

Viele Kleinkind-, Jugend- und Familienberatungsstellen haben auch spezielle Angebote für Alleinerziehende, wie zum Beispiel Eltern- und Erwachsenenbildungskurse, Freizeit- und Ferienangebote oder Sonntagstreffs (ein Rahmen für gemeinsame Aktivitäten an Sonn- und Feiertagen). Erkundigen Sie sich diesbezüglich bei Ihrer Mütter- und Väterberatung oder direkt bei der entsprechenden Beratungsstelle.

Einfach mal ausspannen …

Wandern Ihre Gedanken manchmal sehnsuchtsvoll in die Vergangenheit zurück? Bis vor Kurzem war das Leben zu zweit so einfach: Tagsüber arbeiten, in der Freizeit Freunde treffen, ausgehen, in Ruhe essen, Sport treiben, sonntags ausschlafen, Fernsehen – alles kein Problem. Da war viel mehr Zeit für gemeinsame und eigene Interessen, aber … War Ihr Leben auch so erfüllt, abwechslungsreich und spannend wie jetzt mit Ihrem Kind?

Dennoch darf vor lauter Hausarbeit und Babypflege nicht vergessen gehen, was Sie ganz persönlich als Ausgleich brauchen. Einfach mal eine Ruheinsel, die Zeitung lesen oder einem Hobby nachgehen. Es ist wichtig, sich hin und wieder vom Elternsein abzugrenzen und für sich alleine etwas zu unternehmen oder Zweisamkeit zu geniessen: zusammen ausgehen, Freunde treffen, ins Kino gehen, in aller Ruhe Gespräche führen, sich gegenseitig verwöhnen – eben so wie früher.

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