Ein Jahr und acht Monate
Ist das Kind plötzlich weg, jagt das den Eltern einen grossen Schreck ein. Gefahren lauern überall, gerade auch im Strassenverkehr. Und: Was es bei Ferien mit Kind zu beachten gilt.
Oh Schreck – wo ist das Kind auf einmal hin? Ist Ihnen auch schon einmal die Angst in die Glieder gefahren, als Sie Ihr Kind plötzlich nicht mehr gesehen haben? Gerade war es noch da, kaum 20 Meter entfernt und nun ist es weg, verschwunden! Es wird doch nicht auf die Strasse gelaufen sein!
Oder im Warenhaus: Sie haben kurz mit einer Verkäuferin gesprochen, einen Moment das Kind aus den Augen gelassen und schon ist es weg! Voller Panik sucht man den kleinen Ausreisser, die kleine Ausreisserin, findet ihn oder sie … und schimpft vor lauter Erleichterung. Das Kind muss doch begreifen, dass es nicht einfach weglaufen darf!
Doch das Kind begreift es nicht. Es weiss nicht, dass es für die Eltern «unsichtbar» wird, wenn es um die nächste Ecke biegt. Nehmen Sie den verlorenen Schatz in die Arme, zeigen Sie ihm Ihre Angst, aber auch die Freude, dass Sie wieder beisammen sind.
Kleine Kinder gehen einfach los. Sie können den Rückweg nicht mehr rekonstruieren, vor allem nicht dort, wo viele Menschen sind, wie zum Beispiel im Einkaufszentrum. Auch wenn man ihnen noch so eindringlich gesagt hat: «Bleib hier bei mir!» Sobald das Kind etwas Spannendes sieht, ist alles vergessen. Deshalb sollte man sich nie darauf verlassen, dass ein knapp Zweijähriges ein «Bleib hier» befolgt. Das Kind an der Hand zu halten oder mindestens nicht aus den Augen zu verlieren, ist daher in solchen Situationen immer notwendig.
Ihr Kind steht immer sicherer auf seinen Beinen und kann vielleicht bereits rennen. Nicht nur im Einkaufszentrum läuft es davon, sondern auch auf der Strasse. Und hier kann es lebensgefährlich werden.
Erklären Sie die Strasse zur verbotenen Zone, zum absoluten Tabu. Das oberste Gebot lautet: Geh nie allein auf die Strasse! Vertrauen Sie dem Kind nicht, dass es aufpasst, dazu ist es noch zu klein. Ständige Überwachung ist nötig.
Überqueren Sie die Strasse nie, wenn die Ampel Rot zeigt. Machen Sie Ihr Kind auf das falsche Verhalten anderer Fussgänger aufmerksam. Denken Sie daran: Kinder beobachten, was Erwachsene tun, und ahmen sie nach. Daher ist das vorbildliche Verhalten der Eltern im Strassenverkehr besonders wichtig.
Führen Sie Ihr Kind immer an der Hand, wenn Sie über die Strasse gehen und in gefährlichen Umgebungen.
Lassen Sie Ihr Kind auf dem Trottoir immer auf der von der Strasse abgewandten Seite gehen. Falls es hinausspringt, können Sie es dann noch zurückhalten.
Ferien sind wichtige, meist heiss ersehnte Wochen im Jahr. Abstand vom Alltag gewinnen, das Herkunftsland von Mama oder Papa kennenlernen, Neues erleben, ausspannen, Zeit haben füreinander. Viele Erwartungen konzentrieren sich auf diese Zeit. Oft sind nicht nur die Erwartungen sehr hoch, sondern auch die Wünsche verschieden. So zum Beispiel, wenn ein Elternteil sich vor allem Ruhe und Erholung wünscht, die Partnerin, der Partner jedoch endlich wieder einmal etwas Abwechslung vom Alltagstrott und somit möglichst viele Aktivitäten möchte. Hier gilt es, Kompromisse zu finden. Ferien sind eine Chance, sich ausserhalb des gewohnten Rahmens neu zu erleben. Gemeinsame Erlebnisse verbinden und stärken die Beziehung zueinander.
Ferien bergen aber auch die Gefahr von Konflikten: Man kann einander weniger ausweichen, durch das ständige Zusammensein entstehen viele Reibungsflächen. Etwas steht jedenfalls fest: Ferien mit einem kleinen Kind sind ganz anders als Ferien ohne Kind. Es lohnt sich daher, der Ferienplanung grosse Beachtung zu schenken. So können viele Enttäuschungen vermieden werden.
Reden Sie als Erstes mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin über Ihre Erwartungen und Vorstellungen. Denken Sie bei der Planung vom Kind her. Ob Sie eine Reise vorhaben oder Ferien vor Ort wählen – das Wohl des Kindes und seine Bedürfnisse müssen im Vordergrund stehen. Nur so erleben auch die Eltern erholsame Ferien ohne dauernden Stress mit einem unzufriedenen, quengelnden Kind.
Kleine Kinder reagieren oft empfindlicher als Erwachsene auf Klimawechsel und Nahrungsumstellungen. Längere Anreisen sowie zusätzlich empfohlene Impfungen können für sie belastend sein. Beziehen Sie dies ein, wenn Sie das Ferienziel auswählen. Von vielen und schnell wechselnden Eindrücken sind kleine Kinder rasch überfordert. Nehmen Sie es deshalb gemächlich, planen Sie für alles genügend Zeit und regelmässige Pausen ein.
Der elterliche Wunsch nach einem Tapetenwechsel ist sehr verständlich, aber oft sind unspektakuläre Ferien am erholsamsten. Kleine Kinder sind bescheiden. Ferienglück bedeutet für sie, dass die Eltern Zeit haben, in entspannter Stimmung sind. Spielmöglichkeiten in der Natur sind ideal für kleine Kinder, denn sie ermöglichen Aktivitäten ohne ständige Verbote und Einschränkungen und tragen ihrem grossen Bewegungsdrang Rechnung.
Überlegen Sie sorgfältig, welche Art von Unterkunft Ihnen am meisten zusagt. Lassen Sie sich nicht von noch so schönen Prospekten verleiten, sondern klären Sie ab, ob Kinder willkommen sind. Ferien im Hotel, in der Ferienwohnung, in Jugendherbergen, auf Zeltplätzen, auf Bauernhöfen – es gibt unzählige Möglichkeiten. Warum nicht einmal etwas Neues ausprobieren? Vielleicht mit anderen Familien zusammen? Die Kinder freuen sich bei gemeinsamen Ferien über Spielkameradinnen, Spielkameraden, und die Erwachsenen können sich so die Kinderbetreuung teilen.