Un bimbo dipinge con pennello e acquerelli.

Spuren hinterlassen: malen und zeichnen

Drei Jahre und neun Monate

Kleine Kinder sind gerne mit Farbstift, Pinsel und Papier kreativ. Sie drücken damit Gefühle und Erlebnisse aus.

Können Sie sich an die ersten «Kritzel»-Zeichnungen Ihres Kindes erinnern, die einmal Papa, einmal «Miau» und dann wieder Mama waren? Diese ersten Spuren entstanden zu Beginn ganz willkürlich, aus der Freude an der Bewegung und der Faszination, etwas Eigenständiges, Sichtbares zu produzieren.

Bildnerisches Gestalten bedeutet aber für die Entwicklung eines Kindes noch viel mehr. Ein Kind malt das, was es fühlt, was es denkt, was es erlebt, was ihm wichtig ist. Das widerspiegeln auch die so genannten «Kopffüssler», die sich aus den verschiedensten Kritzelformen, aus Kreuz und Kreis entwickeln. Mit diesen einfachen Zeichen begann Ihr Kind seine wichtigsten Menschen darzustellen: Vater, Mutter, Geschwister und natürlich sich selbst.







Illustration Kind hat ihre Eltern und sich selbst gezeichnet

Der Bewegungsradius Ihres Kindes vergrössert sich laufend und damit auch die erlebbare Umwelt. In den Zeichnungen werden Sie diese wiederfinden: eine Blume, ein Haus, einen Baum, ein Tier, ein Auto und so weiter. Ihr Kind bildet in seinem Alter seine Welt so ab, wie es sie gefühlsmässig erlebt, und nicht, wie es sie sieht. Wieso zeichnet Hannah wohl einen Hund mit acht Beinen? Ganz einfach, weil sie einen Hund darstellen wollte, der ganz schnell rennt! In den Zeichnungen können manche kleine Dinge ganz gross sein und grosse ganz klein – je nachdem wie wichtig sie sind. Kinder brauchen Farben und Formen, um Erlebtes, Gesehenes oder Gefühle auszudrücken. Was und wie sie wahrnehmen und auf welche Art und Weise das Wahrgenommene dargestellt wird, ist von Kind zu Kind verschieden. Daher sollten Eltern Kinder auch nicht miteinander vergleichen, Gezeichnetes bewerten oder «richtig» vorzeichnen.







Illustration Vater versucht die Zeichnung des Kindes zu erraten

Wachsende Ansprüche

Da Ihr Kind mit zunehmendem Alter die Welt immer differenzierter wahrnimmt, wird es mit der Zeit höhere Ansprüche an seine eigenen Zeichnungen stellen. Ein Auto muss dann wirklich wie ein Auto aussehen. Wenn das nicht gelingt, kann die Wut oder Verzweiflung so gross sein, dass Ihr Kind plötzlich nicht mehr zeichnen möchte. Hier sind Ihre Anteilnahme und Ermutigung ganz besonders wichtig. Ein Gespräch zwischen Ihnen und Ihrem Kind könnte zum Beispiel so verlaufen: «Du bist mit deinem Auto unzufrieden? Es ist auch schwierig, eines zu zeichnen. Komm, wir schauen uns zusammen verschiedene Autos an. Einige Teile brauchen alle Autos wie zum Beispiel vier Räder, aber dennoch sieht jedes Auto anders aus, weil es ganz verschiedene gibt: grosse und kleine, eckige und runde, rote und gelbe.»

Helfen Sie Ihrem Kind, seine vielfältige innere Gefühlswelt zu erhalten und sie angereichert mit ganz viel Fantasie und Kreativität in Bildern sprechen zu lassen. Um es in den Worten vom «Kleinen Prinzen» auf den Punkt zu bringen: «Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.»

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