Fünf Jahre und sechs Monate
Kinder sollten sich mindestens eine Stunde pro Tag bewegen. Sport wirkt sich positiv auf die körperliche Entwicklung aus und trägt zur psychischen Gesundheit bei.
Für die körperliche, psychische und soziale Entwicklung brauchen Kinder genügend Bewegung. Erlebt Ihr Kind Bewegung als etwas Positives, erhöhen sich die Chancen, dass es auch im Jugend- und Erwachsenenalter sportlich aktiv bleibt. Dass Sport sich auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirkt, ist längst erwiesen, doch Sport beeinflusst auch die psychische Gesundheit, die Schulleistungen und fördert das Einfügen in eine Gruppe.
Als Familie tragen Sie entscheidend dazu bei, dass Ihr Kind sich den Spass an Bewegung bewahren kann und körperliche Aktivitäten zur Gewohnheit, statt zur lästigen Pflicht werden. Legen Sie Zeitinseln fest, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Kinder orientieren sich an vertrauten Personen, ahmen Verhaltensweisen nach und verinnerlichen Gewohnheiten, die sie in der Kindheit erworben haben.
Gestalten Sie die Umgebung zu Hause, im Garten, in den Ferien so, dass Ihr Kind seinen Bewegungsdrang ausleben kann. Es macht Spass, Purzelbäume zu schlagen, durch Röhren zu kriechen, einen Wiesenhang hinabzurollen, über Mauern zu balancieren, eine Strickleiter hinaufzuklettern oder herumzuturnen.
Schaffen Sie die entsprechenden Rahmenbedingungen und ermöglichen Sie Ihrem Kind auf diese Weise vielfältige und eigene Bewegungserfahrungen. Fördern Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes, ermutigen Sie es, neue Bewegungserfahrungen zu wagen und schränken Sie es nicht durch allzu grosse Ängstlichkeit ein.
Sorgen Sie für einen bewegungsreichen Alltag: Gehen Sie oft zu Fuss, um kleinere Besorgungen zu erledigen. Legen Sie ungefährliche Strecken zusammen mit Ihrem Kind mit dem Fahrrad zurück. Steigen Sie Treppen hoch, anstatt den Lift zu nehmen und lassen Sie Ihr Kind den Kindergartenweg, wenn möglich, mit Gleichaltrigen zurücklegen. Unternehmen Sie zwischendurch eine Joggingrunde mit der Familie und gestalten Sie den Sonntagsspaziergang mit Spielen, Rätseln oder einem Picknick reizvoller.
Aussagen wie: «Wir fahren jetzt mit dem Velo, weil das gesünder ist», verstehen Kinder nicht recht. Für Ihre Tochter oder Ihren Sohn ist Gesundheit ein zu abstrakter Begriff. Betonen Sie lieber positive Empfindungen wie: Lass uns draussen in der Sonne spielen! Oder: Meine Beine sind ganz unruhig, ich möchte endlich über die Wiese rennen. Je natürlicher Bewegung in den Alltag einfliesst, umso selbstverständlicher wird sie.
Vielleicht ist Ihr Kind von einer Sportart fasziniert, die es ausprobieren möchte. Helfen Sie Ihrem Sohn, Ihrer Tochter dabei, ein passendes Training, einen Sportverein oder ein Angebot im freiwilligen Schulsport auszuwählen. Achten Sie darauf, was in der Nähe angeboten wird, damit Ihr Kind die Trainingsstunden möglichst selbstständig besuchen kann. Machen Sie Ihr Kind auch darauf aufmerksam, dass es vielleicht Phasen gibt, die etwas Durchhaltewille erfordern.
Obwohl es wichtig ist, dass Ihr Kind frei wählen und nach seinen Vorlieben entscheiden darf, sollten Sie sich bewusst sein, dass die Wahl der Sportart sich auf das Familienleben auswirken kann. Unter Umständen werden Sie in den nächsten Jahren durch Fahrdienste oder die Begleitung an Sportanlässe zeitlich beansprucht. Möglicherweise werden die Wochenenden durch Trainingsanlässe, Turniere oder Matches verplant, was die Freizeitgestaltung der Familie erschwert. Prüfen Sie im Vorfeld auch, welche Kosten anfallen und ob es finanziell immer noch tragbar ist, wenn die Geschwister ebenfalls sportlich aktiv sein möchten.
Kinder bewegen sich in einem Wechselspiel zwischen Familie, Schule und Freizeit. Aus gesundheitlicher Sicht sollten sich Schulkinder zusätzlich zu den Alltagsaktivitäten täglich mit einer mittleren bis hohen Intensität bewegen. Aktivitäten, bei denen man etwas ausser Atem gerät, wie beispielsweise zügiges Gehen, Velofahren, Spielen in der Natur oder auf dem Spielplatz, weisen eine mittlere Intensität aus. Zu den Aktivitäten mit hoher Intensität zählen Rennen, Biken, Schwimmen, Ballspiele. Diese bewegungsintensiven Sportarten sind schweisstreibend und beschleunigen die Atmung. Im Sportunterricht, bei Schulaktivitäten, auf dem Schulweg, zu Hause mit Familienangehörigen und in der Freizeit mit Freunden sollte es für Ihre Tochter, Ihren Sohn zahlreiche Möglichkeiten geben, sich unterschiedlich zu verausgaben.