Un gruppo di bimbi e l’educatrice alle prese con la musica all’asilo.

Kinder in betreuten Gruppen

Drei Jahre und sechs Monate

Geht Ihr Kind neu in eine (andere) Kita oder in die Spielgruppe? Manchen Kindern fällt der Eintritt in eine Gruppe leichter, anderen schwerer. Tipps für die Eingewöhnung und für ein gelungenes Miteinander.

Viele Kinder verbringen einen Teil oder Grossteil der Woche in einer betreuten Gruppe. Sie werden beispielsweise zu Hause betreut und besuchen eine Spielgruppe oder sie sind als familienergänzende Betreuung in einer Kindertagesstätte oder einem Hort untergebracht. In einigen Gruppen begegnen sich eher Gleichaltrige, in anderen ist das Alter der Kinder unterschiedlich.

Das Gruppenleben bietet Ihrem Kind einen Freiraum, in dem es seinen Tatendrang vielseitig ausleben kann und wichtige Gemeinschaftserfahrungen macht: Zusammen wird gegessen, gespielt, gebastelt, gezeichnet, gesungen, getanzt, gebalgt, gestritten und gekämpft.







Illustration Kinder streiten und kämpfen

Langsame Ablösung üben

Im sicheren, überschaubaren Rahmen der Gruppe kann Ihr Kind die langsame Ablösung von seinen engsten Bezugspersonen üben, Beziehungen zu neuen erwachsenen Bezugspersonen aufbauen und Kontakte zu Kindern mit anderen Eigenheiten und Eigenschaften knüpfen. Im gemeinsamen Spiel erweitert Ihr Kind seine handwerklichen, sprachlichen und sozialen Fähigkeiten und dementsprechend auch seinen ganz persönlichen Erlebnisbereich.

Mit dem Gruppeneintritt setzt Ihr Kind einen Meilenstein auf seinem Weg in die Selbstständigkeit. Ihr Vertrauen, Ihre Zuversicht und Vorfreude bestärken es auf diesem Weg.

Eine gut betreute Gruppe

Die Qualität einer organisierten Gruppe ist für das Wohlergehen des Kindes von entscheidender Bedeutung. Daher lohnt es sich, bei der Wahl der Gruppe genau hinzusehen. Hören Sie sich um oder machen Sie, bevor Sie sich entscheiden, einen Besuch in der Spielgruppe oder der Kindertagesstätte, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Informieren Sie sich über folgende Punkte:

  • Wie gross ist die Gruppe?
  • Wie ist die Gruppe zusammengesetzt, nach Alter, Geschlecht?
  • Wie viele Betreuungspersonen kümmern sich um die Kinder? Wie sieht der Betreuungsschlüssel aus?
  • Wie sind die Betreuungspersonen ausgebildet?
  • Welche Betreuungszeit wird angeboten?
  • Welche Spielmöglichkeiten haben die Kinder?
  • Ist Spielen auch im Freien möglich?
  • Welches Mitspracherecht haben Väter und Mütter?
  • Was passiert, wenn das Kind krank ist?

Mitentscheidend sind vor allem auch Ihre persönlichen Bedürfnisse:

  • Befindet sich die Gruppe in der Nähe Ihres Zuhauses oder Ihres Arbeitsplatzes?
  • Entsprechen die Art der Gruppenführung und der Umgang mit den Kindern Ihren Vorstellungen?

Weiterführende Infos finden Sie beim Verband Kinderbetreuung Schweiz kibesuisse.

Altersgemischte Gruppen

Ist eine Kindergruppe aus älteren und jüngeren Kindern zusammengesetzt, so können beide Altersstufen wichtige Erfahrungen machen. Die Älteren üben sich in Fürsorge, Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen und können stolz darauf sein, schon etwas «weiter» zu sein. Für die jüngeren sind ältere Kinder ein Vorbild, von dem man viel Neues lernen kann. Durch Beobachten, Imitieren und nicht zuletzt im gemeinsamen Spiel entstehen vielfältige gegenseitige Anregungen.

Eingewöhnung

Tritt ein Kind neu in eine Gruppe ein, so verlangt das von ihm eine sehr hohe Anpassungsleistung. Es geht ihm dabei nicht anders als uns Erwachsenen, wenn wir zum Beispiel eine neue Stelle antreten. Können Sie sich an einen solchen «ersten Tag» erinnern? Wie haben Sie sich dabei gefühlt? Hin- und hergerissen zwischen Neugier und Anspannung? Ihrem Kind ergeht es nicht anders! Alles ist neu, alles ist fremd und es gibt weder einen vertrauten Rockzipfel noch ein bekanntes Hosenbein. Es gilt, die Gruppenleiterin mit allen Kindern zu teilen. Häufig beschäftigen die Neueintretenden auch noch die folgenden Fragen: «Wer ist nun für mich da, wer hilft mir und wer tröstet mich?» – «Was macht Mama jetzt wohl gerade? Arbeitet sie noch oder ist sie schon auf dem Heimweg? Ist Papa gerade am Einkaufen oder im Büro?»

Nehmen Sie die Gefühle Ihres Kindes ernst und zeigen Sie viel Fingerspitzengefühl bei seinem Eintritt in eine neue Welt.

  • Ein Schnupperbesuch ermöglicht Ihrem Kind, sich bereits mit der Gruppenleiterin oder dem Gruppenleiter vertraut zu machen und sich ein Bild vom Gruppenraum zu verschaffen. Erkundigen Sie sich bei dieser Gelegenheit bei der Leitung, wie sie die Eingewöhnungsphase vorgesehen hat.
  • Gehen Sie den «ersten Tag» in aller Ruhe an. Zeitdruck und Hetze erschweren den Übergang.
  • Planen Sie ausreichend Zeit für die Eingewöhnung Ihres Kindes ein; ein Kind braucht dafür mehr, ein anderes weniger Zeit.
  • Ein vertrautes «Gspänli», der Teddy, das Bäbi oder das «Nuschi», machen Mut und erleichtern den Schritt über die «Gruppen-Schwelle». Sehr hilfreich ist auch, etwas mitzunehmen, das an Mutter oder Vater erinnert. Zum Beispiel der Schal, der so wunderbar nach Mama duftet oder Papas Schlüsselanhänger, der sich gut anfühlt in der Hosentasche.– Beides verkörpert ein Stück Vertrautheit in einer neuen, fremden Welt.
  • Bleiben Sie zu Beginn bei Ihrem Kind, bis es sich wohlfühlt und Vertrauen zu der Bezugsperson und den anderen Kindern gefasst hat. Braucht Ihr Kind eine längere Angewöhnungszeit und möchte es unbedingt, dass Sie dableiben, so sprechen Sie sich darüber mit der Leitung ab.
  • «Schleichen» Sie nicht heimlich davon. Verabschieden Sie sich richtig und drücken Sie Ihrem Kind gegenüber aus, wie sehr Sie sich mit ihm über seine neu gewonnene Welt freuen.
  • Falls das «Adieu sagen» sehr schwerfällt, könnte es einen Versuch wert sein, wenn statt Mama oder Papa eine andere vertraute Person das Kind in die Gruppe bringt.
  • Vergessen Sie nicht, dass Schwierigkeiten nicht nur bei einem Gruppeneintritt auftreten können, sondern auch zu einem späteren Zeitpunkt, bei anderen für Ihr Kind belastenden Umständen. So kann Ihrem Kind die Trennung von Ihnen zum Beispiel nach der Geburt eines Geschwisterchens oder nach einem Wohnortswechsel grosse Mühe bereiten. Vertrauen Sie sich zu jeder Zeit und in jeder Situation der Bezugsperson an, so dass Sie gemeinsam das (Wieder)Einleben verständnisvoll und sorgfältig begleiten können.

Herr Angsthase und Frau Gernegross

Es gibt Kinder, die brauchen in einer neuen Gruppe lange Zeit, bis sie am Gruppengeschehen aktiv teilnehmen oder die erste Annäherung an ein anderes Kind wagen. Zuerst einmal wird alles aus Distanz beobachtet, um sich dann schrittweise an Neues heranzutasten. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind mehr Zeit braucht, bis es «richtig» mitmacht. Jedes Kind ist anders und zeigt in der Begegnung mit Menschen ein anderes Verhalten.

Es kann sein, dass sich Ihr Kind in der neuen Gruppe ganz anders verhält als zu Hause. Hat Ihr Kind Geschwister, so ist es vermutlich erstaunt darüber, dass eingespielte Muster plötzlich nicht mehr funktionieren. Rolle und Rang sind auf einmal in Frage gestellt – das Ältere ist zum Beispiel plötzlich das Jüngste in der Gruppe. Vielleicht ist Ihr kleiner «Gernegross» erstaunlich zurückhaltend und schüchtern, Ihre kleine «Angsthäsin» ganz aufgeweckt und übermütig? Ihr Kind bewegt sich nun in einer gänzlich anderen Umgebung, in der nicht dieselben Regeln gelten wie zu Hause. Es muss sich erst einmal orientieren und Verhaltensmuster suchen, die ihm helfen, seinen Platz zu finden.







Illustration Kinder in betreuten Gruppen.

Kinder folgen ihren Gefühlen und zeigen ihre Vorliebe oder Abneigung offen, direkt und ehrlich: Sie zeigen, wen sie mögen, und weisen diejenigen, die sie nicht mögen, oft schroff und hart ab. Für das einzelne Kind kann es zu Wechselbädern von Glücksgefühlen und Enttäuschungen kommen. Das ist nicht immer leicht zu verdauen. Schnell ist man in einem solchen Moment dazu geneigt, die direkte Art eines Kindes als frech oder gar unangemessen zu beurteilen. Kinder sind aber einfach so, von Natur aus!

Offenheit und Respekt

In einer Gruppe begegnet Ihr Kind anderen Kindern, die in ihrem Verhalten, in ihrer Sprache, in ihrer Kultur, in ihrem Aussehen anders sind. Im täglichen Miteinander lernen Kinder, respektvoll und freundschaftlich miteinander umzugehen.

Kinder, besonders kleine, sind unvoreingenommen und neugierig. Sie stellen Fragen, offen und direkt, und sie reagieren ebenso offen und direkt. Weder kennen sie Vorurteile, noch Diskretion, noch falsche Hemmungen. Auch gegenüber ausländischen Kindern und Kindern mit Behinderung verhalten sich junge Kinder meist unkomplizierter und sind mit weniger Vorurteilen behaftet als manche Erwachsenen. Sie machen keinen Unterschied zwischen Herkunft, Kultur und Religion und schätzen die Bereicherung, verschiedenste Menschen kennenzulernen und diese Kontakte zu pflegen.

Als Eltern können Sie diese Offenheit auch bei Ihrem Kind fördern. Stärken Sie seine unvoreingenommene Haltung. Leben Sie selbst eine tolerante Lebenseinstellung vor. Bleiben Sie offen, neugierig und vermeiden Sie abfällige Bemerkungen über das Aussehen anderer oder sich selbst. Jeder Mensch ist einzigartig. So lernt Ihr Kind offen, liebevoll und respektvoll mit andern und sich selbst umzugehen. Und Sie lernen mit ihm mit.

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