Un bimbo piccolo durante una crisi di capricci.

Ich bin «ICH»!

Zwei Jahre

Ihr Kind wird immer eigenständiger und beginnt, seine Selbstständigkeit zu testen. Gefühle ändern schnell, und verschiedene Situationen können einen Wutausbruch auslösen.

Je älter Kinder werden, desto mehr erkennen sie, dass sie eigenständige Persönlichkeiten sind:

  • Ihr Kind merkt, dass sein Körper, seine Gedanken, seine Bedürfnisse ihm ganz allein gehören. Es kann selber etwas in Angriff nehmen und lernt immer besser, seine eigenen Fähigkeiten einzuschätzen. Versucht ein Einjähriges noch ohne weiteres, ein riesiges Paket herumzutragen, erkennt ein Zweijähriges vielleicht schon, dass dies seine Möglichkeiten übersteigt.

  • Ihr Kind lebt zunehmend sein Leben, das mit Ihrem zwar noch eng verbunden ist, aber nicht mehr so eng wie noch vor ein paar Monaten. Es entdeckt sich selbst und gleichzeitig auch die anderen Menschen. Es erlebt seine Empfindungen wie zum Beispiel Stolz, Verlegenheit oder Schuld bewusster. Dadurch kann man dem Kind besser erklären, was andere im Moment fühlen. Helfen, trösten oder neidisch sein, wird damit erst möglich.

  • Ihr Kind wird immer eigenständiger und lässt sich nicht mehr so leicht leiten. Da es nun auf eigenen Beinen steht und sich zunehmend mit Hilfe der Sprache verständigen kann, beginnt es bewusst, seine Selbstständigkeit zu testen. Es lernt zwischen «ich» und «du», «mein» und «dein» zu unterscheiden. Meist nennen Kinder sich selber am Anfang des dritten Lebensjahres noch mit ihrem Vornamen. Doch mit der Zeit wird auch Ihr Kind häufiger in der Ich-Form von sich sprechen. Damit beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Häufig sind nun Worte aus dem Kindermund zu hören wie: «Ich will», «Ich habe», «Ich mache» oder «Nein, will nicht». Es möchte jetzt seine Bedürfnisse intensiver und öfter durchsetzen. Diese stärkere Willens- und Entscheidungskraft eröffnet dem Kind nicht nur eine grössere Unabhängigkeit: Es stösst vermehrt auch an die Grenzen seiner Umgebung. Dies löst Konflikte aus und führt zu Spannungen.

Vom Auf und Ab der Gefühle

Kleine Kinder drücken ihre Gefühle viel direkter und spontaner aus als wir Erwachsenen. Mit zwei Jahren zeigen sie sehr ausgeprägt, dass sie sich freuen, fröhlich und lustig sind – aber auch, wenn sie sich verärgert, verstimmt oder traurig fühlen. Die Stimmungen wechseln schnell, oft von Minute zu Minute. An den Wimpern hängt noch eine dicke Träne, und schon lacht Ihr Kind wieder. Auch die gute Laune kann von einem Moment zum andern ins Gegenteil umschlagen, besonders wenn Ihr Kind müde oder krank ist.

Wenn Ihr Mädchen oder lhr Junge hemmungslos weint und untröstlich scheint, nehmen Sie das «Häufchen Elend» in die Arme! Bedrängen Sie das Kind nicht zu sehr, Ihnen zu sagen, was es bewegt. In diesem Alter kann es seine Gefühle noch nicht gut in Worte fassen.

Eben noch war Elena ganz vergnügt damit beschäftigt, ihren Holzzug zusammenzusetzen. Ein verklemmtes Teil setzt diesem Spiel ein jähes Ende. Wütend darüber, dass sie dieses Teil nicht zusammenbringt, wirft sie alles von sich und brüllt wie am Spiess. Zwischen 18 Monaten und drei Jahren treten bei den meisten Kindern Trotzanfälle auf. Wir haben hier bereits davon gesprochen. Geht etwas nicht nach dem Willen des Kindes, weint oder schimpft es schnell. Das ist nicht ganz einfach, aber zur Entdeckung des Eigensinns und zur Entwicklung des eigenen Willens gehört es nun mal, eine eigene Meinung zu haben und seine Interessen zu vertreten.







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Erfolge und Misserfolge wechseln sich ab

Die Phase, die auch Autonomiephase genannt wird, ist keine absichtliche Provokation der Eltern oder Betreuungspersonen, sondern für Kinder eine Zeit im Zwiespalt zwischen Können und Noch-nicht-Können, zwischen Wollen und Nicht-Wollen. Dabei wechseln sich Erfolge und Misserfolge ab.

David darf mit seinem Vater einkaufen. In der Bäckerei erlaubt ihm sein Vater, sich etwas auszusuchen. Zwischen so vielen guten Sachen eine Wahl zu treffen, ist für David in diesem Moment eine Überforderung. Am liebsten hätte er gleich drei Sachen: ein Stück Kuchen, ein Gipfeli und den Schoggistängel. Aber er darf ja nur etwas aussuchen und muss sich entscheiden … In diesem Zwiespalt gerät er in eine grosse Verzweiflung. Frustriert und verwirrt entzieht er sich der Situation, indem er sich weinend mitten im Laden auf den Boden wirft. Für Erwachsene ist es in solchen Situationen schwierig, die Gefühle des Kindes zu verstehen.

Sie wollten dem Kind doch bloss eine Freude bereiten, und nun ist es ausser sich. Eine mögliche Lösung wäre, Ihrem Kind von Anfang an zwei, drei Sachen vorzuschlagen, aus denen es sich etwas aussuchen darf.

Vieles kann einen Wutanfall auslösen

Auslöser für einen Wutanfall kann der Stuhl sein, der am falschen Ort steht und nicht zu verschieben ist. Oder die Trinkflasche, die sich nicht öffnen lässt. Solche Szenen sind an der Tagesordnung. Dass nicht alles machbar ist, dass nicht alles funktioniert, was funktionieren sollte, dass es nicht alles bekommen kann, was es will, bringt ein Zweijähriges immer wieder aus dem inneren Gleichgewicht und zur Verzweiflung. Es stösst an Grenzen, es fühlt sich überfordert.

Das Ausmass und die Häufigkeit von Trotzreaktionen sind von Kind zu Kind verschieden. Es kann sogar passieren, dass Ihr Kind Ihnen in seiner Wut einen Tritt ans Schienbein gibt. Versuchen Sie, solche Attacken nicht persönlich zu nehmen. Schlagen Sie nicht zurück, aber geben Sie Ihrem Kind deutlich zu verstehen, dass es mit seinem Tritt eine Grenze überschritten hat. Kinder brauchen Jahre, bis sie mit ihren Frustrationen, mit Verzicht und mit Grenzen umgehen können. Einzelne Kinder reagieren mit Affekt­ oder Weinkrämpfen: Ein Kind weint aus Trotz oder weil es sich angeschlagen hat, holt keine Luft, bis es blau anläuft oder ohnmächtig wird. Der Körper kann dabei erschlaffen. Nach wenigen Sekunden atmet es wieder normal. Diese Anfälle haben nichts mit Epilepsie zu tun, sollten aber mit der Ärztin, dem Arzt besprochen werden.

Trotzen gehört zur normalen Entwicklung und dauert je nach Kind unterschiedlich lange. Mit ihren Ausbrüchen zeigen kleine Persönlichkeiten ihre innere Verunsicherung: Sie wollen auf eigenen Füssen die Welt erkunden. Und doch fällt es ihnen schwer, sich aus der Sicherheit spendenden Geborgenheit der Eltern zu lösen.

Weder «brav» noch «böse», sondern normal!

Ihr Kind muss jetzt viel «üben». Hundertmal am Tag hören Sie wohl «Nein» und «Will nicht!». Das macht es nicht, um Sie zu ärgern, sondern weil kleine Menschen auf diese Art ihre Persönlichkeit entwickeln. Wem oder was würde es nützen, das Kind zu bestrafen, damit es lernt, zu gehorchen? Es nützt auch nichts, Entschuldigungen zu erzwingen, wenn es «nicht gehorcht». Es verhält sich so, weil dies zu seiner Entwicklung gehört. Möglichkeiten und Grenzen müssen erprobt werden. So kommt es, dass Ihr Kind bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit «Nein» sagt, dass es weggeht, wenn Sie es rufen, dass es keinen Hunger hat, wenn es essen sollte und so weiter.







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Häufiger kann es nun auch in der Öffentlichkeit, beim Einkaufen und im Tram, Bus oder Zug zu einer Trotzreaktion des Kindes kommen. Vielleicht spüren Sie in solchen Situationen die ungehaltenen Blicke der Mitmenschen auf sich ruhen, oder Sie hören sogar Leute, die meinen, sie müssten einen Kommentar oder einen Ratschlag abgeben. In dieser ohnehin schwierigen Situation wird man dann zusätzlich nervös, verliert den nötigen Bezug zum Kind und beginnt (obwohl man vielleicht gar nicht möchte) zu schimpfen, was die Sache meist verschlimmert.

Grenzen setzen

Fantasie, Flexibilität, Einfühlungsvermögen und Verständnis sind im Alltag mit eigensinnigen und eigenwilligen Kleinkindern gefragt. Das heisst aber nicht , dass Sie gegenüber Ihrem Kind jederzeit nachgeben sollten: Es will ja seinen Willen ausprobieren und herausfinden, wie weit es gehen kann. Es lernt dabei sich und seine Fähigkeiten kennen. Gleichzeitig prüft es aber auch die Eltern und den Widerstand, den diese ihm entgegensetzen. Grenzen geben Ihrem Kind Sicherheit. So lernt es, sich in die Gemeinschaft einzuordnen. Nehmen Sie also die Herausforderungen Ihres Kindes ernst, lachen Sie es nicht aus und lassen Sie sich nicht provozieren. Setzen Sie Grenzen, wo sie nötig und vernünftig sind. Liefern Sie sich keine zermürbenden Machtkämpfe.

Wann braucht es Grenzen?

  • In gefährlichen Situationen, wenn das Kind sich oder andere Kinder verletzen könnte.

  • Wenn Sie Dinge schützen möchten, die wertvoll oder für Kinderhände ungeeignet sind.

  • Wenn Sie sich nicht nach dem Kind richten können oder wollen. Das Kind muss Ihre Bedürfnisse und Gewohnheiten respektieren lernen.

Erlebt Ihr Kind, dass seinem Tun und Handeln Grenzen gesetzt werden, kann dies zu Frustrationen führen. Wenn Sie aber aus Angst vor einem Wutanfall lieber keine Grenzen setzen, wird es wichtige Erfahrungen nicht machen können. Frustrationen gehören zum Leben aller Menschen und damit auch zu dem Ihres Kindes. Als Eltern müssen Sie die daraus resultierenden Reaktionen mittragen und aushalten, was nicht immer einfach ist.







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Auseinandersetzungen überdenken und entschärfen

  • Versuchen Sie, sich zu vergegenwärtigen, wann und wo das Kind seinen eigenen Willen durchsetzen will, und vor allem, was dazu geführt haben könnte. Dank solcher Beobachtungen können Sie möglicherweise kritische Momente feststellen und diesen vorbeugen. Sie können zum Beispiel am Tagesablauf etwas verändern oder gewisse Spielsachen wegräumen, wenn Sie merken, dass Ihr Kind damit überfordert ist.

  • Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden, hilft manchmal, Auseinandersetzungen zu vermeiden. Muss der Teller leer gegessen werden? Müssen Kleider immer sauber sein? Müssen die Socken richtig angezogen werden? Ist denn das alles wirklich so wichtig? Stört es die anderen Leute tatsächlich, wenn ein Zweijähriges laut spricht oder singt? Viele freuen sich darüber! Machen Sie sich in einem ungestörten Moment Gedanken darüber, was wirklich wichtig und wesentlich ist. Und zwar nicht für die anderen, sondern für Sie und Ihre Familie.

  • Kleinen Kindern fällt es schwer, schnell von einer Beschäftigung zur anderen zu wechseln. Lassen Sie Ihrem Kind – wo immer möglich – genügend Zeit, zum Beispiel, um mit Spielen aufzuhören, weil Sie essen möchten.

  • Tobende kleine Menschen sind darauf angewiesen, dass wenigstens die Grossen in einem so kritischen Moment Ruhe bewahren. Bleiben Sie bei Ihrem Kind und warten Sie wenn möglich, bis der Sturm sich gelegt hat. Vielleicht braucht es Trost und Geborgenheit von Ihnen. Wenn Sie merken, weshalb Ihr Kind so verärgert ist, können Sie seiner Situation Verständnis entgegenbringen: «Ich verstehe, dass es dich wütend macht, weil dieses Teil verklemmt ist. Komm, wir versuchen, es zu reparieren.» Ermuntern Sie Ihr Kind, weiterzumachen und nicht aufzugeben. Bieten Sie ihm Ihre Hilfe an, um gemeinsam eine Lösung zu suchen.

  • Einkäufe können nervenaufreibend sein, wenn Kinder quengeln, sich langweilen, die Gestelle ausräumen, sich auf den Boden werfen, weil Mama oder Papa nicht das einkaufen, was das Kind sich wünscht, oder wenn sie gar für kurze Zeit «verloren» gehen. Wie wäre es, wenn Sie Ihr Kind in den Einkauf einbeziehen? Machen Sie einen zweiten Einkaufszettel mit zwei, drei Bildern. Ihr Kind darf die abgebildeten Dinge selber aus dem Gestell nehmen und in den Einkaufswagen legen. Auch toll sind kleine Einkaufswagen, die man immer öfter in Supermärkten findet. Damit kann das Kind die Erwachsenen imitieren und helfen, den Salat oder das Joghurt zur Kasse zu bugsieren.

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