Un bambino piccolo a tavola con il viso tutto sporco.

Guten Appetit

Ein Jahr und vier Monate

In vielen Familien führt das Thema «Essen» zu Ärger oder regelrechten Dramen. Dabei ist das gemeinsame Essen oft der einzige Moment des Tages, wo sich alle Familienmitglieder treffen.

Ein kleines Kind am Tisch bringt Leben in die Runde – viel Leben! Da gibts Flecken und Spritzer, da fällt ein Teil des Essens zu Boden. Übungsversuche mit Becher und Löffel sind noch nicht immer von Erfolg gekrönt. Dies wiederum hat vielleicht Wutanfälle zur Folge. Hilfestellungen werden mit Protestgeschrei beantwortet und als Übergriff auf die eigene Selbstständigkeit empfunden. Greifen Sie nicht zu schnell ein. Viele Kinder können mit eineinhalb Jahren schon recht gut mit dem Löffel umgehen. Voraussetzung ist, dass Ihnen viel Gelegenheit zum Üben gegeben wurde.

Überlegen Sie, wie Sie dem Kind das Essen am besten vorbereiten. Je nach Nahrungsmittel können Sie es in mundgerechte Stücke schneiden oder zum Abbeissen anbieten. Hilfe ist angebracht, wenn das Kind noch nicht so geschickt ist, sich ohne Unterstützung satt zu essen.







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So wird das Essen entspannter

Bis es ohne Kleckserei und Geschmiere geht, wird es noch eine Weile dauern. Mit abwaschbaren Möbeln und einer Unterlage unter dem Tisch ist das nur halb so schlimm. Versuchen Sie, die gute Laune zu bewahren und sich die eigene Freude am Essen nicht nehmen zu lassen.

Das Kind muss nicht die Hauptperson am Esstisch sein, sollte aber wie die Erwachsenen ins laufende Gespräch und Geschehen miteinbezogen werden. Das gemeinsame Essen verläuft in der Regel umso entspannter, je weniger sich die Eltern auf das Essverhalten des Kindes konzentrieren, dieses kommentieren, Anweisungen geben oder gar eingreifen.

Zu wenig oder zu viel?

Anlass zu Problemen und eigentlichen «Machtkämpfen» ist häufig die Menge der aufgenommenen Nahrung. Da sind Eltern und Kinder oft verschiedener Meinung!

Messen Sie diesem Thema keine allzu grosse Bedeutung bei. Kein gesundes Kind verhungert freiwillig. Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Kind das zu sich nimmt, was es braucht. Viele Kinder haben im zweiten Lebensjahr weniger Appetit als im ersten. Das ist normal.

Die Menge der benötigten Nahrung ist von Kind zu Kind ebenfalls sehr verschieden. Da gibt es die Viel- und Allesesser genauso wie diejenigen, die sich von Luft zu ernähren scheinen. Vielleicht isst Ihr Kind wenig, weil es zwischendurch immer wieder mal naschen darf. Manche Kinder verwerten die aufgenommene Nahrung sehr gut und essen deshalb wenig.







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Neue Nahrungsmittel anbieten

Der Appetit des Kindes ist nicht jeden Tag gleich gross, und auch der Geschmack verändert sich stetig. Geben Sie Ihrem Kind daher immer wieder die Gelegenheit, neue Nahrungsmittel zu probieren, um sein Geschmacksempfinden zu erweitern.

Wenn es regelmässig und ohne Zwang etwas kostet, das es noch nicht kennt, wecken Sie seine Freude am Entdecken von anderen Geschmacksrichtungen. Haben Sie aber auch Verständnis, wenn Ihr Kind nicht so gerne Neues probiert.

Lassen Sie sich bei Unsicherheiten, welche die Ernährung Ihres Kindes betreffen, von der Mütter- und Väterberaterin oder der Ärztin, dem Arzt beraten. Diese können Ihnen mit der Grössen-und-Gewichts-Kurve einen guten Überblick über das Gedeihen Ihres Kindes verschaffen.

Vom Aufessen

Kleine Kinder spüren sehr genau, wann sie satt sind. Vertrauen Sie auf dieses Gefühl und respektieren Sie es. Zwingen Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn nicht, alles aufzuessen. Am besten schöpfen Sie zunächst nur wenig – Ihr Kind kann später noch mehr verlangen. Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter bestimmte Speisen überhaupt nicht mag, lassen Sie diese für ein Weilchen beiseite. Vermeiden Sie «Überlistungsspiele», die zum Ziel haben, dass das Kind mehr isst oder der Teller leer gegessen wird. Akzeptieren Sie, wenn Ihr Kind zum Ausdruck bringt, dass es genug hat.

Viele Erwachsene leiden darunter, dass sie das Sättigungsgefühl nicht mehr wahrnehmen und immer wieder «über den Hunger hinaus» essen. Wenn Sie das Ganze locker und gelassen hinnehmen, wird die gemeinsame Mahlzeit bald zu dem, was sie eigentlich sein sollte: keine Nervenprobe und kein Machtspiel, sondern ein gemeinsames Erleben, Geniessen und Zusammensein.

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