Un bimbo piccolo con due telecomandi in mano.

Fernseher, Smartphone, Tablet und Co

Ein Jahr und zehn Monate

In den meisten Wohnungen steht ein Fernsehapparat und heute hat es in praktisch jedem Haushalt ein Gerät, um Filme auf YouTube, Netflix oder eines anderen Anbieters anzuschauen. Doch Bildschirmmedien überfordern Kinder im Kleinkindalter.

Je nachdem, wo der Fernseher steht, wie die Fernsehgewohnheiten der Eltern sind oder wie leicht Tablets, Smartphones oder Computer zugänglich sind, kommen auch schon ganz kleine Kinder damit in Kontakt. Daher ist das Thema «Bildschirmmedien» bereits jetzt aktuell.

Zu viele optische Reize überfordern das Kind

Schon die Kleinsten schauen gebannt auf den Bildschirm, wenn bunte Figuren darauf flimmern. Zu bedenken ist aber: Ein Kind von knapp zwei Jahren kann selbst einfache Handlungen, die es am Fernsehen sieht, noch nicht verstehen. Es nimmt zwar Bilder und Details wahr, der Zusammenhang bleibt ihm jedoch verborgen. Das Kind ist also einer Fülle von optischen Reizen ausgesetzt, die es in diesem Alter noch nicht einordnen und verarbeiten kann. Gleichzeitig wirken mit Ton und Musik zusätzlich akustische Reize auf das Kind ein. Manchmal hat man selbst Mühe, den schnell wechselnden Bildern im Fernsehen zu folgen. Kleine Kinder sind mit dem vorherrschenden Tempo oft erst recht überfordert.

Um Verständnis für das Gesehene zu entwickeln, sind sie auf Wiederholungen angewiesen. Als Eltern erleben Sie das jeden Tag, wenn Sie zusammen mit dem Kind ein Bilderbuch betrachten. Immer wieder möchte es das gleiche Buch, die gleichen Bilder anschauen und die gleichen Aussagen dazu hören. Deshalb wird Eltern geraten, die Mediennutzung von Babys und Kleinkindern zu beaufsichtigen und die Inhalte zu begrenzen.

Zu klein, um fernzusehen

Ein kleines Kind kann noch nicht zwischen Fantasie und Wirklichkeit unterscheiden. Wahrgenommene Bilddetails und Geräusche können deshalb auch Angst auslösen. Oft erlebt sich das junge Kind als Bestandteil der Geschichte. Es meint, das Gesehene passiere wirklich, gerade jetzt, bei ihm zu Hause. Wahrgenommene Bilder und Szenen lösen Gefühle wie Freude, Spannung, Angst aus, die länger nachwirken und das Kind beunruhigen können. Deshalb sind wir der Meinung, dass Fernsehen und Filme anschauen als Vergnügungs- und Informationsquelle noch eine Weile den Erwachsenen vorbehalten bleiben sollte.

Wenn das Kind älter ist – in ein bis zwei Jahren –, kann es (muss aber nicht) das Filme anschauen langsam kennenlernen: am besten mit Ihnen zusammen. Dazu eignet sich vorerst die «Gutenachtgeschichte», eine kurze Sendung mit einer einfachen Handlung, die wiederholt werden kann. Ebenfalls passend sind gefilmte Sequenzen aus dem Familienalltag, zu welchen das Kind einen direkten Bezug hat. Ist das Fernsehen und Filme anschauen von Anfang an auf feste Zeiten begrenzt oder nur aus besonderem Anlass erlaubt, lernt Ihr Kind von klein auf einen bewussten Umgang damit.

Spielen ist besser als Fernsehen

Übrigens: Kinder, die nicht oder nur wenig fernsehen, verpassen nichts. Im Gegenteil: Spielen, sich bewegen, selber aktiv sein, mit anderen Kindern zusammen sein – all das entspricht dem kindlichen Wesen viel mehr als passives Stillsitzen und Betrachten von Dingen, die sich nicht anfassen lassen, mit denen man nicht experimentieren kann. Eigene Erfahrungen machen und selber etwas ausprobieren, lässt sich nicht durch Erlebnisse am Bildschirm ersetzen.

Alle Eltern kennen Situationen, in denen sie müde sind, dringend eine Ruhepause nötig hätten oder Wichtiges erledigen sollten. Schnell kommt man als Mutter, als Vater in Versuchung, das Kind vor den Fernseher zu setzen. Auch wenn solche Bedürfnisse verständlich sind, sollten Sie versuchen, möglichst ohne dieses vermeintliche Wundermittel auszukommen. Kleine Kinder gewöhnen sich schnell an den elektronischen Babysitter, der dann bei jedem Anflug von Langeweile in Aktion treten soll. Kinder können lernen, dass Langeweile oft tolle Ideen entstehen lässt.







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Fernsehgewohnheiten der Eltern

Manchmal nehmen Eltern ihr Kind auf den Schoss und sitzen mit ihm zusammen vor den Fernseher, weil sie unbedingt eine spannende Sendung sehen möchten. In solchen Fällen kann man die Sendung später, wenn das Kind schläft oder abwesend ist, in Ruhe anschauen. Oft wird der Fernseher am frühen Abend für die Abendnachrichten angestellt. Dabei geht vergessen, mit wie vielen schrecklichen und negativen Bildern das Kind konfrontiert wird. Sie tun Ihrem Kind viel zuliebe, wenn Sie ihm diese Eindrücke ersparen. Schauen Sie sich die «Tagesschau» oder die Spätnachrichten erst an, wenn Ihr Kind im Bett ist.

Alle Eltern haben im Umgang mit Fernsehen, Serien anschauen, YouTube-Filme konsumieren eigene Gewohnheiten. Ein kleines Kind in der Familie kann Anlass sein, diese zu überprüfen: Ist es eine gute Lösung, wenn der Fernsehapparat im Wohnzimmer steht? Wäre es nicht besser, ihn in ein weniger zentrales Zimmer zu stellen? Ist es zur Gewohnheit geworden, dass der Fernseher oft eingeschaltet ist, obwohl niemand aktiv schaut? Muss der Apparat während der Essenszeit in Betrieb sein? Schaut man, während das Kind spielt, nebenbei auf das Tablet oder Handy?

Das Thema «Bildschirmmedien» ist in vielen Familien eine Quelle von Konflikten. Oft haben nicht alle Familienmitglieder die gleichen Vorstellungen davon, wie viel Medienkonsum gut und sinnvoll ist. Gewohnheiten zu ändern und eigene Bedürfnisse zurückzustellen, ist meist nicht einfach. Suchen Sie trotzdem mit Ihrer Partnerin, Ihrem Partner das Gespräch.







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Passende Apps für Kinder?

Wie oft sind Sie mit dem Smartphone beschäftigt, während Sie mit Ihrer Tochter, Ihrem Sohn zusammen sind? Das Kind beobachtet Sie dabei und sieht, wie Sie sich verhalten. Es ahmt nach, wie Sie telefonieren und wie Sie mit dem Finger über den Bildschirm wischen. Falls es sich nicht vermeiden lässt und Sie Ihr Kind hie und da auf Ihrem Smartphone oder Tablet spielen lassen, sollten Sie darauf achten, kindgerechte und pädagogisch wertvolle Apps auszuwählen. Wichtig ist jedoch, dass sich Ihr Kind nicht zu lange auf diese Weise beschäftigt.

In Elternzeitschriften oder auf Elternplattformen finden sich immer wieder Empfehlungen für Apps, die sich eher für junge Kinder eignen. Passende Apps zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine Werbung enthalten und nicht ins Internet führen. Zudem sind diese Spiele für die kurze Aufmerksamkeitsspanne von Kleinkindern gemacht und bauen nicht von einem Level auf den nächsten auf. Das bedingt allerdings, dass sie meistens etwas kosten.

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