Vier Jahre und neun Monate
Mit Videospielen können Kinder neue Erfahrungen machen und dazulernen. Es ist hilfreich, die Game-Zeit zu begrenzen, auch wenn dies beim Kind zu Frust führen kann.
Spielen ist für Kinder eine ernste Sache und nicht bloss ein Zeitvertreib. Auf spielerische Weise macht das Kind neue Erfahrungen und lernt stetig dazu. Auch wenn sich die Angebote im Lauf der Kindheit verändern, bleibt die Bedeutung des Spiels ungebrochen. Je älter die Kinder werden, desto eher findet man in ihrem Besitz auch Spielkonsolen (zum Beispiel Playstation, Nintendo Switch). Natürlich werden Tablets und Smartphones ebenfalls zum Spielen genutzt.
Videospiele erlauben der spielenden Person, in das Geschehen einzugreifen, in andere Rollen zu schlüpfen und in fantastische Welten einzutauchen. Kinder lernen, neue Strategien zu entwickeln und machen Erfahrungen mit Herausforderungen und Belohnungen. Siege und Niederlagen gehören dazu. Wichtig ist, dass Kinder lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen. Macht sich Nervosität breit bei einer Herausforderung, Wut bei einer Niederlage oder wird nach einem Erfolg die Lust auf eine Belohnung geweckt? Beobachten Sie, wie Ihr Kind reagiert. Lassen Sie es erzählen, wie es ihm ergangen ist. Fragen Sie nach, was ihm helfen könnte, seine Gefühle zu kontrollieren.
Im Umgang mit Medien und beim Bedienen von Geräten scheinen Kinder oft geschickter als Erwachsene. Lassen Sie sich von der kindlichen Begeisterung anstecken und gamen Sie hin und wieder unter der Regie Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes mit. Lassen Sie Ihr Kind erzählen, warum es ein bestimmtes Game so spannend findet.
Achten Sie auf inhaltliche Empfehlungen und Altersangaben und wählen Sie kindgerechte Spiele, Spielgeschichten oder Lernspiele. Bei Videospielen gilt: Sie können den (Spiel-)Alltag ergänzen, sollen andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung jedoch nicht verdrängen. Dazu braucht es gemeinsame Regeln, aber auch die Aufmerksamkeit und das Durchsetzungsvermögen der Eltern.
Elektronische Spiele sind klein, mobil, piepen leise und werden im Wohnzimmer eher übersehen als der laufende Fernseher. Eine Kontrolle des Medienkonsums gestaltet sich schwieriger. Der Anreiz, im Spiel weiterzukommen, macht das Abschalten schwieriger. Während man im Fernsehen mit anderen mitfiebert, geht es im Spiel um eigene Leistungen oder darum, sich in einer Gruppe zu behaupten. Aber auch ausserhalb von Videospielen besteht die Möglichkeit, sich stetig zu verbessern, zum Beispiel beim Sport oder bei Geschicklichkeitsspielen.
Vorschulkindern hilft es, wenn eine Begrenzung der Spielzeit veranschaulicht wird, zum Beispiel mit einer Sanduhr, einem Timer oder einer Ankündigung einige Minuten vor Schluss. Eine andere Möglichkeit wäre, nach abgelaufener Spielzeit nicht sofort abzuschalten, sondern bis zum nächsten Speicherpunkt weiterzuspielen oder bis das nächste Level beginnt. Auch bei einem Buch hört man ja nicht mitten auf einer Seite auf, sondern liest bis zum Ende des Kapitels.
Nicht selten hilft alles nichts, und für das Kind ist es einfach ein grosser Frustmoment, das Spiel zu beenden. Das hat auch damit zu tun, weil es aus der virtuellen Welt «herausgerissen» wird. Setzen Sie sich beim nächsten Mal fünf Minuten vor Spielende zu Ihrem Kind hin und versuchen Sie es sanft in die «Realität» zurückzuholen. Fragen Sie, was gerade passiert im Spiel, was das für eine Figur ist und was nun geschehen sollte. Manchmal hilft auch die Frage: «Soll ich abstellen oder machst du das selber?» Probieren Sie aus, was nützt und bleiben Sie kreativ.
Beim Kauf, beziehungsweise Download eines Spiels, empfiehlt es sich darauf zu achten, dass dieses möglichst werbefrei und ohne In-App-Käufe ist.
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