Un bimbo e il papà lavano i piatti.

Vom Alltag

Fünf Jahre und sechs Monate

So vielfältig die Familienformen, so zahlreich sind die Aufgaben, die Familien lösen müssen. Und selten geht alles reibungslos.

Damit eine Familie überhaupt funktionieren kann, braucht es ein Einkommen und ein Dach über dem Kopf. Zusätzlich braucht es Personen, die mit dem Lohn etwas kaufen und dieses Dach und seine vier Wände pflegen, die also das machen, was im Folgenden unter dem Sammelbegriff «Haushalt» zusammengefasst wird.

Was für wen täglich oder wöchentlich zur Hausarbeit gehört, muss im Gespräch mit allen Beteiligten – auch den Kindern – vorab geklärt werden. eE gibt sehr unterschiedliche Vorstellungen von «aufgeräumt», «eingekauft» oder «Wäsche erledigt». Es gilt, sozusagen den kleinsten gemeinsamen Nenner der Qualität der Hausarbeit zu finden, mit dem alle leben können und der am besten schriftlich festgehalten wird: Wie oft soll aufgeräumt oder geputzt werden, damit allen wohl ist? Welche Kleider müssen überhaupt gebügelt werden? Wichtig dabei ist, die eigenen Ansprüche an den Haushalt realistisch mit der Zeit, die man zur Verfügung hat, in Einklang zu bringen.







Eltern streiten vor dem Kind

Prioritäten sind zu setzen, und je nachdem, wo diese dann gesetzt sind, wird die Tür hinter dem ungebügelten Wäscheberg geschlossen, grosszügig über Staubflusen unter den Betten hinweggeschaut oder mittags nicht so aufwendig gekocht. Organisationstalent, Flexibilität und immer wieder kreative Lösungen sind gefragt. Alles Eigenschaften übrigens, die in der Wirtschaft hoch geschätzt und gut bezahlt werden!

Hausarbeit aufteilen

Familien – egal ob Eineltern- oder Grossfamilien – sind Teams. Klären Sie untereinander ab, wer in diesem Team wofür zuständig und verantwortlich ist. Hausarbeit muss dabei fair aufgeteilt werden, das heisst nicht stur halbe-halbe, sondern sinnvoll und gerecht.

Wie machen das andere Familien in Ihrem Umfeld? Nicht selten finden sich überraschende Lösungen und verschiedenste Varianten. Hier eine Auswahl:

  • Am Wochenende kocht, hütet Kinder oder wäscht ab, wer die Woche durch berufstätig ist.
  • Im Wochenturnus ist jemand zuständig für den Putz oder den Einkauf und so weiter.
  • Alle machen das, was sie gerne tun, der Rest wird gerecht aufgeteilt oder gemeinsam erledigt.
  • In der Nachbarschaft gibt es jemanden, der liebend gerne Gartenarbeit gegen Fensterputzen abtauscht!
  • Zwei Alleinerziehende kochen einmal die Woche abwechselnd füreinander.
  • Alle putzen gemeinsam und pro Aktion wird offiziell Geld in eine spezielle Kasse gelegt, aus der ab und zu etwas Besonderes (Ausflug, Zvieri) ermöglicht wird. Das motiviert alle bis zu den Kleinsten, mit einem Staublappen ihren Beitrag zu leisten.

Dabei ist immer das Resultat wichtig, nicht, wie es gemacht wird. Partner und Partnerinnen müssen einander ihre eigene Art zu haushalten zugestehen. Diejenigen, die den Löwenanteil an Hausarbeit leisten) müssen mehr Mitarbeit fordern, aber auch lernen, die Arbeit abzugeben.

Auch Kinder helfen mit

Hausarbeit mit Kindern bringt’s! Hausarbeit muss erledigt werden. Manchmal stinkt es allen, doch sie ist Teil des Familienlebens. Jede und jeder leistet einen Beitrag dazu, auch Kinder. Gerade sie sind stolz, wenn sie Dinge erledigen dürfen «wie die Grossen» – etwas langsamer vielleicht. Hausarbeit ist zudem die Möglichkeit, Kindern Wichtiges zu vermitteln wie:

  • Ausdauer – indem sie ein Zimmer ganz alleine staubsaugen oder den Vorplatz wischen.
  • Durchhaltevermögen – wenn es gilt, etwas fertig zu machen, auch wenn sie mal keine Lust (mehr) haben.
  • Zusammenarbeit – beim gemeinsamen Unkrautjäten im Garten.
  • Selbstvertrauen – denn ihr Beitrag beim Haustierfüttern ist wichtig und nötig!
  • Verantwortung – ob für das Wässern einer Balkonpflanze oder für das Tischdecken.
  • Erfolgserlebnisse – wenn es ihnen gelingt, beim Einkaufen selbstständig zwei Erdbeerjoghurts, ein Paket Nudeln und Papiertaschentücher zu finden.
  • Selbstständigkeit – etwa beim Sockentrocknen («Ich binde hier als Sockenwäscheleine eine Schnur zwischen die zwei Stühle, geht das?»).

«Han grad kei Ziiit …»

«Es gibt Zeiten, da wünsche ich mir einen 48-Stunden-Tag. Ich könnte morgens in aller Ruhe Kaffee trinken und Zeitung lesen, hätte tagsüber genügend Zeit für Kinder, Arbeit, Haushalt, Freundschaften, Besuche oder Hobbys und schliefe zum Schluss doch noch 10 Stunden …»







Illustration Die Mutter sagt, sie sei eine Allrounderin.

Einen 48-Stunden-Tag wünschen sich wohl alle Eltern hin und wieder, ob alleinerziehend, doppelt berufstätig oder Hausmann beziehungsweise -frau. Und weil Tage halt doch nach 24 Stunden zu Ende sind, muss jede Familie für sich entscheiden, wie, wo und wofür sie ihre Zeit einsetzt. Bei den einen geht es gedrängter zu und her, andere haben es lieber gemütlicher. Solange es den einzelnen Familienmitgliedern dabei wohl ist – kein Problem!

Deutliche Alarmzeichen hingegen sind, wenn Mütter oder Väter häufig unter Stress stehen, meistens zu wenig Zeit da ist, um alles unter einen Hut zu bringen.

Durchforsten Sie doch mal Ihren Tagesablauf: Gibt es Freiraum für Spontanes? Hat es Platz fürs Nichtstun? Wie häufig fällt täglich das Wort «schnell»? Wo würden Sie Ihre Zeit gerne anders einsetzen? Welche Veränderungen sind möglich?

Kinder haben ein anderes Zeitverständnis

Stress tut meist schon Erwachsenen nicht gut, Kinder können damit extrem schlecht umgehen. Auf Hetze reagieren sie entsprechend genervt und quengelig. Sie brauchen für ihren Tag, für ihre Aufgaben, für ihre Entwicklung Zeit. Und ihre Zeit funktioniert anders: «Komm, Petra, wir müssen jetzt gehen. Ich muss noch schnell zur Post und anschliessend bringe ich dich in den Kindergarten!» Petra reagiert nicht, ins Spiel vertieft baut sie mit Holzklötzen eine Landschaft für ihre Spielzeugtiere. «Komm jetzt endlich!» Beim dritten, entnervten Ruf steht Petra langsam auf. Scheinbar ungerührt trödelt sie dann mit ihren Schuhen herum.

Eine Vorankündigung wie «Wenn der grosse Zeiger oben ist, dann gehen wir …» lässt Petra Zeit, aus ihrem Spiel auszusteigen. «Während du deine Siebensachen packst, bereite ich den Einkaufskorb vor» bringt die Erwachsenen- und die Kinderwelt einander näher. Vielleicht bleibt noch eine Pause für ein Glas Sirup und ein kleines Gespräch: «Ich hab jetzt das und das vor, und du? Was macht ihr heute im Kindergarten?» Zeit einplanen, sich weniger vornehmen, und dies dafür in aller Ruhe: Kinder sind dankbar dafür.

Zeit nehmen

Um Zeit zu haben, muss man sie sich manchmal einfach nehmen, zum Beispiel für Kinder, Partnerschaft und sich selber.

«Familienzeit» kann zum Beispiel die Zeit zwischen Heimkommen und Abendessen sein. Oft möchte man einfach ausruhen, einander vom Tag erzählen, möchten Kinder den Eltern etwas zeigen, miteinander spielen und den Feierabend «feiern». Klingelt dann zum Beispiel das Telefon, tut es allen Beteiligten gut, Prioritäten zugunsten der Familie zu setzen und den Anrufenden zu bitten, später anzurufen.







Eltern mit den Kinder und Einkauftüten

Übrigens ist nicht ausschliesslich die Dauer, sondern auch die Intensität der Zeit füreinander entscheidend. Wenn Kinder etwas auf dem Herzen haben, dann brauchen sie Ihre ganze Aufmerksamkeit ohne Ablenkung durch Telefon, TV oder Tageszeitung. Neben der Familienzeit haben Sie als Eltern aber auch ein Recht auf Zeit für sich, für Ihre Partnerschaft, für den Beruf, für persönliche Interessen und Freundschaften.

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