Un bimbo guarda un film di animazione.

Was, bis wann, wie viel?

Vier Jahre und neun Monate

Viele Medieninhalte sind nicht für Kinderaugen gemacht. Achten Sie deshalb gut auf den Inhalt einer App, eines Games oder eines Films. Fixe Medienzeiten helfen, den Konsum zu begrenzen. Und: Medien eignen sich nicht als Babysitter.

Was, bis wann, wie viel – so lauten häufige Elternfragen rund um Medien. Regeln hängen von persönlichen Gewohnheiten und Wertvorstellungen, vom Alter der Kinder und weiteren Faktoren ab. Deshalb müssen sie immer wieder angepasst werden.

Welche Inhalte eignen sich?

«Meine Mama ist so gemein. Nie darf ich rumzappen!»

Marina, 5 Jahre

Bei jüngeren Kindern bestimmen Eltern eher, was sie schauen oder am Computer, am Tablet oder mit dem Fernseher machen dürfen. Diese Kontrolle wird schwächer, sobald die Kinder heranwachsen. Für Vorschulkinder eignen sich einfache, logische Geschichten ohne grosse Zeit- und Ortssprünge.

Begrüssenswert ist, wenn der Inhalt einen Zusammenhang zum Lebensbereich und den Interessen des Kindes aufweist. Für begeisterte Wasserratten passen zum Beispiel Dokumentarfilme über Meeresbewohner. Mit einem Besuch auf dem Bauernhof, im Zoo, im Museum lassen sich konkrete Erfahrungen an Medienerlebnisse knüpfen. Je mehr Eltern mit ihren Kindern über Medieninhalte sprechen oder sie gemeinsam erleben, umso eher können sie beurteilen, was Medien auslösen.

Nützliche Tipps für den Alltag

  • Achten Sie darauf, was Ihre Kinder lesen, hören, schauen oder spielen.
  • Hilfreich ist, sich bei Filmen und Computerspielen nicht blind auf die angegebene Altersbegrenzung zu verlassen, denn nicht alle Kinder reagieren gleich. Die Altersangaben sind Empfehlungen, um die Entscheidung zu vereinfachen. Weitere Informationen zu den Altersempfehlungen finden sich zum Beispiel für Games auf pegi.info oder spieleratgeber-nrw.de und für Fernsehsendungen auf fsk.de (Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen) oder für Filme auf schau-hin.info.
  • Suchen Sie nach einer Alternative, wenn Sie das Gefühl haben, ein Game oder ein Filmsei für Ihr Kind (noch) nicht geeignet.
  • Spielen Sie auch mal mit, damit Sie eher abschätzen können, ob sich das Spiel für Ihr Kind eignet oder nicht. Und lassen Sie sich erklären, was den Reiz eines Spiels ausmacht.
  • Beobachten Sie Ihr Kind genau. Meist spiegelt sich auf seinem Gesicht, ob es die vorbeiflimmernden Bilder und Töne wirklich interessiert, ob es mitfiebert, sich langweilt oder gar Angst hat.
  • Leihen Sie sich CDs, DVDs und Spiele in einer Ludothek oder Bibliothek aus. Tauschen Sie bewährte Filme und Spiele mit anderen Familien.
  • Lassen Sie sich im Kindergarten oder von Fachpersonen im Handel beraten..

Kompromisse sind nötig

Hin und wieder heisst es auch, ein Auge zuzudrücken, wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn innerhalb der gesetzten Regeln eine Sendung sehen oder ein Game spielen will, welche(s) Ihnen nicht gefällt. Auch in diesem Bereich sind die Geschmäcker bekanntlich verschieden. Dasselbe gilt, wenn Bedürfnisse von Geschwistern unterschiedlichen Alters unter einen Hut gebracht werden sollen.

Kinder müssen lernen, Kompromisse zu schliessen, mal dem einen, mal der anderen den Vorrang zu gewähren und sich nicht über die Vorlieben der Kleineren lustig zu machen.

Umgang mit Mediengewalt

«Zack! Doing!» – Gewalt und Aggressionen kommen schon im Trickfilm vor und gehören ganz selbstverständlich zum Nachmittags- und Vorabendprogramm der meisten Sender. Eine verbreitete Meinung lautet, dass Kinderbuchstäblich ihren Fernseh- und Computerspielvorbildern nachschlagen. Aber tun sie das wirklich? Szenen, in denen sich Trickfilmfiguren auf dem Bildschirm platthauen, finden die meisten Kinder einfach nur amüsant und versuchen kaum, sie nachzuspielen. Unruhig und unkonzentriert werden sie höchstens, wenn das Spiel oder der Film zu hektisch ist.

Anders ist es bei Actionserien im Vorabendprogramm. Der grobe Kampf «gegen das Böse» geht meist ohne lange Gespräche über die Bühne. Kinder sehen realistisch dargestellte Gewalt, ohne die Wirkung eines Schusses oder Messerstichs wirklich zu begreifen. Nach Eindrücken und Bildern, die beschäftigen, brauchen Kinder Ventile, um ihre Energie abzubauen. Sie sollten sich also bewegen können, springen, darüber sprechen oder malen.

Über Gewalt in den Medien sprechen

Das Verhalten der Kinder wird nicht nur von Medien geprägt, sondern von allen Erfahrungen des Kinderalltags. Erlebt Ihr Kind in seinem Umfeld verschiedene friedliche Lösungsmöglichkeiten für Konfliktsituationen, wird es sich von brutalen TV-Figuren weniger beeindrucken lassen.

Gewalt in einer Kinderserie oder im Trickfilm kann auch Inhalt für eine Diskussion mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter sein. Warum haben die beiden im Trickfilm wohl den Dritten verprügelt? Was denkt sich das Mädchen, das vom grossen Schulkind auf dem Heimweg bedroht wurde? Wie kann man sich wehren, ohne zu schlagen, zu beissen oder zu drohen?

Gewaltszenen sind tabu

Tatsache ist: Gewaltszenen oder Darstellungen, in denen Blut fliesst, wo Menschen schreien oder Lebewesen brutal geschlagen werden, sind nicht für Vorschulkinder geeignet. Medienerlebnisse, die Kinder nicht verstehen und verarbeiten können, bleiben oft lange im Gedächtnis haften. Das gilt sowohl für Actionfilme, als auch für Sendungen wie die Tagesschau, die nicht für Kinder geeignet sind. Ermutigen Sie Ihr Kind, mit Ihnen zu sprechen, wenn es in Zusammenhang mit der Mediennutzung (Filme, Internet, Games) etwas erlebt, das es beunruhigt oder ängstigt.

Nicht für Kinderaugen gemacht

Dass Mediengewalt nichts für Kinderaugen ist, leuchtet ein. Doch wie sieht es mit anderen Inhalten aus, die täglich im Fernsehen laufen? Nicht selten werden sich Eltern ihrer eigenen TV-Gewohnheiten erst richtig bewusst, wenn Kinder ins Spiel kommen. Manch «harmlos» anmutende Soap-Opera, die am Nachmittag läuft, beinhaltet für Erwachsene kaum Szenen, die verstörend wirken. Doch Kinder nehmen aus einer Sendung ganz andere Dinge mit: Ein Paar, das sich heftig streitet. Ein Tier, welches sich verletzt. Oder schlicht eine dramatisch gewählte Hintergrundmusik.

Ähnlich verhält es sich mit Reality-TV-Formaten oder Castingshows, die zwar unterhaltend sein können, in denen aber nicht selten Menschen öffentlich blossgestellt werden. Nicht zuletzt üben auch die vielen Werbeblöcke eine Wirkung auf Kinder aus. Überlegen Sie sich, welche Wertvorstellungen eine Sendung vermittelt und ob Sie diese Haltungen an Ihre Kinder weitergeben möchten. Vielleicht schauen Sie bestimmte Sendungen erst, wenn Ihre Kinder am Schlafen, anderweitig beschäftigt oder nicht zu Hause sind.

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