Un bimbo intento a usare un tablet.

On- und offline vielfältige Erfahrungen machen

Vier Jahre und neun Monate

Medienangebote für Kinder sollten altersgerecht und die Mediennutzung zeitlich begrenzt sein. Auch auf passende Inhalte müssen Eltern achten.

Kinder möchten die Welt entdecken. Dazu sind Erfahrungen wichtig, die das Kind mit dem eigenen Körper und allen Sinnen beim Tasten, Hören, Sehen, Riechen, Schmecken macht. Im Sandkasten buddeln, eine Katze streicheln, Steine ins Wasser werfen, Teig kneten oder die ersten Versuche, Buchstaben auf ein Papier zu kritzeln: Das alles will erst einmal gelernt sein. Mit Geschichten aus (Hör-)Büchern erweitern Kinder ihre Sprache, durch kindgerechte Filme (zum Beispiel Tierdokumentationen) auch ihr Wissen. Digitale Medien ergänzen Eindrücke, vermögen Sinneswahrnehmungen aus der analogen Welt jedoch nicht zu ersetzen.

Wissen erweitern

Mit Medien machen Kinder andere und indirekte Erfahrungen. So schaut ein Kind zum Beispiel einem Vulkanausbruch in einem Videoclip zu, sieht in einer App, wie man Blumen pflanzt oder baut online und offline ein Legohaus. Doch Kinder beobachten nicht nur ihre Umgebung genau, sondern auch, was Eltern mit den Medien tun. Sieht das Kind, wie der Vater am Laptop schreibt und die Mutter Fotos auf dem Smartphone anschaut, möchte es dies ebenfalls probieren.

Viele Eltern zeigen sich besorgt, dass Sinneserfahrungen «verkümmern», weil es mehr und mehr digitale Angebote gibt, die Kindern Erfahrungen indirekt, über ein Medium, vermitteln. Je älter Kinder werden, umso besser lassen sich verschiedene Elemente verbinden. Schaut Ihr Kind beispielsweise interessiert einer Raupe zu, kann es diese fotografieren, und durch Heranzoomen mehr Details wahrnehmen.

Altersgerechte Angebote

Medienangebote sollten altersgerecht sein und zeitlich und inhaltlich reglementiert genutzt werden. Als Basis braucht es Gelegenheiten, um jene Erfahrungen zu machen, die in diesem Alter wichtig sind. Lernt ein Kind, wie man mit Malstiften zeichnet, kann es auch auf einem Tablet mit Hilfe einer App malen und beispielsweise neue Farben kennenlernen und kombinieren. Kennt ein Kind das Memory-Spiel, so kann es dieses ruhig einmal auf dem Smartphone eines Elternteils erkunden. Auch Hörspiele eignen sich für Kinder. Kinder sollen Erfahrungen im Umgang mit Medien machen dürfen.

Beruhigend ist, dass verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen aufzeigen, dass Kinder Bildschirmmedien zwar spannend finden, das Spielen mit Freunden drinnen und draussen aber wichtiger ist. Medien bieten für Jung und Alt Vor- und Nachteile. Begleitet und in einer guten Balance, mit Erfahrungen aus einem Alltag ohne Medien, lernen Kinder «beide Welten» kennen. Damit dies möglich ist, brauchen Kinder selbstverständlich auch Medienregeln.

Medienkompetenz startet beim Buch

Die Entwicklung kindlicher Medienkompetenz beginnt beim ersten Betrachten eines Buches. Sobald das Kind bei einem Elternteil auf dem Schoss sitzt und genüsslich an einer Ecke des Bilderbuches nuckelt oder mit viel Elan die Buchseiten umzudrehen versucht. Bücher und Audiomedien zählen nach wie vor zu den Lieblingsmedien junger Kinder, auch wenn das Fernsehen sehr fasziniert.

Studien zeigen, dass jedes Gespräch und jedes vorgelesene Buch für die Sprachentwicklung von Kindern wichtig ist. Wenn Sie gemeinsam Bilderbücher anschauen, tragen Sie dazu bei, die spätere Lesefreude Ihres Kindes zu fördern. Je mehr Wörter ein Kind hört, umso besser bildet sich sein Wortschatz aus. Jeder Gang in die Bibliothek oder in den Bücherladen und jedes vorgelesene Buch ist ein Geschenk für Ihr Kind.

Kinder lieben Wiederholungen

Hörspiele, Märchen und Kindermusik werden in einer Endlosschleife abgespielt. Viele Eltern können ein Lied davon singen: Immer wieder ist derselbe Kinderohrwurm zu hören. Wenn Ihr Kind ein Lied oder eine Geschichte ständig anhört, versteht es den Inhalt jedes Mal ein bisschen besser. Vielleicht erinnern Sie sich an eigene Lieblinge, zum Beispiel an das bekannte «Tri, tra, trullalla, de Kasperli isch wider da …» oder an Ihre ersten Musikkassetten.

Für die Entwicklung kindlicher Medienkompetenz ist es sehr gut, wenn Kinder sich für einmal nur aufs Hören konzentrieren. Hörspiele sind ideal, um der Fantasie freien Lauf zu lassen und eigene, innere Bilder zu kreieren. Das Angebot ist breit und auch altbekannte Klassiker finden sich auf verschiedenen Streamingplattformen wie Spotify oder sind noch als CDs in Bibliotheken erhältlich. Hören Sie das erste Mal mit, damit Sie den Inhalt kennen sowie Fragen beantworten und Gefühle des Kindes einordnen können.

Apropos Hören: Im Radio gibt es sorgfältig aufbereitete Kindersendungen. Meist täglich zur gleichen Zeit werden Geschichten vorgelesen und aktuelle Hits für Kinder gespielt. Einige Radiostationen lassen «Kinder-für-Kinder-Sendungen» produzieren. Dazu gehört auch die hörenswerte Kindersendung «SRF Kids» von Radio SRF.

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