Una bimba sul divano invia emoji da un cellulare.

Mit Medien umgehen lernen

Vier Jahre und neun Monate

Der Begriff Medienkompetenz ist in aller Munde – doch was verbirgt sich eigentlich dahinter? Für den Medienkonsum helfen klare Regeln. An die sich dann auch die Eltern halten sollten.

Kompetenz bedeutet, das Wissen, die Fähigkeit und die Fertigkeit für einen bestimmten Bereich zu haben. Bei digitalen Medien geht es auch um Kompetenzen in der Anwendung und Technik. Da sich diese laufend ändern, ist Medienkompetenz ein lebenslanger Lernprozess.

Medienkompetenz der Eltern

Auch wenn Sie nicht alle neuesten Trends punkto Medien kennen und das eine oder andere Gerät nicht gleich zu bedienen wissen: Durch Ihre Lebenserfahrung können Sie Ihren Kindern viel über den Umgang mit verschiedensten Medien auf den Weg geben. Im Lauf der Zeit haben Sie gelernt, dass es kaum etwas kostenlos gibt, dass einem nicht alle Menschen wohlgesinnt sind und dass es in einem spannenden Moment nicht einfach ist, ein gutes Buch wegzulegen oder den Fernseher abzuschalten. Sie wissen, dass Werbung auf tolle Angebote hinweist, aber immer auch etwas verkaufen will. Kurz: Eltern haben vielfältige (Medien-)Erfahrungen selbst schon gemacht und können diese weitergeben.

Es ist richtig und wichtig, dass Eltern im Umgang mit Medien immer wieder kritisch, reflektiert und vorausschauend sind. Ob es nun um die neue Paw Patrol-DVD geht, das neuste Lieblingsbuch aus der Bibliothek oder das Videospiel des besten Kollegen: Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch, auch wenn es um ein Medium oder eine Anwendung geht, die Sie selbst nicht kennen. Überprüfen Sie, ob es zu Ihren Werten und Zielvorstellungen passt. Und überlegen Sie sich, wie Sie Ihr Kind fördern und wovor Sie es schützen wollen. Über Medien zu sprechen will gelernt sein. Helfen Sie Ihrem Kind, indem Sie sich in seine Medienwelt begeben und sich darin umschauen.

Erfahrungen mit Medien sammeln

Im Vorschulalter fällt es Kindern oft schwer, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Figuren, wie zum Beispiel Hexen, Zwerge, Monster, Geister, und Fähigkeiten, wie zaubern oder fliegen können, werden in der kindlichen Vorstellungskraft als echt und magisch zugleich erlebt. Auch ist das Kind in dieser Phase von der Kraft seiner Wünsche überzeugt. In seiner Vorstellung ist alles möglich. Unablässig beeinflussen magische Momente das Handeln des Kindes. Mit kindlichem Eifer und Entdeckergeist gehen Kinder an eine Sache heran. Dies gilt auch für den Umgang mit Medien. Ohne zu hinterfragen, nutzen sie spontan ein Gerät oder Angebot, tippen weiter und schauen was passiert. Beim Sammeln von Erfahrungen sollen Eltern oder andere Bezugspersonen die Kinder begleiten.

Je nach Alter des Kindes werden unterschiedliche Nutzungszeiten von Bildschirmmedien festgelegt. Eine Beschränkung der Nutzungsdauer ist bei Kindern in jedem Alter sinnvoll. Da Eltern bei jungen Kindern die Medieninhalte noch stärker steuern und auswählen können, haben sie die Chance, die Medienwelt ihrer Kinder zu teilen.

Über Gefühle beim Gamen sprechen

Durch das Kennenlernen der «Medienhelden» gelingt es Müttern und Vätern, ihre Kinder besser zu verstehen und Fragen zu beantworten. Wird ein Kind von den Eltern begleitet, wenn es die Welt – und damit auch die Medien – kennenlernt, baut es wichtige Kompetenzen für seine Zukunft auf. Erst durch Erfahrung lernt das Kind, dass es normal ist, bei einer spannenden Geschichte ein Kribbeln im Magen zu verspüren. Nun gilt es die Aufregung zu verarbeiten, die entsteht, wenn man nahe daran ist, bei einem Videospiel den nächsten Level zu erreichen. Eltern helfen mit, indem sie mit ihrem Kind über solche Gefühle sprechen und von eigenen Erfahrungen berichten.

Zur Medienkompetenz gehört auch die Fähigkeit, selbst «abzuschalten» und zu wissen, wann es Zeit ist, etwas ohne Medien zu machen. Die meisten Kinder sehen nicht ein, weshalb es vernünftiger ist, den Fernseher auszuschalten oder das Videospiel zu unterbrechen. Eine Weitsicht für Vernunftentscheidungen entwickelt sich erst mit der Zeit. Eltern tun gut daran, ihre Entscheidungen und Regeln zu erklären, anstatt das Gerät einfach abzuschalten.







Illustration Kind sagt, dass der Computer mehr weiss als der Vater

Die Lebenswelt des Kindes

Viele Eltern sind unsicher, wie sie es bewerkstelligen sollen, dass ihr Kind einen guten Umgang mit Medien erlernt. Von klein auf werden Kinder mit Medien konfrontiert. Die Rolle der Eltern besteht darin, Kinder vor problematischen Inhalten zu schützen, sie zu begleiten, Grenzen zu setzen, Regeln festzulegen und immer wieder zu erklären und zuzuhören. Trotz des schnellen Tempos, das Medien vorgeben, sind Eltern den neuesten Entwicklungen nicht einfach ausgeliefert und können das Medienangebot für ihre Kinder durchaus mitsteuern.

Wichtig ist, dass Kinder Medien – und vor allem die kontrovers bewerteten Bildschirmmedien – nicht als etwas Aussergewöhnliches oder gar Negatives erleben, sondern als Bestandteil der Welt wahrnehmen, in der sie aufwachsen. Wer glaubhafte Medienregeln aufstellen möchte, setzt im Idealfall bei der Lebenswelt der Kinder an und schaut genau, was sie warum mit Medien tun. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um mit dem Kind in Kontakt zu bleiben, zu wissen, was es beschäftigt und ungeeignete Inhalte frühzeitig zu erkennen.

Regeln aufstellen und aushandeln

Es gibt verschiedene Empfehlungen, wie Kinder mit Medien aufwachsen sollen. Wissenschaftliche Erkenntnisse, wie viel Bildschirmzeit «gut» oder «nicht gut» ist, gibt es jedoch nicht. Darum sind Empfehlungen auch sehr unterschiedlich, hängen von vielen Faktoren ab und sind stets kulturell geprägt. Jede Familie und jedes Familienmitglied bringt eigene Wertehaltungen und Vorstellungen mit. Das bedingt, dass der Umgang mit Medien individuell angegangen wird. Hilfreich ist, sich neugierig, selbstreflektierend und offen mit Medien auseinanderzusetzen.

Unabhängig davon, welche Regeln Sie für Ihren medialen Familienalltag wählen: Machen Sie den Kindern klar, dass Sie mit diesen Regeln erreichen möchten, dass es ihnen gut geht. Je älter das Kind ist, umso eher versteht es, weshalb Regeln gelten. Ausserdem sollten Kinder mit zunehmendem Alter Medienregeln gemeinsam mit den Eltern aushandeln dürfen. Weil gemeinsam vereinbarte Regeln die verschiedenen Bedürfnisse mit einbeziehen, werden sie von den Kindern eher eingehalten.

Tipps zum Aufstellen von Regeln

Orientieren Sie sich an Empfehlungen und daran, welche Regeln andere Eltern im Umgang mit Medien aufstellen. Definieren Sie Regeln, die für Sie und Ihre Familie passen. Achten Sie darauf, dass festgelegte Regeln zu Hause umsetzbar sind. Und denken Sie daran, dass manche Regeln nicht nur für Ihr Kind, sondern auch für Sie gelten.

  • Regeln sollten mit den Kindern ausgehandelt werden, zur Orientierung dienen und auch Ausnahmen zulassen.
  • Mit anderen Personen über Medienregeln sprechen.
  • Als Elternpaar über Medienregeln diskutieren und sich auf Abmachungen einigen.
  • Geltende Regeln notieren. Wenige und verständliche Regeln festlegen.
  • Klare Abmachungen treffen und Konsequenzen festlegen.
  • Darauf achten, dass Regeln eingehalten werden.
  • Regeln dem Alter der Kinder anpassen und immer wieder angleichen.
  • Medienfreie Zeiten und Orte festlegen.

Eltern sind Vorbilder

Nicht nur was man erzählt, ist wichtig, sondern auch, was man macht. Dem Kinderauge bleibt nichts verborgen. Ob mit oder ohne Medien, Kinder beobachten genau, was Eltern tun. Achten Sie beim Aufstellen von Medienregeln darauf, dass die Regeln auch für Sie umsetzbar sind. Gilt für die Kinder, dass Mahlzeiten ohne Medien genossen werden, sollten auch Sie Ihr Smartphone weglegen.

Wenn Sie zeitliche Regeln zum Fernsehen oder Videospielen für Ihr Kind festlegen, dann agieren Sie als Vorbild und schauen ebenfalls zu jenen Zeiten nicht fern, in denen es Ihrem Kind nicht erlaubt ist. Natürlich müssen Kinder auch lernen, dass nicht für alle die gleichen Regeln gelten. Beispielsweise dürfen sie ja nicht so lange aufbleiben wie Erwachsene. Nicht selten ändern Eltern die eigenen Mediengewohnheiten, sobald Regeln für die Kinder zum Thema werden. Vorbildwirkung hat aber auch, wenn Eltern eigene Schwächen eingestehen und erklären, wie sie damit umgehen.

Eltern sollten am gleichen Strang ziehen

In vielen Familien gehören solche oder ähnliche Szenen zum Alltag: «Jetzt sei doch nicht so pingelig. Ob sie jetzt noch einen Trickfilm sehen oder nicht, da geht doch die Welt nicht unter …».

«Als Kind kam ich nur sporadisch in den Genuss einer Fernsehsendung. Bei meiner Frau zu Hause hingegen flimmerte der TV auch zu Essenszeiten – von niemandem beachtet – vor sich hin. Sie kann heute problemlos neben dem laufenden Fernseher Zeitung lesen, während mich schon ein Radio im Hintergrund ablenkt. Seit wir Kinder haben, diskutieren wir oft über Medienkonsum und TV-Regeln. Schritt für Schritt handeln wir Kompromisse aus.»

Manfred, 43 Jahre

Diskussionen gibt es nicht nur zwischen Kindern und Erwachsenen, sondern auch unter Eltern, wenn sie sich uneinig sind über das «Was» und «Wann». Ein klärendes Gespräch lohnt sich auf jeden Fall, denn Eltern sind Medienvorbilder für ihre Kinder. Punkto Medienregeln sollten Mütter und Väter also am gleichen Strang ziehen.







Illustration Kind wünscht Eltern "Gute Nacht"

Social Media und Kinderbilder

Einfach süss, wie das Baby schläft. So lustig, wie das Kleinkind in der Badewanne herumplanscht. Schaut mal, wie unsere Kleine tobt, wenn sie nicht bekommt, was sie will. Auf sozialen Plattformen finden sich unzählige Bilder und Videos von Kindern. Viele Eltern benutzen Facebook, Instagram oder andere Plattformen, um Fotos mit Freunden, Familie und Bekannten zu teilen. Auch wenn Fotos wieder gelöscht werden oder automatisch verschwinden, das digitale Gedächtnis ist unendlich und Fotos können Jahre später immer noch auftauchen und abgerufen werden. Jeder Mensch und damit auch Kinder, haben das Recht am eigenen Bild. Die Kinderrechtskonvention sieht in Artikel 16 den Schutz der Privatsphäre vor. Deshalb sollten Eltern auf die Privatsphäre ihres Kindes achten. Stellen Sie sich stets die Frage, ob Ihr Kind das Foto als Jugendlicher im Sozialen Netzwerk wiederfinden möchte.

Viele Jugendliche schämen sich für Bilder, die von ihnen gemacht wurden. Sie finden es peinlich, dass man sie auf dem Topf sitzen sieht, ihr breiverschmiertes Gesicht amüsant findet oder einen Trotzanfall gefilmt hat. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, Ihr Kind erst zu fragen, ob es möchte, dass andere Leute dieses Foto sehen. Oder wählen Sie Bilder aus, auf denen das Gesicht des Kindes nicht erkennbar ist. Bereits Vierjährige wissen, ob ihnen ein Bild gefällt oder nicht. Beziehen Sie Ihr Kind ein und respektieren Sie seinen Wunsch. Denken Sie vor dem Posten stets daran, dass Sie die Kontrolle über ein Bild verlieren. Eingegrenzte Gruppen sind ebenfalls keine Garantie, dass Inhalte nicht weiterverbreitet werden.

Um einen positiven Körperbezug zu entwickeln, ist es nicht förderlich, wenn Kinder stets erleben, dass ihr Erscheinungsbild bewertet wird: «Guck mal, wie viele Likes dein süsses Kleidchen bekommen hat». Die Bewertung und Anzahl Likes eines Fotos trimmt Kinder bereits in frühem Alter darauf, einem süssen oder coolen Erscheinungsbild zu entsprechen. Fördern Sie stattdessen lieber die Bemühungen und positiven Eigenschaften Ihres Kindes. «Hör mal, dein Onkel hat im Familienchat geschrieben, dass er beeindruckt ist, dass du schon Fahrrad fahren lernst.»

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