Un papà parla con il suo bambino.

Warum? Wozu? Wie? Das «Fragealter»

Zwei Jahre und neun Monate

Ungefähr mit drei Jahren entdecken Kinder die Lust am Fragen. Der Schritt vom Reden und Erzählen zum Fragen ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung Ihres Kindes.

Wer neugierig ist, will lernen, erfahren, wissen. Wer Fragen stellt, beginnt, Zusammenhänge zu begreifen, und fordert die andern heraus, sich mit ihm zu beschäftigen. Kinder können unermüdlich sein in dieser Phase. Immer eine Antwort bereitzuhaben, oft x-mal auf die gleiche Frage, erfordert sehr viel Geduld. Wenn Ihnen diese einmal auszugehen droht, denken Sie daran, dass der Dialog mit Ihrem Kind äusserst wichtig ist. Denn seine Neugier zu befriedigen, bedeutet, die Fantasie und das Interesse an der Welt zu erhalten und zu fördern. Versuchen Sie, Ihrem Kind verständliche, wahrheitsgetreue und dem Alter angepasste Antworten zu geben.







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Doch weshalb fragt Ihr Kind immer und immer wieder das Gleiche? Es kann sein, dass es ihm ein Gefühl der Sicherheit gibt, wenn die Antworten auf bestimmte Fragen stets gleich lauten. Für viele Kinder sind «Wieso-Fragen» ein Spiel, und Spielen ist etwas Lustvolles, auch wenn es immer das Gleiche ist. Aber vielleicht versteht es Ihre Antwort nicht genau? Wie beispielsweise Jana, die ein Bilderbuch mit Hasengeschichten anschaut. Auf ihre Frage, was ein Hase fresse, antwortet die Mutter, dass alle Hasen Gras fressen. Jana fragt nun bei jedem weiteren Hasen im Buch, ob er denn auch Gras esse. Und die Mutter sagt geduldig: «Ja, alle Hasen fressen Gras» – bis sie merkt, dass ihre Tochter das Wort «alle» noch nicht richtig begreift.

Kinder wollen den Dingen gern auf den Grund gehen: «Warum regnet es?», «Warum hat es Wolken?», «Warum scheint die Sonne?». Auf diese Weise sammeln Kinder Wissen. Vieles, was uns selbstverständlich scheint und wir kaum mehr zur Kenntnis nehmen oder hinterfragen, wird durch das Kind wieder spannend und interessant. Beim Baden oder Pipimachen entdeckt Ihr Mädchen vielleicht, dass es «anders» ist als der kleine Freund, oder umgekehrt. Neugierig, wie das Kind ist, möchte es genau wissen, wie das aussieht und worin es sich vom anderen Geschlecht unterscheidet. Auch die Fragen des Kindes in Bezug auf seinen Körper und seine Sexualität sollten immer einfach und klar beantwortet werden – so, dass es für das Kind verständlich ist.







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Jedes Kind redet auf seine Weise

Dass Ihr Kind durch Fragen seinen Wortschatz ständig erweitert, haben Sie sicher festgestellt. Dazu gehören auch lustige Wortkreationen, die bei jeder Familie wieder etwas anders sind. Halten Sie an einigen kreativen Wortschöpfungen Ihrer Kinder fest. Sie gehören zu den gemeinsamen Erinnerungen. Warum soll zum Beispiel der Helikopter nicht der «Helioktober» bleiben? Korrigieren Sie Ihr Kind nicht zu häufig. Sprechen Sie viel mit ihm, so lernt es von Ihnen, richtige Sätze zu bilden. Verse, Reime, Sprüche, eventuell begleitet durch Bewegungen, fördern dank ihrem Rhythmus und der häufigen Wiederholung die Lust am Sprechen.

Zwei- bis Dreijährige unterscheiden sich in ihrer Sprechweise noch immer stark voneinander. Die einen reden fliessend und bilden schon komplizierte Sätze; andere sagen wenig, und das wenige klingt unbeholfen. Auch kurze Phasen von Stottern können in diesem Alter auftreten. Bitte korrigieren oder unterbrechen Sie Ihr Kind nicht und lassen Sie ihm Zeit. Wenn es über sein nicht flüssiges Sprechen beunruhigt ist, können Sie ruhig mit ihm darüber reden und ihm sagen, dass die Wörter wohl gerade nicht so gut hervorkommen wollen, dass sich das aber schon wieder verändern werde.

Wörter korrekt wiederholen

Falls Ihr Kind noch nicht zu den Redekünstlern oder -künstlerinnen gehört, brauchen Sie etwas Geduld, bis auch seine Sprachentwicklung aufblüht. Versichern Sie sich, dass es ein gutes Sprachverständnis hat, indem Sie ihm zwischendurch auch Aufforderungen stellen, deren Inhalt es nicht aufgrund der Situation erraten kann. Lachen Sie es nie aus, wenn es sich ungeschickt oder ungewohnt ausdrückt. Sagen Sie ihm auch nicht, dass es falsch spreche, sondern wiederholen Sie einfach seine Äusserung in korrekter Weise. So zeigen Sie ihm, dass Sie es verstanden haben, und es hört gleichzeitig, wie der Satz richtig klingen sollte. Häufig sind Mädchen den Jungen einige Monate voraus.

Sollten Sie unsicher sein, ob sich Ihr Kind sprachlich seinem Alter entsprechend entwickelt, so vertrauen Sie sich Ihrem Kinderarzt, Ihrer Kinderärztin an. Falls Unterstützungsbedarf besteht, wird Ihnen ein Hörtest oder eine logopädische Abklärung empfohlen.

Sprache und Verhalten der Eltern

Zum Thema Sprache gehört auch die Frage: Wie und in welchem Tonfall sprechen Sie mit Ihrem Kind? Wenn Sie müde oder gestresst waren, sagten Sie vielleicht auch schon Worte wie «Du nervst mich», «Das ist jetzt einfach so!», «Lass mich in Ruhe!», «Sei endlich mal still!», «Mach schnell!», «Du bist schon wieder dreckig!» Es gibt wohl kaum Eltern, die solche oder ähnliche Sätze nicht hin und wieder sagen, rufen oder schreien. Immer nur geduldig, einfühlsam und humorvoll zu sein, ist schlicht eine Überforderung. Besonders, wenn Sie vielleicht schlecht geschlafen, persönliche oder finanzielle Sorgen haben oder am Arbeitsplatz nicht alles rund läuft.

Schlechte Tage gehören ebenfalls zum Elternsein. Nur sollten sie nicht zur Regel werden. Wenn die Spannung steigt und Sie merken, dass Sie Ihr Kind oft anschreien und ungeduldig reagieren, nur noch Anweisungen oder Befehle erteilen oder öfter vorwurfsvoll sprechen, sollten Sie unbedingt eine «Atempause» einlegen, in der Sie sich Folgendes in Erinnerung rufen:

  • Eine Ermutigung, eine Erklärung oder etwas Humor entspannen die Situation eher als Schimpfen oder Drohen.

  • Eine kurze Erklärung hilft mehr als ein kurz angebundenes «Es ist einfach so». Wenn Sie im Moment keine Antwort geben können oder wollen, erklären Sie Ihrem Kind, dass Sie müde sind und ihm später eine Erklärung geben, was Sie dann allerdings auch tun sollten.

  • Die Aufforderung zum «Schnellmachen» provoziert meist Widerstand, da sie das Kind unter Druck setzt und überfordert.

  • Überlegen Sie sich, was Sie brauchen, damit Sie wieder ausgeglichener werden, und wer Sie in dieser Zeit entlasten könnte. Vielleicht ist es ein freier Nachmittag, regelmässiger Sport, ein Abend mit einer Freundin, einem Freund?

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