Una bimba piccola gioca in uno scatolone.

Die magische Welt des Kindes

Drei Jahre

Kinder haben eine lebhafte Fantasie. Sie sehen geheimnisvolle Wesen, die ihnen helfen, die sie aber manchmal auch bedrohlich finden. Erzählen Sie Ihrem Kind Geschichten. Damit tragen Sie zur Sprachbildung bei.

Kinder stellen sich geheimnisvolle Wesen vor, die Wünsche erfüllen, in der Not helfen, sie beschützen und bei ihnen sind, wenn sie sich allein fühlen. Feen, Schutzengel, wilde Tiere, Zwerge: Sie sind für das Kind lebendig. Es braucht diese Fantasien, um die Wirklichkeit zu bewältigen und seine vielfältigen Gefühle zu ordnen. Das Kind erlebt diese Wesen oft als allgegenwärtig, körperhaft, «immer da». Diese ständige Anwesenheit kann von einzelnen Kindern als unangenehm, ja sogar als bedrohend empfunden werden. Vor allem in der Dunkelheit wecken sie manchmal Ängste. So kann zum Beispiel «das Krokodil unter dem Bett» plötzlich mitten in der Nacht erwachen. Es ist hilfreich, dass Ihr Kind weiss, dass es über solche Gestalten verfügen kann.

Geben Sie Ihrem Kind einen Bären oder ein anderes Plüschtier mit ins Bett, das es «beschützt». Vielleicht hilft auch ein Zauberstab, der die Tiere gehorchen lässt, oder Sie basteln zusammen ein «Angstfrässerli». Es ist auch möglich, dass Sie mit dem Kind einen Rundgang in seinem Zimmer machen und mit der imaginären Figur sprechen. Sie können so tun, als würden Sie «das Krokodil» einsperren oder fortschicken.







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Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihr Kind mit seinen Vorstellungen ernst nehmen. Missbrauchen Sie den Glauben Ihres Kindes nie und machen Sie ihm keine Angst damit. Versuchen Sie, Ihrem Kind diese magischen Vorstellungen nicht auszureden mit Worten wie: «Das bildest du dir nur ein» oder «So etwas gibt es gar nicht». Erstens bleibt die Angst des Kindes weiterhin bestehen, weil in seiner Wirklichkeit «das Krokodil» da bleibt oder nachts erscheint. Zweitens fühlt es sich unverstanden, und drittens können Sie ihm mit Gesprächen helfen, eigene hilfreiche Wege zu finden, seinen Ängsten zu begegnen.

Wirklichkeit und Fantasie

Es hängt mit der lebhaften Vorstellungsfähigkeit zusammen, dass Ihr Mädchen oder Ihr Junge in diesen Monaten mit ziemlicher Sicherheit beginnt, eine blühende Fantasie zu entwickeln. Zu beobachten ist das auch im Spiel, das von Fantasie und Kreativität geprägt ist. So wird der Stuhl zum Beispiel zum Auto, der alte Pappkarton zum Haus, der Schuh zum Schiff, der Teppich zum See. In einer Kindergruppe werden die Rollen ungeachtet des Geschlechts und der Grösse verteilt. Der älteste Junge wird zum Baby, das kleinste Mädchen zum Vater und so weiter. Beim Spielen und in der Fantasie gibt es keine Grenzen! Üblich sind auch blitzschnelle Wechsel von einer Welt in die andere. Ist es Zeit zum Mittagessen, wird aus dem «Auto» halt wieder ein Stuhl.

Das Bedürfnis nach magischen Vorstellungen wird sich in den nächsten Jahren noch stärker zeigen, zwischen dem vierten und dem achten Lebensjahr ist es am grössten. Sie haben also noch lange Zeit, über die Vorstellungskraft Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter zu staunen und daraus viele kreative Lösungsansätze wachsen zu sehen.

Erzählt Ihnen Ihr Kind Geschichten?

Ihr Kind sagt vielleicht eines Abends, das «Sandmännchen» sei eben da gewesen; es habe ganz viel Sand ins Bett gestreut und sei dann aus dem Fenster geklettert. Sie dürfen solche Fantasien nicht als Lügen verstehen. In seinem Denken vermischen sich Wirklichkeit, Wunschvorstellung und Fantasie. Vielleicht entdecken Sie, dass ein Stück Kuchen verschwunden ist. Auf Ihre Frage antwortet das Kind, die Katze habe den Kuchen gefressen. Auch das entspringt der kindlichen Fantasie. Vielleicht hat Ihr Kind einmal beobachtet, wie die Katze genascht hat. Warum sollte sie in seiner Vorstellung nicht ein ganzes Stück Kuchen holen? Ein anderes Mal macht es Ihnen vielleicht weis, der Hund habe die Tapete bemalt. Lügt es dann? Soll es bestraft werden, damit es sich das «abgewöhnt»? Nein, ganz sicher nicht, denn mit «Lügen» hat das wirklich noch nichts zu tun.







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Kinder können zwar zwischen Vorstellung und Realität unterscheiden, können aber die Grenzen zwischen realer und Fantasiewelt noch nicht klar setzen. Das heisst, von ihrem Entwicklungsstand her sind sie im jetzigen Alter gar noch nicht fähig, absichtlich zu lügen. Erst wenn ein Kind seine Handlungen abschätzen und sich in die Lage oder Bedürfnisse eines anderen hineinversetzen kann (etwa im Alter von vier, fünf Jahren), besitzt es die notwendigen Voraussetzungen zum «richtigen» Lügen. Erst dann kann es die Folgen seiner Taten abschätzen und damit auch, dass diese unter Umständen unangenehme Konsequenzen für es haben könnten. Dementsprechend erscheint es dem Kind dann vielleicht einfacher, sich durch eine Lüge einem Konflikt zu entziehen.

Erzählen Sie Ihrem Kind Geschichten und Bilderbücher

Geschichten auf einem Audiogerät zu hören, ist zwar toll, aber noch schöner ist es, wenn die Eltern etwas erzählen oder vorlesen. Sie sitzen mit Ihrem Kind zusammen, und es lässt sich langsam in Bann ziehen von Ihren Worten, Ihrem Blick, Ihren Bewegungen. Geschichten erzählen ist eine Kunst – aber keine, die nicht zu lernen wäre. Manche Mütter und Väter sind Naturtalente, andere müssen sich überwinden. Versuchen Sie es doch! Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie eine Figur (beispielsweise eine Fingerpuppe, einen Kasperli, eine Marionette) sprechen lassen. Wenn Sie die Stimme den Figuren anpassen, wird die Geschichte lebendig.

Ein Dreijähriges verlangt nicht nach komplizierten, anspruchsvollen Handlungen. Jedes alltägliche Ereignis kann zu einer lustigen Geschichte werden. Es kann auch die Geschichte aus einem Bilderbuch sein, die Sie Ihrem Kind erzählen. Es wird Ihrem Mädchen oder Ihrem Jungen nie langweilig werden, immer wieder das Gleiche zu hören. Erzählen Sie die Geschichten stets auf die gleiche Weise, mit den gleichen Worten. Wenn Sie etwas vergessen oder «falsch» erzählen, wird Ihr aufmerksames Publikum Sie schnell und energisch korrigieren! Durch das Erzählen von Geschichten tragen Sie auch wesentlich zur Sprachbildung des Kindes bei.

Welche Geschichten und Bilderbücher eignen sich?

Sehr beliebt sind Geschichten von Tieren, von Alltagserlebnissen, von guten Feen, die Wünsche erfüllen und so weiter. Besonders geeignet sind Bilderbücher mit wenig Text, aber Bildern mit vielen Details, die zu Gesprächen ermuntern. Begebenheiten aus der Kindheit der Eltern sind ebenfalls von grossem Interesse. Dazu eignen sich Fotoalben wunderbar als Stütze. Geschichten regen die Vorstellungskraft Ihres Kindes an und helfen ihm, sein Leben mit den grossen und kleinen Konflikten zu bewältigen. Wichtig ist in diesem Alter ein positiver Ausgang der Erzählung. Erzählen Sie die Geschichte deshalb immer bis zum Schluss.

Märchen und Geschichten (auch biblische Geschichten) sind mit Sorgfalt und unter Berücksichtigung des Alters auszuwählen. Es gibt Geschichten, die Angst machen können. Rotkäppchen, das vom Wolf gefressen wird, Hänsel und Gretel, die von ihren Eltern verlassen werden, sind jetzt noch nicht geeignet. Es gibt aber durchaus kleine Kinder, welche die Spannung bereits aushalten, wenn es etwas zu fürchten gibt. Sie werden sehr schnell merken, was Ihr Mädchen oder Ihr Junge erträgt und was nicht.

Geschichten erzählen statt fernsehen

Der Fernseher und Filme erzählen zwar auch Geschichten und zeigen Bilder, doch im Gegensatz zum Bilderbuch geht hier alles viel schneller. Kinder in diesem Alter können die Fülle von optischen und akustischen Reizen noch nicht einordnen und verarbeiten. Kinder brauchen Zeit zum Verstehen, zum Begreifen. Ein Bilderbuch erfüllt diese Voraussetzungen, man kann es immer wieder ansehen, die gleiche Geschichte hören. Beim Zuhören geniesst man auch die ungeteilte Aufmerksamkeit eines anderen Menschen. Mit diesem steht man in Blickkontakt und ist mit ihm durch das Eintauchen in die gemeinsame fantasievolle Bilder- und Geschichtenwelt eng verbunden.

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