Zwei Jahre
Viele Kinder werden zwischen zwei und vier Jahren trocken, bei einigen dauert es länger. Wir haben Tipps, wie Sie Ihr Kind beim Trockenwerden unterstützen können.
Kinder können erst Blase und Darm kontrollieren, wenn sie von ihrer Entwicklung her reif dazu sind. Auch wenn Ihr Kind reges Interesse an seinem Geschäft bekundet und bereits Worte dafür findet – die Körperfunktionen kann es vielleicht noch nicht zuverlässig kontrollieren.
Allenfalls benutzt Ihr Kind tagsüber schon einen Topf oder das WC, braucht aber nachts noch Windeln. Oder es ist ein paar Tage und Nächte hindurch völlig trocken und macht plötzlich wieder in die Hosen. Alles kein Grund zur Sorge. Jedes Kind kommt eines Tages ohne Windeln aus.
Eine entspannte Atmosphäre rund ums Thema «Sauberkeit» ist die beste Voraussetzung. Es bringt nichts, das Kind zu hetzen oder zu forcieren. Auch Strafen, Ermahnungen oder Belohnungen sind keine tauglichen Mittel.
Trockenwerden ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung zur Eigenständigkeit, welcher von aussen nicht beeinflussbar ist. Lassen Sie Ihr Kind von sich aus und in seinem Tempo den Schritt von der Windel zum «stillen Örtchen» machen und fragen Sie auch in der Krippe oder bei der Tagesfamilie nach, wie dort mit diesem Thema umgegangen wird.
Ein paar Ideen helfen Ihnen vielleicht, Ihre Tochter oder Ihren Sohn bei diesem Entwicklungsschritt zu begleiten, sofern sie oder er schon bereit dazu ist.
Komplizierte Kleider, Knöpfe, die schwer aufgehen, gebundene Hosenverschlüsse können dem rechtzeitigen Erreichen des «stillen Örtchens» hinderlich sein. Kinder sind oft so sehr ins Spiel vertieft, dass sie spät dran sind, um aufs WC zu gelangen.
Geht Ihr Kind lieber auf den Topf oder aufs WC? Berücksichtigen Sie seine Vorliebe.
Vielleicht bevorzugt Ihr Kind eine WC-Brille für Kinder zum Aufsetzen auf die Erwachsenen-Toilette? Manche Kinder sind stolz darauf, wie die Grossen aufs WC zu gehen. Andere fühlen sich unsicher und haben Angst vor dem grossen Loch. Hilfreich kann ein Schemel für die Füsse sein.
Das Kind darf selber entscheiden, wie lange es auf dem Topf oder WC sitzen möchte.
Kinder möchten häufig ihr «Produkt» sehen. Spülen Sie also nicht sofort. Vielleicht möchte Ihr Kind auch selber spülen? Manchmal möchte es wissen, wohin sein «Gaggi» geht.
Viele Kinder entwickeln ihre eigenen «Mödeli». Die einen möchten allein und ungestört auf ihrem «Thron» sitzen; die anderen lieben es, wenn man ihnen dabei Gesellschaft leistet oder wenn sie ein Bilderbuch anschauen können.
Ihr Kind muss nicht täglich stuhlen. Je nach Essensmenge und seiner körperlichen Befindlichkeit kann das auch nur alle zwei Tage geschehen. Abführmittel sind nicht nur absolut unnötig, sondern auch schädlich! Bitte nur auf ärztliche Verordnung hin geben.
Wenn Sie ausser Haus gehen, ist es ratsam, Ersatzkleider dabeizuhaben.
Wenn das Kind trocken wird, gibt es verschiedentlich «Rückfälle». Das ist normal und kommt bei allen Entwicklungsschritten vor. Seien Sie geduldig. Krankheit, die Geburt eines Geschwisters, Streitigkeiten oder Wohnungswechsel können Rückfälle in der Sauberkeitsentwicklung zur Folge haben.