Zwei Jahre und sechs Monate
Muss das Kind ins Spital, löst das Ängste und Unsicherheiten aus, beim Kind und bei den Eltern. Jetzt Tipps für den Spitalaufenthalt erhalten.
Wussten Sie, dass zwei Drittel aller Spitaleinweisungen Notfälle sind? Vielleicht musste auch Ihr Kind mal ins Spital. Oder das Nachbarskind hatte plötzlich einen Gips am Arm. So wurde bei Ihnen «Krankheit und Spital» vielleicht schon zum Thema. Entsprechende Bilderbücher, Rollenspiele mit einem Spielarztkoffer oder später auch spezielle Kinderspitalführungen (in grösseren Kinderspitälern) eignen sich besonders gut, um dem Kind das Thema «Spital» näher zu bringen. Auskünfte erhalten Sie in Kinderspitälern oder beim Schweizerischen Verband «Kind und Spital». Sie finden dort auch Unterstützung in Form von vielfältigen Informationen, Kinderbüchern und Spielsachen.
Muss Ihr Kind ins Spital eingewiesen werden, ist es wichtig, dass Sie Vertrauen zu den Ärztinnen, Ärzten und zum Spitalpersonal haben. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihnen und den medizinischen Fachleuten fördert den Heilungsprozess. Wie Sie als Mutter oder Vater mit Krankheit, Schmerz und dem Gedanken ans Spital umgehen, beeinflusst die Einstellung Ihres Kindes.
Steht Ihrem Kind ein längerer Spitalaufenthalt oder eine Operation bevor, kann dies ein einschneidendes Erlebnis sowohl für Ihr Kind als auch für Sie als Eltern sein. Ihr Kind versteht nicht richtig, was mit ihm geschieht. Es reagiert verunsichert oder ängstlich. Seien Sie für Ihr Kind da und versuchen Sie, seine Ängste in dieser Situation nachzuempfinden und seine Bedürfnisse zu verstehen. Fühlen Sie sich überfordert, können Sie auch eine psychologische Beratung in Anspruch nehmen. Damit erhalten Sie und Ihr Kind in dieser schwierigen Situation Begleitung und Unterstützung. Zu diesem Zweck haben die Kinderspitäler psychologische Fachpersonen angestellt.
Nicht die Krankheit, sondern die Trennung von den Eltern und von zu Hause ist das entscheidende Erlebnis für Kinder, die ins Spital müssen. Die meisten Spitäler tragen diesem Umstand Rechnung: entweder mit dem so genannten «Rooming-in» (die Eltern übernachten im Spital) oder mit grosszügigen Besuchsregelungen und einer guten Vorbereitung der kleinen Patienten.
Versuchen Sie, möglichst viel Zeit bei Ihrem Kind im Spital zu verbringen. Fragen Sie aber auch Grosseltern und Freunde an, ob sie diese Aufgabe mit Ihnen teilen könnten. Auch Sie sollten sich dazwischen ein wenig erholen und neue Kräfte sammeln. Wichtig ist, dass oft eine vertraute Person beim Kind ist.
Eine grosse Hilfe sind auch ein Lieblingsspielzeug oder ein Gegenstand von Ihnen, die Sie Ihrem Kind mitgeben. Diese vertrauten Sachen verkörpern ein Stück Zuhause und spenden Trost.
Besuche beim kranken Kind sind oft schmerzlich. Wenn es beim Abschied herzzerreissend weint, überlegen Sie vielleicht, ob es wohl besser gewesen wäre, gar nicht zu kommen. Doch das Kind würde sich dann noch verlassener fühlen, und sein Schmerz wäre noch grösser. Wichtig ist, dass es sich darauf verlassen kann, dass die Mutter und/ oder der Vater wieder kommen.
Nach dem Spitalaufenthalt dauert es manchmal einige Zeit, bis sich das Kind daheim wieder zurechtfindet. Der unterschiedliche Tagesablauf, die vielen Menschen, die plötzlich nicht mehr da sind, die nachlassende Sonderbehandlung, all das stellt grosse Anforderungen an ein Kind in diesem Alter. Wenn es bereits trocken war, kann es sein, dass es wieder einnässt. Oder es hat vorübergehend Mühe, einzuschlafen oder alleine zu schlafen. Machen Sie um solche «Rückfälle» nicht zu viel Aufhebens. Gehen Sie mit Ihrem Jungen, Ihrem Mädchen so liebevoll wie sonst um und lassen Sie den gewohnten Alltag wieder einkehren.