Un bambino gioca con le stoviglie della lavastoviglie.

Spielen – viel mehr als ein Kinderspiel

12. Monat

Spielen ist ein Grundbedürfnis jedes Kindes. Alle Menschen spielen von Geburt an – auf der ganzen Welt. Spielen ist etwas Lustbetontes, zugleich aber auch eine intensive und konzentrierte Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt, denn spielend lernen Kinder die Welt verstehen.

Im Spiel können Kinder sich auf ihre Art und Weise ausdrücken und zunehmend Zusammenhänge erfahren und begreifen. Spielen bedeutet beobachten, nachahmen, entdecken, ausprobieren, erfahren und lernen. Dazu braucht es gar nicht viel spezielles Spielzeug – die eigenen vier Wände und die Natur bieten ganz viele Anregungen.

Auf Kinderhöhe ist nun nichts mehr vor kleinen Forschern und Forscherinnen sicher. Putzmittel, Messer, Scheren, Plastiksäcke, Schnüre und andere gefährliche Haushaltsgegenstände sollten jetzt ausser Reichweite von Kinderhänden aufbewahrt werden.

Alles wird zum Spielzeug

Ein- und ausräumen, spritzen und planschen, knistern und rascheln: In diesem Alter räumen Kinder hingebungsvoll Schachteln, Dosen, Büchsen, Schubladen oder Kästen aus und ein. Daher ist eine «Extra-Kinderschublade» für die Kleinen wirklich das Grösste! Küchenschublade auf, Kochlöffel, kleine Pfannen, Plastikschüsseln und Topfdeckel raus, und schon kann das lustvolle Lärmen, Spielen und Experimentieren losgehen.

Ein verlockender Spielplatz ist auch das Badezimmer. Mit Wasser kann man ausgelassen spritzen, planschen und es in Eimern ein-, aus-, hin- und herschütten. Zum Glück ist die Überschwemmung schnell wieder weggeputzt.

Papier und Karton

Und dann ist da noch das Wohnzimmer, wo Mama und Papa Zeitung lesen – oft nicht ganz ungestört. Natürlich macht es riesig Spass, die Seiten herumzublättern, zu zerknittern und zu zerreissen! Das knistert und raschelt so schön und gibt einen Berg voll zerknülltem Papier und Schnipseln!

Höchst interessant ist es auch, Päckchen auszupacken – und wieder einzuwickeln. Vielleicht ist Oma enttäuscht, wenn ihr Enkelkind lieber mit dem Geschenkpapier und der Schachtel spielt anstatt mit dem Teddybären. Der herzige Teddy wird zwar später sicher noch entdeckt, doch im Moment ist es viel aufregender, herumliegende Sachen in die soeben geschenkten Schachtel x-mal ein- und wieder auszuräumen.







Illustration Ein Kind zerreisst eine Zeitung.

Immer mehr wird Ihre Tochter oder Ihr Sohn von nun an daran interessiert sein, das Gleiche zu tun wie Sie. Zum Beispiel die Nase in das grosse, graue, knisternde «Etwas» zu stecken, das Sie gerade in Ruhe lesen wollten. Kinder sehen zu, ahmen nach, probieren aus und begreifen dadurch nach und nach Alltägliches.

Zuschauen, nachahmen, mitmachen

Überall dort, wo sich Gelegenheiten bieten, sollten Sie das Kind deshalb in Ihren Alltag einbeziehen. Freuen Sie sich an seiner Neugier und seinem Erfindergeist, lassen Sie es an so vielem wie möglich teilhaben. Aus dem täglichen Nebeneinander wird sich mit der Zeit ein Miteinander ergeben – im Verbinden von Hausarbeit und Spielen.

Wenn Ihr Kind grösser ist, wird es stolz darauf sein, mitzuhelfen. Zum Beispiel als «Möbelabstauber» oder «Löffelabtrocknerin». Viele Tätigkeiten werden dadurch vielleicht etwas mühsamer und zeitaufwendiger, aber für Ihr Kind öffnen sich damit wertvolle Erlebnis- und Erfahrungsräume und für Sie ist es – in Hinsicht auf eine wahre Hilfe – eine Investition in die Zukunft.

Spielsachen oder Sachen zum Spielen

Sind Sie auch schon ratlos vor den prall gefüllten Regalen in den Spielwarengeschäften gestanden und haben sich gefragt, ob Ihr Kind das alles wirklich braucht? Seien Sie kritisch und zurückhaltend und kaufen Sie nach dem Motto «Qualität statt Quantität».

Spielsachen können Sie auch leihen. Fragen Sie Eltern mit grösseren Kindern oder schauen Sie in einer Börse oder Ludothek (Spielwarenverleih) nach. Liebend gerne spielen Kinder vor allem mit Dingen, die auch Sie oft benutzen. Dies können ganz gewöhnliche Alltagsgegenstände sein; zum Beispiel eine Pfanne, ein Schwingbesen, Wäscheklammern oder das Brillenetui.

Wenn Dinge kaputt gehen

Beim Spielen geht manchmal auch etwas kaputt. Handelt es sich um einen Gegenstand, der Ihnen sehr lieb ist, ist es nicht immer einfach, ruhig zu bleiben. Ihr Kind hat ihn sicher nicht absichtlich zerstört. In diesem Alter finden es Kinder oft spannend, wenn Dinge in die Brüche gehen. Sie jauchzen, wenn sie den von Ihnen aufgebauten Klötzliturm umwerfen dürfen.

Ihr Kind versteht aber nicht, warum Sie sich ärgern, wenn es die Vase kaputtmacht. Es wird Schritt für Schritt lernen müssen, dass es Dinge gibt, die es kaputtmachen darf, und solche, die nicht zerstört werden sollen.

Spielsachen zu Beginn des zweiten Lebensjahres

Ein grosser Ball, der nicht unter die Möbel rollen kann, hält Ihr Krabbel- und (vielleicht schon) Lauf-Kind in Bewegung. Es trainiert dabei seine Muskeln und wird allmählich immer sicherer, geschickter und flinker. Bald macht ihm ein Nachzieh-Spielzeug Freude. Sei es eine lustige Ente, eine bunte Eisenbahn oder sonst etwas Rollendes, das Ihrem Kind überallhin folgen wird.

Ihre Tochter oder Ihr Sohn freut sich über etwas zum Gernhaben. Ein Stofftier, eine weiche Puppe oder ein Teddybär kann über viele Jahre hinweg wichtige Erlebnisse teilen, Entwicklungsschritte begleiten und dabei Kamerad, Leidensgenossin und Freund sein.

Dass «Häsli», «Schnufi» und «Teddy» häufig überall dabei sind und viele Abenteuer mitbestreiten, sieht man ihnen natürlich mit der Zeit an – und man riecht es auch. Doch genau das macht sie so einzigartig und unersetzbar. Sollte der Teddy dennoch mal ein Bad nötig haben, so setzen Sie ihn doch gemeinsam mit Ihrem Kind in die Badewanne. Und falls Sie «Häslis» Ohr nun schon zum zweiten Mal annähen, so tun Sie es auch noch ein drittes Mal – «Häsli Nummer zwei» wäre nämlich nicht mehr dasselbe!







Illustration Ein Kind zieht einen Zug an Spielzeug hinter sich her.

Transportmittel für Spielsachen

In diesem Alter wird ein Fahrzeug zum Stossen interessant, das nicht allzu klein ist und beladen werden kann. Das Stofftier, die Puppe oder die Klötze können damit herumtransportiert werden. Es muss auch stabil genug sein, damit sich das Spielkind selber darauf oder hineinsetzen kann, ohne umzukippen.

Auch Becher, Klötze und einfache Steckspiele machen nun neugierig und verlocken zum Lärmen, Ineinanderstellen, Aufstecken und Auftürmen. Erwarten Sie aber noch keine Kunstbauten – die Zeit der prächtigen Schlösser, Burgen und Türme kommt erst später. Im Moment ist es für Ihr Kind wichtiger, verschiedene Formen irgendwie miteinander in Beziehung zu bringen, zum Beispiel, indem es Holzringe auf einen Holzstab steckt.

Kleine Dinge wegräumen

Bestimmt konnten Sie bereits beobachten, dass das Greifen Ihres Kindes zielsicherer, flinker und geschickter geworden ist. Das zeigt sich im so genannten «Pinzettengriff». Das Zusammenspiel von Daumen und Zeigefinger verleiht Ihrem Kind eine neue Fertigkeit, die es nun mit ausgesprochener Hingabe und Begeisterung anwenden wird: das Aufsammeln und Inspizieren von kleinen Objekten. Kein Krümel, kein Fussel scheint zu klein zu sein, um entdeckt, erfasst, beäugt und in den Mund gesteckt zu werden.

Diese Erfahrungen sind für das Tast- und Fingerspitzengefühl Ihres Kindes nach wie vor sehr wichtig. Gleichzeitig erhöht sich nun aber auch die Gefahr, dass es kleine Dinge wie zum Beispiel Steine, Knöpfe, Murmeln oder Büroklammern verschlucken oder auch in die Nase oder ins Ohr stecken könnte. Es empfiehlt sich also, wieder einmal einen Wohnungskontrollgang zu machen – diesmal auf der neuen Augenhöhe Ihres Kindes – und gefährliche Kleinigkeiten wegzuräumen.

Draussen spielen

Spielen mit Sand und Erde – was gibt es Schöneres? Am liebsten in Kombination mit Wasser. Gibt es einen Sandspielplatz in Ihrer Nähe, den Ihr Kind benützen darf? Wenn nicht, lässt sich vielleicht auf dem Balkon, der Dachterrasse oder in der Nähe der Wohnung etwas einrichten?

Jetzt brauchen Sie nur noch einen Eimer, eine Schaufel, Formen zum Kuchenbacken, ein Sieb und eventuell eine Giesskanne. Dieses Sandspielzeug sollte aus biegsamem Plastik sein. Es rostet nicht, behält die Farbe, und wenn das Kind einmal darüberstolpert, tut es sich nicht weh.

Zum «Sändele» gehört natürlich, dass Ihr Kind schmutzig wird. Wenn Sie weggehen – in den Wald oder auf einen Spielplatz –, nehmen Sie am besten Ersatzkleider mit. Damit der Sandkasten nicht zum öffentlichen WC von Katzen oder Hunden wird, sollte er immer gut zugedeckt werden.

Bilderbücher für Kleinkinder

Ihr Einjähriges freut sich, wenn Sie ab und zu ein Bilderbuch (vorzugsweise aus Karton) mit ihm anschauen. Mit grossen Augen werden Sie angestaunt, wenn plötzlich das Pferd in der Geschichte zu wiehern beginnt oder die Maus piepst.

Einer ganzen Geschichte kann Ihr Kind jetzt noch nicht folgen. Daher sind die einzelnen Bilder sehr wichtig. Achten Sie darauf, dass diese einfach und klar im Ausdruck sind und nicht zu viele Details haben. Einzelne Abbildungen des Alltags wie Tiere, Fahrzeuge, Spielzeug sind ideal und werden mit Worten und Geräuschen lebendig.

Bilder anschauen macht Spass. Oftmals steht in diesem Alter jedoch das Blättern und Hantieren mit dem Buch im Vordergrund. Darum eignet sich auch ein Prospekt oder eine Zeitschrift hervorragend als «Anschauungsmaterial».

Weniger ist mehr

Kinder sind vielfach überfordert, wenn das Angebot an Spielsachen zu gross ist. Geschenkte Spielsachen, die dem Alter des Kindes nicht entsprechen, können Sie auf die Seite räumen und ihm erst dann geben, wenn es damit umgehen kann.

Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind beginne sich mit einigen Spielsachen zu langweilen, können Sie diese für einige Tage oder Wochen wegräumen. Später sind die gleichen Sachen plötzlich wieder interessant.

Spielausdauer und Konzentration

Wenn Ihr Kind noch nicht sehr lange bei einem Spiel verweilt, so ist das in diesem Alter ganz normal. Spielausdauer und Konzentration sind noch begrenzt. Eben noch war das Spiel mit der Rassel so spannend, doch sobald Sie telefonieren, gibt es plötzlich nichts Wichtigeres, als möglichst rasch das Telefon in die Finger zu bekommen. Das geht manchmal sehr schnell und erfordert Geduld.

Allmählich muss Ihr Kind lernen, dass es nicht alles haben kann, was es will – und dass auch Sie nicht jedes Mal sofort zur Stelle sind, wenn es nach Ihnen verlangt. Langsam lernt es, kurze Zeitspannen des Wartens auszuhalten. Zur Überbrückung kann es hilfreich sein, wenn Sie ihm ein anderes Angebot machen, zum Beispiel seine Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Spielzeug lenken.

Ist ein Kind gerade in ein Spiel vertieft, wird es nicht gerne gestört. Es ist wichtig für Ihr Kind und für die Entwicklung seiner Konzentrationsfähigkeit, ihm solche ungestörten Phasen zu lassen. Für Sie kann ein solcher Moment eine wunderbare Gelegenheit sein, Ihr Spielkind zu beobachten. Welche Sachen bevorzugt es? Wie spielt es damit? Wechselt es häufig seinen Platz? Was lenkt es ab?

Lärm oder Musik – das ist hier die Frage!

Zu den liebsten Spielsachen gehören natürlich alle Dinge zum Hämmern und Klopfen, zum Lärmen und Musikmachen. Geräusche selber produzieren – das ist aufregend und spannend! So scheppern die Dosen, rollen die Holzkugeln die Treppe hinunter, rattert das Spielzeugauto über den Heizkörper und klappert das Küchengeschirr – je lauter, desto schöner. Stundenlang! So scheint es Ihnen zumindest. Doch was uns als Lärm auf die Nerven geht, ist für ein Einjähriges Musik. Seine Musik. Und weil sie ihm so gut gefällt, wiederholt es sie immer wieder.







Illustration Ein Kind schlägt auf Pfannen ein um Musik zu machen.

Lärm gehört zum Leben. Das Kind lernt dabei eine gewaltige Tonvielfalt kennen und erfährt, wie unterschiedliche Geräusche entstehen. Man soll das Kind also seine «Musik» machen lassen. Wenn dabei die eigenen oder die Nerven der Nachbarn zu sehr strapaziert werden, gibt es Alternativen – Spaziergänge zum Beispiel. In der freien Natur dürfen Kinder nach Herzenslust Töne produzieren.

Kleinkinder sind aber auch sehr empfänglich für «richtige» Musik. Sie lieben Lieder, Melodien und Rhythmen. Das Kind drückt mit dem ganzen Körper aus, was es erlebt, wenn es Musik hört. Es schüttelt den Kopf hin und her und freut sich mit Armen und Beinen.

Kinderzimmer und Spielecke

Allmählich wird das Kinderzimmer als Spielzimmer attraktiver. Ihr Kind wird aber kaum alleine darin bleiben wollen, denn noch immer möchte es am liebsten in Ihrer Nähe sein. Daher ist es wichtig, eine Spielecke im Wohnbereich einzurichten – im Wohnzimmer, in einer Ecke der Küche oder in einer geräumigen Diele. So fühlt sich Ihr Kind nicht im Kinderzimmer alleingelassen, sondern ins Alltagsgeschehen integriert und mit Ihnen verbunden.

Je grösser es wird, desto weniger wird es Ihnen überallhin folgen und öfter und länger auf seinem «Spielplatz» verweilen. Vor allem dann, wenn es sich dort verkriechen kann. Eine stabile Kartonschachtel (Verpackungsmaterial von grossen Haushaltgeräten) oder ein mit Tüchern bespanntes Laufgitter sind spannende Schlupfwinkel und gute Verstecke.

Falls Sie einmal Ihre Schlüssel suchen, sollten Sie vielleicht zuerst einmal in der Spielecke nachsehen. Ihr Kind kann noch nicht zwischen Ordnung und Unordnung unterscheiden und es fühlt sich meist pudelwohl im grössten Durcheinander. Seien Sie ihm also nicht böse, wenn es alles verschleppt und herumliegen lässt.







Illustration Das Kind spielt im Wohnzimmer.

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