Due bimbi piccoli giocano tra loro

Spielen mit Gleichaltrigen

Ein Jahr und sechs Monate

Ihr Kind zeigt immer mehr Interesse am Kontakt mit Gleichaltrigen. Manche Kinder gehen voller Neugier auf andere zu, manche brauchen dazu mehr Zeit.

Beobachten Sie Ihr Kind, um zu erfahren, wie es auf andere Kinder reagiert, die es noch nicht kennt. Ist es eher zurückhaltend, so lassen Sie ihm Zeit. Es benötigt Ihre Nähe; sie gibt ihm die Sicherheit, die es braucht, um nach einer Weile aus eigener Initiative nach aussen zu treten und Kontakt aufzunehmen. Sich mustern, einander betasten, zuerst noch etwas schüchtern oder gleich forsch «aufs Ganze» gehen – Kinder gestalten in diesem Alter die erste Begegnung ganz unterschiedlich. Von Vorteil ist, wenn Kontakte regelmässig mit den gleichen Kindern gepflegt werden. Durch erwartete Reaktionen kann das Miteinander besser geübt werden, und durch kontinuierliche Begegnungen entstehen mit der Zeit vertraute Beziehungen.

Sympathie und Antipathie auch unter Kindern

Auf Erwachsene wirkt es oft so, als ob Kinder in diesem Alter noch nicht miteinander, sondern eher nebeneinander spielen. Sieht man jedoch genau hin, so erkennt man, dass sich bereits jetzt das Miteinander im Interesse aneinander zeigt, zum Beispiel, wenn sie einander schubsen oder am gleichen Gegenstand ziehen.

Kleinkinder stehen bereits viel stärker miteinander in Kontakt, als es auf den ersten Blick ersichtlich ist. Sie führen eine Auseinandersetzung über einen begehrten Spielgegenstand, interessieren sich für die Reaktionen des Gegenübers oder imitieren einander. Und schliesslich geht es Kindern nicht anders als Erwachsenen: Nicht alle Kleinen sind sich gleichermassen sympathisch und finden Kontakt zueinander. Auch das gilt es zu akzeptieren.

Schubsen, Schlagen, Beissen

Sympathisch oder nicht – der erste Streit lässt oft nicht lange auf sich warten: Jedes Kind will plötzlich unbedingt das Feuerwehrauto haben, obwohl dieses zuvor wochenlang unbeachtet in der hintersten Ecke der Spielzeugschachtel lag. Ein Streit darüber kann recht heftig ausgetragen werden mit Schubsen, Schlagen, Beissen und An-den-Haaren-Reissen. Manche Kinder wehren sich heftig, andere lassen gutmütig alles über sich ergehen.

Streit gehört zum Leben, ein Kind, das streitet, ist nicht «böse». In diesem Alter kann es Konflikte nur handfest austragen, andere Konfliktlösungen muss es erst lernen. Je vielfältiger die Kontakte unter Kindern sind, desto mehr Übungs- und Erfahrungsmöglichkeiten haben sie, um zu lernen, was mit anderen funktioniert und was eben nicht. Mädchen und Jungen entwickeln rasch beachtliche Fähigkeiten, kleine Konflikte miteinander zu lösen. Auch heftigere Streitereien sind meist so schnell, wie sie aufflammen, auch wieder vergessen. Mit handfesten Streitigkeiten werden Sie vermutlich noch einige Male konfrontiert sein. Mit der Zeit wissen Sie immer besser, wann die Kinder Ihre Unterstützung brauchen und wann nicht.

Beissende Kinder

Eltern bleiben meist nicht unberührt von den Streitereien der Kinder. Je nach Verhalten und Befinden des eigenen Kindes empfinden sie dabei Mitleid, Ärger oder auch Schuldgefühle. Vor allem Kinder, die beissen, lösen starke Gefühle und Reaktionen aus. Dieses sicherlich unangenehme Verhalten darf aber nicht dazu verleiten, das beissende Kind als «aggressiv» abzustempeln und eventuell sogar zu meiden.







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Viele kleine Kinder haben einmal eine «Beissphase». Spannend dabei ist für das Kind vor allem die meist sehr heftige Reaktion des Spielpartners, der Spielpartnerin. Reagieren Sie energisch, wenn Ihr Kind beisst, und machen Sie ihm klar, dass sein Verhalten nicht akzeptierbar ist. Verzichten Sie darauf, dem Kind ebenfalls wehzutun, um ihm zu zeigen, wie sehr beissen schmerzt. Das Kind wäre nur verwirrt und verunsichert, aber es wäre nicht in der Lage, den Zusammenhang zu sehen. Geben Sie Ihrem Kind also einfach zu verstehen, dass Sie sein Verhalten nicht billigen, es aber trotzdem gern haben.

Wenn Ihr Kind wegen einer unfreundlichen Begegnung weint, so trösten Sie es. Es braucht Ihre Zuwendung. Doch übertreiben Sie nicht! Vielleicht ist Ihr Kind schon längst getröstet, der Schreck vorbei, während Sie sich noch immer über das Vorgefallene ärgern und es bedauern. Allzu grosse Anteilnahme kann das Kind dazu verleiten, bei jedem kleinen Problem bei den Eltern Zuflucht zu suchen, anstatt selber zu reagieren.

«Mein» ist nicht immer «Dein»

Die Unterscheidung zwischen «Dein» und «Mein» ist in diesem Alter noch nicht möglich. Auf Eigenes zu verzichten, muss erst gelernt werden. Was andere haben, ist oft besonders begehrenswert. Gibt der kleine Spielpartner oder die kleine Spielpartnerin das Gewünschte nicht freiwillig her, so nimmt man es einfach weg, mit mehr oder weniger grossem Krafteinsatz. Das ist eine dem Alter entsprechende normale und verständliche Reaktion.

Trotzdem muss das Kind akzeptieren, dass nicht alles, was es haben möchte, zu seiner Verfügung steht. Bis es dies versteht, wird noch einige Zeit vergehen. Versuchen Sie, geduldig zu bleiben, appellieren Sie nicht an die Vernunft des Kindes – dafür ist es noch zu klein. Besser, Sie trösten dasjenige Kind, dessen Wunsch kein Gehör findet, und sagen ihm zum Beispiel: «Weisst du, das ist Lucas Teddybär. Und er möchte ihn jetzt für sich haben.» Vielleicht lässt sich das Problem durch das Angebot eines attraktiven Tauschobjektes lösen. Oftmals geht es den Kindern aber nicht ums «Haben», sondern vielmehr um die Reaktion des Gegenübers.







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Zurückhaltung ist angesagt

Für die meisten Eltern ist es schwierig, streitenden Kindern zuzusehen und nicht sofort einzugreifen. Es lohnt sich jedoch, sich zurückzunehmen und abzuwarten. Oft lösen die Kinder das Problem selber.

Es ist wichtig, dass Ihr Kind lernt, wie es selbst mit solchen Situationen umgehen kann.

Schreiten Sie erst ein, wenn sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter nicht mehr zu helfen weiss. Zum Beispiel, wenn Sie beobachten, dass er oder sie sich von einem grösseren und stärkeren Kind bedroht fühlt.

Falls Sie bei anderen Eltern wegen Ihrer Zurückhaltung auf Unverständnis stossen, so teilen Sie sich mit. Nicht alle Eltern haben die gleiche Einstellung zum Umgang mit Konflikten. Wichtig ist, dass Sie gemeinsam versuchen, herauszufinden, wann eines oder beide Kinder Ihre Hilfe brauchen.

Wenn Kinder müde sind, entflammen Streitereien besonders schnell. Durch die Müdigkeit sind sie schneller überfordert, reden und vermitteln nützt dann häufig wenig. Eine Trennung der beiden Streithähne ist dann die sinnvollste Lösung.

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