4. Monat
Im Spiel macht Ihr Kind grundlegende Erfahrungen: Es erkundet die Welt. Lebensfreude und Entdeckungslust finden im Spiel ihren Ausdruck. Mit den Händen beginnt Ihr Kind nun, Stück für Stück, die Welt zu erfassen.
Kleine Kinder erfinden täglich neue Spiele: Eben war Ihr Kind noch intensiv mit seinen Fingern beschäftigt, und kaum hat es entdeckt, dass Sie neben ihm stehen, werden seine Bewegungen aufgeregt. Sein Kopf dreht sich Ihnen zu, und schon ist es da, wo es hinstrebt, nämlich in Ihren Armen.
Bevor Sie es richtig wahrnehmen, hat es auch schon eine Haarlocke gepackt, einen Ohrring, Ihre Brille. Auch der Löffel kann Spielzeug und «Instrument» zum Erforschen sein, das augenblicklich in den Mund wandert. Wie mag sich der Löffel für das Kind anfühlen? Mit dem Mund und den Händen spürt es, dass er hart und kühl ist. Ganz anders die Haarlocke; sie ist fein und warm.
Auch ein Gazetuch ist ein wunderbares Spielzeug, denn es ist weich und federleicht und macht jede noch so wilde Strampelei mit. Meistens aber braucht Ihr Kind für seine Entdeckungen den Mund. Mit den Lippen, der Zunge und dem Gaumen erforscht es gründlich seine Umwelt. Die Spielsachen, mit denen es sich beschäftigt, müssen deswegen nicht keimfrei sein, denn ein gesundes Kind hat viel Widerstandskraft.
Zunehmend wird Ihr Kind sich nun für seine Spielsachen interessieren und danach greifen. Überhäufen Sie Ihr Kind nicht mit zu viel verschiedenen Gegenständen! Geben Sie ihm lieber wenig Spielsachen, aber solche, die sich unterschiedlich anfühlen, anders klingen und verschiedene Farben haben; am besten nur einen Gegenstand auf einmal.
Ob Ihr Kind lebhaft spielt oder eher ruhig und versonnen ist, ist nicht eine Frage der Geschlechtszugehörigkeit, sondern des persönlichen Temperamentes. Sie sollten deshalb die Wahl des Spielzeugs geschlechtsunabhängig treffen. Sowohl Jungen als auch Mädchen spielen gerne mit weichen Wuscheldingen und mit farbigen Holzsachen. Sie werden bald feststellen, dass Ihr Kind auch Lieblingsspielsachen hat.
Vielleicht will Ihr Baby abwechslungsweise mal auf dem Rücken, mal auf dem Bauch liegen oder auf die Seite gedreht werden. In der Bauchlage hat es einen anderen Blickwinkel; vielleicht kann es bereits den Kopf heben, die Schultern hochstemmen oder sich (etwas später) auf seine Arme stützen und den Kopf heben. Eine sitzende Position, etwa mit stützenden Kissen rundherum, ist nicht zu empfehlen, solange das Kind sich noch nicht selbst aufsetzen kann.
Spielen ist für Ihr Baby anstrengend, kleine Kinder haben wenig Spielausdauer, sie müssen sich immer wieder ausruhen. Achten Sie daher auf die Signale Ihres Kindes und respektieren Sie sein Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung, wenn es müde ist.
Nicht alle Babys finden sofort den Schlaf, nachdem sie sich so verausgabt haben. Vielleicht muss es nach dieser grossen Anstrengung weinen und kann sich erst dadurch entspannen. Viele benötigen eine Übergangszeit der Ruhe und Besinnlichkeit. Sie brauchen ihr Einschlafritual. Es tut gut, sanft gestreichelt zu werden oder ein Lied gesummt zu bekommen.
Wo das Kind spielen soll und darf, hängt von Ihnen und Ihrem Lebensstil ab. Am liebsten spielt und verweilt Ihr Baby in Ihrer Nähe. Mit wenigen Handgriffen ist ein Teil des Zimmers zum Spielplatz umgebaut: Wo der Fussboden mit Teppichen belegt ist, genügt eine weiche Decke als Spielunterlage.
Falls der Boden kalt oder hart ist, braucht es noch eine zusätzliche weiche Matte, eventuell eine Isoliermatte. Für die Entwicklung ist es am besten, das Kind möglichst oft auf den Boden zu legen, denn dort kann es sich frei bewegen.
Denken Sie daran, mögliche Gefahrenherde auszuschalten. Der Platz sollte nicht zu nahe an Möbelkanten, Stuhlbeinen, Steckdosen oder heissen Heizkörpern, Verdampfern und Luftbefeuchtern gewählt werden.
Gegenstände, die für das Kind gefährlich werden könnten, sollten ausser Reichweite sein, wie zum Beispiel herabhängende Kabel (Bügeleisen), Tischtücher (herunterfallendes Geschirr), elektrische Geräte und so weiter. Manchmal genügt ein Türgitter, um bestimmte Räume und Treppen abzusichern.
An vielen Orten existieren Krabbelgruppen oder Elterntreffs, die sowohl Ihnen als auch Ihrem Kind die Möglichkeit geben, ausserhalb des häuslichen Rahmens anregende Stunden zu erleben. Schon ganz kleine Kinder schauen gespannt zu, wie grössere Kinder spielen.
Krabbelgruppen oder Elterntreffs verpflichten Sie nicht zur regelmässigen Teilnahme. Adressen von Krabbelgruppen und Elterntreffs finden Sie bei der Mütter- und Väterberatungsstelle, im Quartiertreff oder in der Freizeitanlage und an Anschlagbrettern von Einkaufsläden.