Un bimbo gioca a calcio con il papà.

Spiel- und Familienzeit einplanen

Vier Jahre und sechs Monate

Kinder brauchen vor allem auch am Wochenende viel freie Spielzeit. Und: Kinder und Eltern haben ein anderes Verständnis von Chaos und Ordnung sowie von Lärm und Ruhe.

In vielen Familien sind die Wochentage vollgepackt mit Verpflichtungen. Verständlich, dass man sich am Wochenende auf gemeinsame Aktivitäten freut. Dabei sollten Mütter und Väter nicht ausser Acht lassen, dass bei Kindern das Bedürfnis nach freier und selbstbestimmter Spielzeit gross ist. Nehmen Sie sich daher nicht zu viel vor für die Wochenenden und gestalten Sie die Spiel- und Familienzeit in einem ausgewogenen Verhältnis.

Frustrierend für alle Beteiligten ist, wenn der Stress für einen Ausflug gross ist und der erwünschte Effekt ausbleibt. Anstatt dass die Kinder begeistert reagieren, sind sie schlecht gelaunt und streiten womöglich ständig. Kein Wunder, wenn die Stimmung getrübt ist und Sie sich nerven, dass Ihr Kind so undankbar reagiert.

Ein Überangebot an Aktivitäten überfordert Kinder und bringt statt Entspannung unnötige Anspannung. Die gute Nachricht lautet: Kinder brauchen gar nicht so viele Angebote. Nicht selten sind sie zufriedener, wenn sie zu Hause spielen und sich verweilen dürfen. Achten Sie bei der Freizeitplanung darauf, dass alle Bedürfnisse zum Zug kommen und denken Sie daran: Weniger ist oft mehr.

Chaos und Ordnung

Häufig haben Kinder eine ganz andere Vorstellung von «Ordnung» als Erwachsene. Versuchen Sie dafür Verständnis aufzubringen. Eventuell können Sie Ihrem Kind als helfendes Ordnungsinstrument Aufbewahrungssysteme für seine Spielsachen zur Verfügung stellen wie zum Beispiel Schachteln oder Körbe. Sie erleichtern ihm die Orientierung beim Aufräumen und verschaffen Überblick. Räumen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auf.

Ihr Kind muss erst lernen, nach Ihren Kriterien zu sortieren. Versuchen Sie das Aufräumen für Ihr Kind lustvoll zu gestalten, als Teil seines Spiels. Besprechen Sie, wo Spielsachen liegen bleiben dürfen und wo Sie gerne «spielzeugfreie» Zonen hätten.

Wie wäre es mit einer Spielkiste auf Rädern? So können Dinge, die es zum Spielen braucht, mühelos von einem Raum zum andern transportiert werden. Das erleichtert auch das Aufräumen und den Rücktransport ins Kinderzimmer. Gleichzeitig kommt dies dem Bedürfnis des Kindes entgegen, in unmittelbarer Nähe seiner engsten Bezugspersonen zu spielen.

Laut oder leise?

Auch bei der Lautstärke scheiden sich die Vorlieben von Kindern und Erwachsenen. Kinderspiel ist oft laut und lärmig und kann die Grenze des Zumutbaren überschreiten. Daher gilt für den Lärmpegel das Gleiche wie fürs Aufräumen: Sagen Sie Ihrem Kind, wenn es Ihnen zu laut ist und warum Sie sich gestört fühlen. Ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, können Sie auf ein leiseres Spiel hinwirken, zum Beispiel mit einer Idee zur Veränderung oder Weiterentwicklung des Spiels oder mit einem anderen Angebot. Oftmals hilft es nur schon, wenn sich Ihr Kind eine Zeitlang ausgelassen an der frischen Luft bewegen kann, um überschüssige Energie loszuwerden …

Gelassenheit und Fantasie

Das alles klingt sehr einfach, ist aber im Alltag oftmals nicht so leicht umzusetzen. Kinder wollen nicht aufräumen oder sind plötzlich wieder ganz laut. Leider gibt es keine Formel, die Ordnung und Ruhe herbeizaubert. Geben Sie also nicht auf, versuchen Sie mit einer Portion Gelassenheit und Fantasie, die unterschiedlichen Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Medien, wie Computer, Tablet, Smartphone und Fernseher sollten nicht genutzt werden, um unruhige Kinder ruhigzustellen. Bildschirmmedien sind reich an Sinneseindrücken, die schwer zu verarbeiten sind. Vor allem zappelige Kinder reagieren auf solche Reizüberflutungen.

Spielen mit anderen Kindern

Kinder brauchen Kinder zum Spielen. Im gemeinsamen Spiel lernen sie, ihre eigenen Wünsche anzumelden und zugunsten anderer zurückzustellen, toleranter zu handeln und mehr Rücksicht zu nehmen. Sie lernen, zusammen zu streiten und einen gemeinsamen Weg zu finden. Dadurch erweitern sie sowohl ihre eigene Selbstständigkeit als auch die Fähigkeit, sich als Teil einer Gemeinschaft zu integrieren. Erwachsene können Kindern diese Erfahrung nicht vermitteln. Sie können den Kindern jedoch helfen, indem sie sich bemühen, ihre «Welt» zu verstehen und Begegnungen mit anderen Kindern ermöglichen.

Dabei ist es wichtig, auf verlässliche Kinderkontakte zu achten. Nur durch wiederkehrende Begegnungen können Freundschaften entstehen. Gelegenheit zum Zusammenkommen bieten organisierte Spielnachmittage, Spielgruppen, Mütter- oder Väter-Treffs oder auch die Einladung eines Kindes zu Ihnen nach Hause. Kinder aus einer anderen Kultur bringen vielleicht neue Spiele oder Spielformen mit auf den Spielplatz, die alle gemeinsam entdecken können.

Reload content for this field