Drei Jahre und drei Monate
Klassische Spielplätze mit Sandkasten, Klettergerüst und Schaukeln sind für Kinder oft etwas langweilig. Kinder brauchen Freiräume, wo sie ausgelassen spielen können.
Kinder geniessen das Spiel in den vertrauten vier Wänden., Doch sie streben auch nach dem, was vor der Haustür liegt. Draussen wartet das Unbekannte, das Abenteuer und mit ihm auch andere Kinder. Viele Einschränkungen, die drinnen notwendig sind, fallen weg, andere treten jedoch an ihre Stelle: Der Strassenverkehr hat zugenommen, die Erlebniswelt, in der sich Kinder unbeaufsichtigt bewegen und begegnen können, ist begrenzter geworden und birgt neue Gefahren.
Erwachsene haben als Gegenmassnahme «künstliche» Spielbereiche geschaffen, doch diese erfüllen oftmals nicht den Anspruch nach ausgelassenem und unbeobachtetem Spiel. Herkömmliche Spielplätze mit Sandhaufen, Klettergerüst und Schaukel sind pflegeleicht und ordentlich, dementsprechend aber oft anregungsarm und langweilig. Manchmal braucht es nur ganz wenig zum Neubeleben: ein paar Baumstämme vom Forstdienst, alte Pneus von der Autogarage oder eine Hängematte aus dem Brockenhaus. Versuchen Sie mit den Verantwortlichen von Spielplätzen (zum Beispiel von der Gemeinde) solche Ideen umzusetzen.
Um eine kindgerechte Umwelt zu fördern (und zu fordern), können auch mit anderen Eltern neue Freiräume für Kinder geschaffen werden, wie beispielsweise verkehrsberuhigte Wohnstrassen, Quartier- und Robinsonspielplätze. Schauen Sie sich einmal an Ihrem Wohnort um: Existiert ein kindgerechter Aussenspielbereich oder gibt es Möglichkeiten, den bestehenden zu optimieren?
Damit Kinder Selbstvertrauen entwickeln und aufbauen können, müssen sie eigene Erfahrungen machen und selber auf Entdeckungsreisen gehen. Freiräume schaffen bedeutet, Kinder gewähren zu lassen und darauf zu vertrauen, dass ihnen nichts passiert. Machen Sie mit Ihrem Kind Spielregeln ab. Sagen Sie ihm, dass es zum Beispiel im Park nur bis zu einer bestimmten Stelle gehen darf oder Bescheid gibt, wenn es zu einem Kletterbaum geht, der ausser Sichtweite der Eltern ist. Trauen Sie Ihrem Kind etwas zu und lassen Sie es schrittweise los. Sorgen Sie dafür, dass es vielfältige Sinneserfahrungen machen darf. Überbehütete Kinder sind oft eingeschränkt in ihren Entfaltungsmöglichkeiten.