Un bimbo dipinge insieme al papà.

Miteinander reden – miteinander regeln!

Fünf Jahr und sechs Monate

Streit, Chaos, Zeitmangel können das Familienklima beeinträchtigen. Es ist daher wichtig, das Familienleben zu pflegen, miteinander zu reden und Dinge zu regeln.

In Alltag geht es manchmal chaotisch zu und her: Eltern kehren gestresst vom Arbeitsplatz nach Hause zurück. Ein Streit auf dem Kindergartenweg drückt auf die Stimmung der Kinder. Keiner hat Zeit, man schimpft übereinander, alle machen sich Vorwürfe. Das Familienklima ist kühl … Solche Tage kommen vor. Werden sie zur Regel, wird’s zunehmend ungemütlicher. Um es nicht so weit kommen zu lassen, muss der Pflege des Familienlebens ein Ehrenplatz eingeräumt werden. Dazu gehören Gespräche.

Reden und zuhören

Es braucht Gespräche, um Meinungen auszutauschen und Situationen zu klären. Zeit und Raum dafür müssen eingeplant werden, denn sonst gehen sie im Familienalltag unter und es wird nur noch diskutiert, wenn’s schon «brennt».

Für Gespräche eignet sich der Esstisch. «Gesprächsinseln» können aber auch während eines Spaziergangs entstehen. Oder abends am Bettrand der Kinder. Auch beim Haushalten ergeben sich ruhige Momente und für ein Gespräch unter sich halten sich viele Eltern wöchentlich einen Abend frei. Kinder sind dabei ein Thema, aber auch Glück und Sorgen bei der Arbeit oder in der Freizeit.

Unter Eltern …

«Ich mache mir Sorgen um …» kann der Anfang eines Gesprächs unter Eltern sein. Oft nimmt aber die Antwort darauf die Frage nicht ernst («Mach dir keine Sorgen, im Kindergarten gibt’s noch mehr, die haben das gleiche Problem …») oder man reagiert vorschnell, will rasch helfen («Ich telefoniere schnell mit der Kindergärtnerin. Vielleicht braucht’s da nur …?»).

Damit fruchtbare Diskussionen entstehen und Lösungen gefunden werden können, ist es nötig, zuzuhören und sich einzufühlen. Das klingt einfach, braucht aber ein bisschen Übung. Das Gespräch könnte also so fortgeführt werden: «Wie meinst du das? Mir ist das noch gar nicht so aufgefallen …»

Miteinander reden heisst,

  • sich Zeit nehmen für das Gespräch
  • von sich selber reden («Ich finde …», «mir geht es so …»)
  • dem anderen zuhören (das kann geübt werden: Jeder und jede darf mal ungestört 10 Minuten lang reden, ohne vom anderen unterbrochen zu werden!)
  • die andere Meinung achten und versuchen, sie zu verstehen (Gesagtes wiederholen hilft, Missverständnissen vorzubeugen)
  • geduldig und ohne Vorwürfe erklären, wie man sich fühlt (oft muss man sich erst selbst klar werden, was genau ärgert oder stört!)
  • über Missverständnisse lachen
  • gemeinsam Vorstellungen über das weitere Zusammenleben entwerfen.

Bärenstark und hundeelend

Petra «kocht» vor Wut – wieder ist ihr kleiner Bruder quer durch den eben sorgfältig aufgebauten Raubtierzoo gekrochen. Ihr Vater hingegen nervt sich, dass Petra ihre Kindergartentasche immer hinter der Wohnungstüre deponiert, sodass alle darüber stolpern. Eine halbe Stunde später sitzen alle drei friedlich auf dem Sofa und schauen alte Fotos an.

Familien sind nicht ununterbrochen guter Laune, denn wo Leben ist, da gibt es auch Konflikte und Reibung. Neben solchen Hochs und Tiefs kennt jede Familie eine familiäre Grundstimmung, eine «Familienatmosphäre». Es lohnt sich, die eigene Familie mal von aussen anzuschauen! Weshalb ist eigentlich bei uns abends häufig schlechte Stimmung? Wann müssen wir herzhaft lachen? Wodurch lassen wir uns hetzen?

Erziehung – kinderleicht?

Erziehung scheint so einfach wie noch nie, überall stehen Beratungsstellen und Ratgeber zur Verfügung. Doch gerade diese Vielfalt verwirrt. Wie im Irrgarten wird jede Richtung von irgendeinem Experten oder einer Fachfrau empfohlen. Viele Eltern schlagen verunsichert einen Weg ein und fragen sich gleichzeitig, ob nicht ein anderer genauso richtig wäre.

Ein Grundproblem dabei ist, dass oft nicht nur ein guter Weg, sondern der perfekte gesucht wird. Doch Kindererziehung ist nie perfekt. Statt stur einer Route zu folgen, braucht’s häufig etwas Flexibilität und den Mut zur Unvollkommenheit. Neue Situationen sind nicht immer vorausplanbar, Umwege sind nötig und Probleme verlangen nach kreativen Lösungen, Improvisation und nicht zuletzt Humor. Mut braucht es auch, inmitten vieler guter Ratschläge einen eigenen Stil zu finden, auf den eigenen «Bauch» zu hören und dazu zu stehen.

Reden über Erziehung

Entwickeln Sie im Gespräch mit dem anderen Elternteil oder als Alleinerziehende, Alleinerziehender mit anderen Eltern zu Ihnen passende Erziehungsgrundsätze. Diese stehen immer wieder als Kompass zur Verfügung, zum Beispiel: «Mir ist wichtig, dass im Familienalltag sowohl die Bedürfnisse der Kinder als auch die der Erwachsenen zum Zuge kommen!»

Auch wenn Sie dann die Richtung nicht immer ganz genau einhalten, können Sie doch in hektischen Situationen kurz innehalten und darauf zurückkommen: Was will ich jetzt eigentlich? Lohnt sich eine Grundsatzdiskussion oder kann spontan auch mal ein Auge zugedrückt werden? Setze ich durch, dass die Kinder wie abgemacht ins Bett gehen und wir Erwachsenen Zeit haben für uns? Oder machen wir heute eine Ausnahme, weil der heiss geliebte Götti zu Besuch ist?

Erziehung regeln

  • Welche Familienerfahrungen bringt jeder und jede mit? Vielleicht gibt es Regeln und Rituale aus der eigenen Kindheit, die unbewusst oder bewusst den jetzigen Familienalltag prägen?
  • Wie soll unser aktuelles oder zukünftiges Familienleben aussehen? Zum Beispiel jeweils samstags gemeinsame Sportaktivität.
  • Was tun wir dafür? Sportarten ausprobieren, die der ganzen Familie zusagen.
  • Welche ausgesprochenen oder nicht ausgesprochenen Familienregeln gelten bei uns? Zum Beispiel kein Essen ausserhalb der Küche?
  • Werden die Regeln auch durchgesetzt? Können Kinder Konsequenzen nachvollziehen? Zum Beispiel Guetzli zurück in den Küchenschrank legen, wenn sie im Kinderzimmer gegessen werden. Ohne grosse Worte, Diskussionen oder gar Drohungen.
  • Fällt es mir leicht, konsequent zu sein? Warum (nicht)?
  • Stimmen die Abmachungen noch, oder müssten sie wieder einmal angepasst werden? (Vielleicht würde die ganze Familie beim Eile-mit-Weile-Spiel in der Stube mal gerne etwas knabbern.)
  • Welche Rolle (lieb, streng, unterstützend, strafend) hat wer dabei, und stimmt die Verteilung für die Beteiligten?

Reden mit anderen

Wie stark Familien Beziehungen zur Aussenwelt pflegen, ist sehr unterschiedlich. Doch der Schritt nach aussen, egal wie gross, lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn es manchmal Überwindung kostet.

Andere Familien – ob Eineltern-, Patchwork- oder Kleinfamilien – beschäftigen sich mit ähnlichen Fragen. Und ihre Aussensicht rückt Schwierigkeiten in ein neues Licht. Gespräche über Kindererziehung und Familienleben bringen Ideen und regen den eigenen Familienalltag an.

Manchmal wecken Einblicke in andere Wohnungen und Alltage auch Wünsche. Kindern muss dann erklärt werden, warum in der eigenen Familie Geld für andere Dinge ausgegeben wird, beim Essen oder beim Fernsehen andere Regeln gelten, Ferien anderswo verbracht werden als bei den Nachbarn oder bei Bekannten. Kinder müssen mit Widersprüchen leben lernen.

Vielleicht lassen Sie sich aber auch mal auf eine Diskussion ein und zu etwas Neuem inspirieren! Denn Begegnungen mit der Aussenwelt helfen Eltern, nicht stur zu werden. Sie lassen eigenes Verhalten überprüfen: «Nein, so sportlich wie Familie X möchten wir nicht sein …» oder «Doch, so wie Frau Y mit ihren zwei Kindern Familienregeln am runden Tisch aushandelt, das probieren wir auch mal aus!»

Kinder brauchen Kontakte

Für alle Kinder und besonders für solche, die ohne Geschwister aufwachsen und vielleicht auch den einen Elternteil nur selten sehen, sind Begegnungen mit anderen Menschen, Männern und Frauen, anderen Familien, anderen Kindern grundlegend wichtig. Die Kleinfamilie allein kann und muss nicht die ganze Palette menschlicher Beziehungen ersetzen.

Um eine eigene Identität zu finden und zu entwickeln, brauchen Kinder Vorbilder verschiedenster Art, unterschiedlichen Alters und beider Geschlechter. Sie finden es grossartig, wenn Freunde und Freundinnen auch am Sonntag zu Ausflügen mitkommen oder gar in die Ferien – und dadurch werden meist nicht nur die abgebenden, sondern auch die mitnehmenden Eltern entlastet!

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