Der Geist unterm Bett
Fünf Jahre
Manche haben Angst vor Hunden, andere vor der Dunkelheit: Ängste gehören zu unserem Leben und auch zum Kinderalltag. Da braucht es manchmal kreative Ideen, um den unheimlichen Geistern Herr zu werden.
Der Geist in der Streichholzschachtel
Wenn’s leise wird,
wenn’s dunkel ist,
kann man fast nichts mehr hören.
Nur Windgeheul, ein Käuzchenruf.
Wer lässt sich davon stören?
Da plötzlich! Da!
Von unterm Bett!
Ein schreckliches Gewimmer!
Es klappert laut.
Es quietscht ganz schrill,
wird zudem immer schlimmer…
Es ist ein Geist.
Das weiss man gleich.
Sonst würd’ es das nicht machen.
Die Geister sind dafür bekannt.
Die machen solche Sachen.
Mit einem Streichholzschächtelchen,
da kann man sie leicht schnappen.
Erst ausgeleert, dann Watte rein.
So wird es sicher klappen.
Kaum ist er in
der Schachtel drin,
da wird sie zugeschoben.
Nun hat er wirklich einen Grund,
zu jaulen und zu toben.
Hier ist das Gedicht zu Ende.
In Notfällen und bei besonders
hartnäckigen, furchteinflössenden
Geistern gibt es folgende Anfügung,
die wirklich nur in Ausnahmefällen
benutzt werden sollte:
Sein Heulen dämmt die Watte gut.
Ich würde sagen: vierfach.
Und wenn er jetzt noch Ärger macht,
dann kommt er ins Gefrierfach!
Aus: «Keine Angst mehr», Markus Schmid und Bernd Kohlhepp, Freiburg im Breisgau: Christophorus, 1999, Seite 36
Angst und mulmige Gefühle
Eine flaue Leere im Bauch, schwabblige Knie oder starkes Herzklopfen – alle kennen mulmige Gefühle rund um die Angst. Die einen packt es, wenn sie der Nachbarshund anbellt, andere in der Dunkelheit, manche, wenn sie vor fremden Menschen stehen.
Und wer wünschte sich nicht eine Streichholzschachtel wie im obigen Gedicht? Aufmachen, den gruseligen Gegenstand oder die gefürchtete Situation reinpacken und ab damit ins Gefrierfach!
Kann man Ängste einfach so einfrieren? Was passiert, wenn der Kühlschrank voll ist? Und bei Stromausfall? Zur Angst und zum Kinderalltag allgemein gehören immer auch Fragen – ernste, unangenehme, interessante und unterhaltsame. Furcht und Fragen, diese beiden Themen mit all ihren schwierigen, aber auch ihren positiven Seiten stehen im Mittelpunkt der nächsten Artikel, etwa hier oder hier.