Zwei Jahre und neun Monate
Im Spiel entwickeln Kinder wichtige Fähigkeiten und leben ihre Gefühle aus. In Rollenspielen ahmen sie etwa Szenen aus dem Alltag nach.
Sicher schauen Sie Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn hin und wieder beim Spielen zu. Wenn Ihr Kind wie ein junges Pferd unermüdlich durch den Korridor galoppiert, wenn es konzentriert mit seiner Puppe oder seinen Holztieren spricht, lebt es in seiner eigenen Welt. Spielen dient der Entwicklung aller Fähigkeiten: der körperlichen Geschicklichkeit, der Sprache, der Wahrnehmung, der Fantasie und des Intellekts. Im Spiel gestaltet Ihr Kind seine Welt eigenständig und originell. Zudem werden Gefühle wie Traurigkeit, Angst und Zärtlichkeit, aber auch Spannung, Wut und Widersprüche ausgelebt.
Im Zentrum des Spieles wird nun zunehmend das sogenannte Rollenspiel stehen. Durch das Spiel in verschiedenen Rollen verarbeitet Ihr Kind Erlebnisse und Erfahrungen und lernt die Umwelt sowie die Regeln des menschlichen Umgangs verstehen. Erste Rollenspiele konnten Sie sicherlich schon beobachten: Das Kind imitiert zuerst sich selbst, indem es so tut, als ob es essen oder schlafen würde. Dann überträgt es diese Handlungen auf andere: Die Puppe bekommt zu essen oder der Bär muss sich ins Bett legen. In einem weiteren Schritt werden Dinge «verwandelt» und belebt. So wird zum Beispiel aus einer Schachtel ein Fahrzeug.
Aufgrund vieler Beobachtungen und selbst gemachter Erlebnisse und Erfahrungen werden die Tätigkeiten Ihres Kindes vielfältiger und differenzierter. Dies zeigt sich auch im Rollenspiel, in dem Szenen aus dem Alltag wiedergegeben werden. Mit Vorliebe ahmt es darin Mutter, Vater oder andere Bezugspersonen nach. Zunehmend wird Ihr Kind von jetzt an die Fähigkeit entwickeln, gemeinsam mit andern zu spielen. Rollenspiele werden dadurch vielseitiger und spannender, dementsprechend aber auch anspruchsvoller und konfliktreicher! Denn Kinder müssen im Zusammenspiel lernen, Wünsche und Ideen der anderen zu akzeptieren und die eigenen Bedürfnisse darauf abzustimmen.