Due bimbi giocano agli astronauti dopo aver costruito razzi e tute spaziali con il cartone.

Jedes Kind ist einzigartig, genauso wie sein Spiel

Vier Jahre und sechs Monate

Ob beim Rollenspiel oder Regelspiel: Kinder lernen viel durchs Spielen. Wir stellen ein paar Spielarten vor.

Beobachten Sie Ihr Kind einmal beim Spielen. Jedes Kind hat seine Vorlieben, sein eigenes Tempo, seine Stärken und auch Schwächen, die seine Entwicklung bestimmen. Es gibt keine verbindlichen zeitlichen Angaben darüber, wie sich ein Mädchen oder ein Junge im Spiel «richtig» zu entwickeln hat. Dennoch gibt es ein paar grundlegende Spielarten des Kinderspiels, welche die Spielentwicklung verdeutlichen.

Spielen und Bewegung

Aktivität, Antrieb, Freude an der Bewegung und Übung im Zusammenspiel der Muskeln kennzeichnen dieses Spiel. Das Spiel wird mit zunehmendem Alter des Kindes immer vielfältiger und die Bewegungsfähigkeit immer differenzierter. Geschicklichkeit, Gleichgewicht, Kraft, Ausdauer und das Abstecken der eigenen Grenzen werden geübt. Spielgeräte wie Bälle, Fahrrad, Reifen, Kickboard, Rollschuhe und so weiter unterstützen Freude und Lust an der Bewegung.

Spielen und Gestalten

Beim Malen, Werken, Bauen und Formen hat die Freude am entstehenden «Werk» die grössere Bedeutung als das Ergebnis. Vermitteln Sie Ihrem Kind daher Ihre Wertschätzung für das vollbrachte Kunstwerk: «Da hast du dir aber Mühe gegeben.» Oder: «Daran hast du aber lange gearbeitet!» Legosteine, Bastelarbeiten, Bauklötze, Puzzles, Perlenketten, Zeichnungen, Knetmasse und so weiter sind Teile dieses Spiels. Das Material inspiriert zu immer neuen Gestaltungsideen. Im Vorschulalter stellen sich Kinder teilweise bereits aufwändige Aufgaben, die sich über mehrere Tage erstrecken und daher nicht sogleich dem Ordnungssinn der Erwachsenen zum Opfer fallen sollten.

Vielleicht weiss der kleine Architekt oder die kleine Architektin manchmal noch nicht so genau, wie auf dem selbst gebastelten Kartonhaus die WC-Rolle als Schornstein befestigt werden soll – mit Leim, mit Klebeband, mit Schnur? Und wie viel Klebstoff braucht es wohl, damit die Konstruktion beim nächsten Sturm nicht gleich zusammenbricht? Selber schaffen schafft Selbstvertrauen. Ihr Kind lernt am meisten nach dem Prinzip «Versuch und Irrtum» und feiert die grössten Erfolge, wenn sie auf seinen eigenen Erfahrungen beruhen. Ausprobieren und etwas Austüfteln ist wichtig. Doch manchmal muss Ihr Kind erst gewisse Techniken kennen und Grundprinzipien verstehen, damit es beim Bauen überhaupt weiterkommt.

«Alles, was man einem Kind beibringt, kann es nicht selber lernen.»

Jean Piaget

Spielmaterial zur Verfügung stellen

Stellen Sie Ihrem Kind verschiedenartiges Bau-, Mal- und Bastelmaterial zur Verfügung, damit viele Möglichkeiten zum freien Gestalten offenbleiben. Sehr geeignet dafür ist auch alles, was die Natur hergibt, wie Blätter, Blumen, Steine, Kastanien, Äste, Nüsse, Tannenzapfen.

Als Faustregel für ein altersgemässes Material gilt: je kleiner die Kinder, desto grösser das Material. Kleinere Kinder besitzen noch nicht die Fingerfertigkeit der Grösseren und brauchen dementsprechend grössere Teile (zum Beispiel Duplo, später Lego; dicke Jumbo-Farbstifte, später «normale» Farbstifte; grosse Perlen auf dicken Schnüren, später kleine Perlen auf dünnen Schnüren).

Forschendes entdeckendes Spielen

Kinder sind wissbegierig und möchten die Welt erkunden. Durch Forschen und Entdecken erschliesst sich Ihrem Kind neues Wissen. Um neue Fähigkeiten zu erlangen, muss das Spiel so ausgerichtet sein, dass Ihr Kind die Möglichkeiten hat, auf Entdeckungsreisen zu gehen.

Inseln zum Träumen

Zwischendurch brauchen Kinder Rückzugsmöglichkeiten und Gelegenheit, in sich zu gehen. Eine selbstgebaute Hütte oder eine Kuschelecke sind wunderbare Orte, um Geschichten zu hören, Bücher anzuschauen oder zu träumen.

Spielen in verschiedenen Rollen

Das Rollenspiel ist für die Entwicklung Ihres Kindes ein sehr wichtiges und typisches Spiel. Alle Verhaltensweisen, alle Tätigkeiten und Anlässe, die Ihr Kind mitbekommt, wird es im Laufe der Zeit nachzuahmen und nachzustellen versuchen: das Picknick in der Badi, das lustige Geburtstagsfest, den aufregenden Zirkusbesuch, die Ankunft eines Geschwisterchens und so weiter.

Das Rollenspiel hilft dem Kind wie keine andere Spielart, durch wiederholtes Spielen Erlebnisse, Erfahrungen und Gefühle zu verarbeiten und seine Umwelt zu verstehen. Am liebsten ahmen Kinder dabei Erwachsene nach. Sie übernehmen die Rolle vom «Mami» oder vom «Papi», von der «Ärztin», vom «Krieger», von der «Hexe», von der «Prinzessin», vom «Zirkusdirektor».

In der Gestalt einer anderen Person oder auch eines Tieres erleben Kinder, wie es ist, ängstlich, mutig, traurig, dominierend, angsteinflössend, übermütig, wütend und so weiter zu sein. Der Perspektivenwechsel macht die Kleinen zu Grossen, die Scheuen zu Mutigen, die Ängstlichen zu Starken. Für einmal haben die Kinder den Taktstock in der Hand und können hautnah erleben, wie sich das «anfühlt».







Illustration Kinder spielen mit Ballons

Einblick in die kindliche Gefühlswelt

Mit Puppen und Plüschtieren, mit Barbies und Dinosauriern, mit Finger- und Kasperlifiguren und nicht zuletzt natürlich mit anderen Kindern wird gespielt und Erlebtes verarbeitet. Das Rollenspiel kann daher auch als Ausdruck der kindlichen Seele verstanden werden und uns Erwachsenen Einblick in die kindliche Gefühlswelt geben.

Das Rollenspiel ist ein äusserst kreatives und fantasievolles Spiel, in dem die Kinder ihren ganzen Erfindergeist zeigen: Aus vier Stühlen wird ein Familienauto, aus acht Stühlen ein Zugabteil, aus einem umgekippten Tisch ein Schiff, aus Tisch und Decke ein Haus.

Stellen Sie Ihrem Kind dazu Sachen zum Verkleiden und zum Bauen zur Verfügung: alte Kleider, Hüte, Schuhe, Schleier, Schmuck, Brillen, Taschen, Koffer, dazu noch einen grossen Spiegel. Decken, Tücher und Schachteln, dazu Abdeckband, Schnur und Wäscheklammern, damit die Bauten auch zusammenhalten.

Zum Rollenspiel gehören auch die Puppenstube, der Bauernhof, der Zoo, die Autogarage sowie neue und altbekannte Aufstellfiguren wie zum Beispiel Playmobil. Sie verkörpern unsere grosse Welt im Kleinen. Ordnen Sie die Spielorte so an, dass Mädchen und Jungen gleichermassen angesprochen sind. Kreieren Sie keine reinen «Mädchen- oder Jungenwelten». Die Puppenstube kann einem normalen Haushalt entsprechen und so Spielanreize für Mädchen und Jungen bieten. Das gleiche gilt für die Autogarage, wo Mechanikerinnen und Mechaniker nebeneinander arbeiten. So vermitteln Sie Ihrem Kind eine grössere Vielfalt. Auf diese Weise wirken Sie auch Rollenklischees entgegen.

Spiele und Regeln

Unter «Regelspielen» versteht man Spiele, die sich an vorgegebenen Spielregeln orientieren. Dazu gehören sportliche Spiele (Ball- und Hüpfspiele, Verstecken, Fangen), Brett-, Karten- und Würfelspiele (Lotto, Domino, Memory, Schnipp-Schnapp), Spiele zum Legen, Ordnen, Sortieren und Zusammensetzen (Farben- und Formenspiele, Steckspiele nach Mustervorlagen, Puzzles). Das Interesse für Regelspiele entwickelt sich bei Kindern sehr unterschiedlich.

Sie werden beim Spielen sehr schnell merken, ob Ihr Kind sich dafür schon begeistern lässt oder rasch das Interesse verliert. Zwingen Sie Ihr Kind dann nicht zum Weiterspielen.

Gewinnen und verlieren ertragen

Regelspiele können allein oder von mehreren Kindern gespielt werden. Mit wachsendem Alter wird dabei zunehmend die Fähigkeit geübt, sich in einer Gemeinschaft an Regeln zu halten und «Gewinnen» oder «Verlieren» zu ertragen.

Kinder können oftmals kaum warten, bis sie an der Reihe sind, setzen ihren Spielstein dorthin, wo es ihnen gerade passt, und wollen unbedingt gewinnen. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind noch ein sehr stark auf sich bezogenes Spielverhalten aufweist. Es wird mit jeder Spielerfahrung lernen, besser mit seinen Gefühlen umzugehen und ein Gerechtigkeitsgefühl zu entwickeln.

Medienvielfalt im Kinderzimmer

Neben den herkömmlichen Spielsachen prägen auch Audiogeräte, Computer, Tablet und Smartphone den Kinderalltag. Ergänzend wird an Bildschirmgeräten gespielt, werden Geschichten mitverfolgt, wird gemalt und gezeichnet. Wichtig ist, dass Kinder eine Vielfalt an Spielmöglichkeiten erleben und reale und virtuelle Spiele nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Tipps fürs Spiel mit Regeln

Sie können Ihrem Kind helfen, indem Sie gemeinsam spielen oder indem Sie bei mehreren Kindern als «Regelvermittler» behutsam in die Regelspiele einführen:

  • Nicht jedes Spiel muss zu Ende gespielt werden, denn ein Spiel soll lustvoll und anregend sein.
  • Es gibt Spiele, bei denen es vor allem aufs Glück ankommt, und solche, bei denen Kinder oftmals besser sind als wir Erwachsenen. Ein typisches Beispiel dafür ist das «Memory» – freuen Sie sich mit Ihrem Kind, wenn es Sie «besiegt»!
  • «Kooperative Spiele» oder «Helferspiele» stellen die Gemeinschaft der Spielenden in den Vordergrund. Es geht hier nicht ums Verlieren oder Gewinnen eines Einzelnen, sondern darum, sich gegenseitig zu helfen, zusammen nach Lösungen zu suchen und gemeinsam zu gewinnen.
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