Bimbi fanno yoga su un tappetino

Von Zeitbegriffen und Tagesrhythmen

Vier Jahre und drei Monate

Der Stundenplan des Kindergartens bringt einen neuen Tagesrthythmus für die Familie. Steht die Turnstunde an, wirkt sich das allenfalls auch auf das Freizeitprogramm aus.

Die Werktage sind mit dem Kindergartenbeginn zusätzlich durch den Stundenplan des Kindes «vorprogrammiert». Der Tagesrhythmus der Familie, die eigenen Arbeitszeiten oder die Vereinbarungen mit Krippe, Hort oder Tagesfamilie müssen neu abgestimmt werden. Kinder können am Morgen nicht mehr ausschlafen und gehen – entsprechend ihrem Schlafbedürfnis – vielleicht wieder früher ins Bett.

Morgens können sie mit der Information «in zehn Minuten musst du los» meist nicht viel anfangen. Oft lassen sie sich nur widerwillig aus dem Spiel reissen, um rechtzeitig im Kindergarten zu sein. Herumtrödeln beim Anziehen, Frühstücken, Zähneputzen, Schuhe anziehen – dies alles kann die Nerven der Eltern ganz schön strapazieren. Planen Sie Zeit ein. Legen Sie die Kleider und wichtige Kindergartenutensilien schon am Vorabend gemeinsam bereit. Kündigen Sie den Aufbruch an: «Du kannst jetzt noch spielen bis der Zeiger oben ist, dann müssen wir los!», die Eieruhr kann das Zeichen dafür geben. Oder lassen Sie es in Absprache mit der Kindergartenlehrperson auch mal die Erfahrung machen, zu spät zu kommen.

Turnen im Kindergarten

Um die Bewegungskoordination noch gezielter zu fördern, wird im Kindergarten regelmässig in der Turnhalle geturnt. Kindgerecht und altersentsprechend werden die Koordination, Beweglichkeit und Schnelligkeit verbessert, der Kreislauf angeregt, die Muskeln gekräftigt und die Knochen gestärkt. Im Turnunterricht geht es darum, spielerisch verschiedene Geräte kennenzulernen, Neues auszuprobieren und allfällige Ängste zu überwinden.

Wahrscheinlich braucht es anfangs etwas Mut, die Sprossenwand zu erklimmen oder über eine schmale Bank zu balancieren. Mit der nötigen Übung gelingt es dem Kind immer besser, eine Kletterstange hinaufzuklettern. Um die Schwerelosigkeit beim Schwingen zu geniessen, sollte sich das Kind an den Ringen sicher fühlen und sich auch im Schwung festhalten können. Mit solchen Erfahrungen wird die motorische Geschicklichkeit geschult und durch Ausprobieren erweitert. Durch Individualisieren im Bewegungsunterricht werden dem Kind Erfolgserlebnisse ermöglicht.

Im Kindergarten wird eine breite Bewegungsgrundlage geschaffen und das bestehende Bewegungsrepertoire erweitert. Kinder lernen leichter, wenn an Bekanntes angeknüpft wird, Übungen oft wiederholt und nach und nach variiert werden. Auch im Bewegungsunterricht bedeuten Rituale und gleichbleibende Abläufe eine wichtige Stütze. Vielen Kindergartenkindern bereitet es beispielsweise noch Mühe, die Laufrichtung der anderen Kinder wahrzunehmen und entsprechend einzuschätzen. Das erklärt, weshalb es leicht zu Zusammenstössen kommt. Damit keine unnötigen Tränen fliessen und Verletzungen vermieden werden, müssen jüngere Kinder erst lernen, in einer Gruppe frei umherzurennen.

Auf praktische Kleider achten

Als Eltern können Sie Ihrem Kind das Umziehen vor und nach der Turnstunde erleichtern, wenn Sie es möglichst praktisch anziehen. Achten Sie auch an den anderen Tagen darauf, dass Ihr Kind «bewegungsfreundlich» gekleidet ist. In der Regel verfügen Kinder über viel Energie, erholen sich nach einer Anstrengung schnell und zeigen, wie gross ihr Bewegungsdrang in der Freizeit noch ist. Berücksichtigen Sie bei der Freizeitplanung am Turntag trotzdem, dass Ihr Kind möglicherweise müder als sonst nach Hause kommt.

Freizeitangebote und Freiräume

Kinder brauchen Raum, um zu spielen und sich zu bewegen. Sie möchten mit anderen Kindern Spass haben. Persönliche Erfolgserlebnisse in der Gruppe und individuelle Fortschritte prägen die Einstellung zur Bewegung. In erster Linie geht es darum, dass Kinder Vertrauen und Mut in die eigenen Fähigkeiten gewinnen und nicht überfordert oder gar abgeschreckt werden.

Je vielseitiger die Bewegung, umso besser. Lassen Sie Ihr Kind rennen, klettern, auf einem Baumstamm balancieren oder mit Bällen spielen. Bewegung wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Es gibt zudem Hinweise, dass sich durch sportliche Betätigung die psychische Stabilität, die Schulleistungen und die soziale Interaktion verbessern lassen.

Unabhängig von dieser Erkenntnis gilt: Nur wenn Kinder Spass an Sport und Bewegung bewahren, wird körperliche Aktivität eine Gewohnheit bleiben. Als Eltern können Sie darauf achten, dass die Freizeit nicht durch zu viele Verpflichtungen verplant ist und Ihr Kind eigene Interessen wahrnehmen darf. Wichtig ist, dass es über genügend Freiräume zum selber Planen verfügt. Passen Sie auf, dass es nicht mit Leistungsanforderungen unter Druck gesetzt wird. Ebenso wichtig wie viel Bewegung ist genügend Erholung, insbesondere genügend Schlaf. Kinder, die zu wenig schlafen, können sich weniger gut konzentrieren.







Illustration Zeit verlieren um Zeit zu gewinnen

Eltern als Vorbilder

Verhaltensmuster, die in der Kindheit erworben werden, bleiben oft ein Leben lang bestehen. Für das spätere Bewegungsverhalten ist also mitentscheidend, wie die Kinder im Elternhaus geprägt werden. Eltern, die ihren Kindern einen bewegten und aktiven Lebensstil vorleben, können eher davon ausgehen, dass ihre Kinder bewegungsfreudig bleiben.

Einfache Möglichkeiten, die Bewegung in den Alltag einzubinden, sind Treppen zu steigen, anstatt den Lift zu nehmen. Oder vermehrt mit den Kindern zu Fuss oder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Ideal für Drei- bis Fünfjährige sind auch Angebote wie MuKi (Mutter-Kind)-, VaKi (Vater-Kind)- oder ElKi (Eltern-Kind)-Turnen.

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