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Ideale Eltern gibt es nicht

6. Monat

Fragen Sie sich manchmal, ob Sie eine «gute» Mutter, ein «guter» Vater sind? Die meisten von uns tragen eine Vorstellung von «idealen Eltern» in sich: allzeit bereit, aufs Baby einzugehen, immer gelassen und gleichbleibend freundlich, geduldig, nachsichtig, verständnisvoll …

Was gibt es nicht alles für Situationen, in denen Sie sich vorwerfen könnten, keine «guten» Eltern zu sein: wenn Sie wütend reagieren, weil Sie zum dritten Mal nachts aus dem Schlaf gerissen werden; wenn Sie nervös sind, weil das Kind dauernd weint, während Sie mit Freunden zusammensitzen; wenn finanzielle oder andere Sorgen Sie so bedrücken, dass Sie nicht immer so einfühlsam auf das Baby eingehen können, wie Sie es eigentlich möchten. Wie sehr kann einen das schlechte Gewissen nach einem verpatzten Tag quälen.

Und dann gibt es da auch noch die «Traumfamilien», wie sie die Werbung und die Medien darstellen. Überall strahlen entspannte, glückliche Eltern und fröhliche Babys in sauber aufgeräumten, blank geputzten Wohnungen.

Idealbilder belasten

Gerade dann, wenn das Baby viel schreit und der Haushalt chaotisch aussieht, gerade dann, wenn man sich überfordert fühlt, als «vollberufliche(r)» Familienfrau oder Familienmann oder beim Versuch, Erwerbs- und Familienarbeit zu vereinbaren, können solche «Idealbilder» zusätzlich belasten.

Zweifeln Sie an manchen Tagen daran, dass Sie eine «gute» Mutter oder ein «guter» Vater sind? Seien Sie ruhig nachsichtig mit sich. Gestehen Sie sich zu, dass nicht jeden Tag Sonnenschein sein kann, und dass Ideal und Realität nicht übereinstimmen (können).

Eines sei hier einmal klar gesagt: Eltern üben einen schwierigen und anspruchsvollen Beruf aus, einen Beruf, den man im Voraus nirgends lernen kann. Fehler gehören dazu – keine Mutter, kein Vater ist perfekt, kann es nicht sein .







Illustration Mütter und Väter machen es schon gut.

Wenn Ihr Baby spürt, dass es grundsätzlich angenommen und geliebt wird, so sind Sie die besten Eltern – auch wenn nicht immer alles rundläuft.

Unterschiedliche Vorstellungen

Idealvorstellungen von «der» Familie haben nicht nur mit gesellschaftlichen Idealen, sondern auch viel mit eigenen Kindheitserfahrungen zu tun. Aufgrund dieser können alltägliche Selbstverständlichkeiten unterschiedlich beurteilt und angegangen werden.

Tauschen Sie sich daher über Ihre inneren Einstellungen und Vorstellungen aus. Besonders auch dann, wenn ein Elternteil in einer anderen Kultur aufgewachsen ist. Zeigen Sie Offenheit und Verständnis für andere Denk- und Lebensweisen und entwickeln Sie gemeinsam Vorstellungen von Ihrer persönlichen «Traumfamilie».

Alle wissen, was Eltern sollten …

Nicht nur eigene Erwartungen können belasten, sondern auch Ansprüche von aussen. Vielleicht haben die Eltern, die Schwiegereltern oder auch Arbeitskollegen, -kolleginnen, Freunde, Freundinnen Erwartungen und Erziehungsvorstellungen, welche sie – mehr oder weniger deutlich – zum Ausdruck bringen.

Es ist nicht einfach, sich in solchen Spannungsfeldern zu behaupten und das Gefühl zu behalten: «Ich mache es schon gut.» Es braucht viel innere Überzeugung, immer wieder seinen eigenen Weg zu suchen – aber es lohnt sich.

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