Un papà con il suo bambino.

Familien- und Berufsarbeit

3. Monat

Welche Rollen haben Sie vor der Geburt Ihres Kindes eingenommen? Welche Freuden, Aufgaben, Rechte und Pflichten gehörten dazu? Als Mutter und Vater ist jetzt eine weitere Rolle hinzugekommen, die neue Herausforderungen mit sich bringt und eine andere Alltagsorganisation verlangt.

Bestimmt haben Sie sich bereits als werdende Eltern Gedanken darüber gemacht, wie Sie nach dem Mutterschaftsurlaub Familienarbeit und Berufstätigkeit vereinbaren möchten. Wird sich jemand von Ihnen aus dem Berufsleben zurückziehen und ganztägig zu Hause sein, vielleicht auch nur vorübergehend? Oder teilen Sie künftig Kinderbetreuung, Haushalt und Erwerbsarbeit untereinander auf?

Werden Sie beide weiterhin Voll- oder Teilzeit berufstätig sein und Ihr Kind zeitweise betreuen lassen? Vieles ist möglich, und jede Form verändert das Zusammenleben auf ihre Art und Weise. Als Paar sollten Sie Ihre beruflichen Entscheidungen gemeinsam treffen und die damit verbundene Organisation partnerschaftlich planen und gestalten.

Achten Sie darauf, dass Sie das, was Ihnen wichtig ist, im Alltag (weiterhin) leben können. Eltern brauchen auch einmal eine Auszeit – gemeinsam oder jeder für sich.

Einschneidende Veränderung

Werden Familienarbeit und Berufstätigkeit strikt getrennt, muss ein Elternteil die finanzielle Verantwortung übernehmen. Obwohl der andere Elternteil vermehrt für die Familie zuständig ist, können Zeiten festgelegt werden, um sich gemeinsam oder abwechselnd um das Kind zu kümmern. Auch Aufgaben wie Einkaufen, Kochen oder Gartenarbeit können trotzdem aufgeteilt werden. Die Berufsarbeit aufzugeben und sich auf Haushalts- und Erziehungsarbeit umzustellen, ist ein grosser Schritt und eine einschneidende Veränderung.

Die Familienarbeit bietet zwar viel Freiraum für eigenes Gestalten, doch Kindererziehung und Haushaltsführung verlangen auch viel Einfühlungsgabe, Aufmerksamkeit, Organisation und Flexibilität. Kaum ein Tag verläuft so, wie er am Morgen geplant wurde. Die Rund-um-die-Uhr-Beanspruchung fordert heraus, und viel zu selten erhält man für den unermüdlichen Einsatz ein ausgesprochenes Kompliment.







Illustration Mutter und Vater besprechen die Arbeitsteilung.

Austausch und Verständnis

Manchmal beneidet der ausser Haus tätige Elternteil die Partnerin oder den Partner zu Hause, weil sie oder er den ganzen Tag mit dem Kind verbringen und frei über die Zeit verfügen kann. Termindruck, Überbelastung oder ein schlechtes Arbeitsklima können zudem das Gefühl aufkommen lassen, daheim sei alles viel einfacher. Hinzu kommt, dass es belastet, alleine für das finanzielle Auskommen der Familie zuständig zu sein. Eine klare Rollenteilung hat ihre Vorteile, da beide ihr eigenes «Ressort» haben. Doch ohne gegenseitige Anteilnahme und regelmässigen Austausch isoliert und belastet die einseitige Aufgabe.

Teilen Eltern Erwerbstätigkeit und Familienarbeit untereinander auf, so leisten sie je nach Anstellungspensum mehr oder weniger Einsatz im Haushalt und in der Kinderbetreuung. Auch diese Familienform fordert heraus. Es gilt, wie bei der strikten Rollenteilung, in die Vater- und Mutterrolle hineinzuwachsen und sich den Herausforderungen des Familienlebens zu stellen. Daneben müssen aber auch im Beruf die erwarteten Leistungen erbracht werden. Beiden Anforderungen gerecht zu werden, ist nicht immer einfach.

Organisationstalent ist gefragt

Beruf und Familie zu vereinbaren verlangt zusätzliche Organisation. Wer erledigt was und wann? Oft wird die Hausarbeit mehrheitlich von Frauen erledigt, obwohl beide Eltern berufstätig sind. Ein gemeinsamer Zeitplan hilft, Hausarbeit, Berufsarbeit, Familienarbeit und Freizeit gerecht zu verteilen. Ob ausserhäusliche Berufstätigkeit, ob Kinderbetreuung und Haushaltsführung, beides hat seine befriedigenden, aber auch seine schwierigen Seiten.

Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin über Ihre Gefühle, Ihr Befinden, bevor Unzufriedenheit oder Überforderung eines Elternteils das Familienleben zusätzlich belastet. Suchen Sie miteinander immer wieder nach Lösungen: «Familie» ist stets veränderbar.

Entlastung bieten auch Kinderkrippen, Tagesfamilien sowie vertraute Bezugspersonen. Letztere sind besonders wichtig. Wenn Sie alleinerziehend sind, können Freundinnen und Verwandte nicht nur in der Kinderbetreuung unterstützen, sondern unter Umständen auch zeitweise im Haushalt entlasten.

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