Bebè viene imboccato con il cucchiaio

Essen ist mehr als Hunger stillen

5. Monat

Haben Sie sich schon einmal überlegt, was «essen» für Sie bedeutet? Wie wichtig ist es Ihnen, was auf den Tisch kommt und wie es präsentiert wird? Wie wichtig ist Ihnen eine gemeinsame Mahlzeit? Welches Gewicht hat Essen für Sie?

Essen ist mehr als lebensnotwendige Nahrungsaufnahme oder Befriedigung eines Grundbedürfnisses. Im Idealfall bedeutet es auch Zuwendung und Fürsorge, weckt Neugier und vermittelt Lust, Wohlgefühl und Entspannung. Essen ist eng mit menschlichen Gefühlen verbunden – nicht umsonst geht Liebe durch den Magen, verschlägt es uns den Appetit, haben wir einander zum Fressen gern, essen uns Kummerspeck an.

Essen riecht und schmeckt – diese sinnlichen Eindrücke prägen von Kindheit an unsere Erinnerung und vermitteln durch Geruch und Geschmack Vertrautheit und ein Stück Heimat, denn Esskultur ist auch immer Teil einer Familienkultur. Entsprechend werden Sie aufgrund Ihrer eigenen Essgewohnheiten auch das Essen Ihres Kindes zubereiten und seine Einstellung zum Essen mitprägen.

Vom Saugen zum Essen

Die erste Essbeziehung des Lebens ist gestillt oder geschöppelt werden. Ihre Tochter oder Ihr Sohn konnte damit erste positive Erfahrungen verknüpfen, denn mit der Milchmahlzeit wurde nicht nur der Hunger gestillt, sondern gleichzeitig Nähe und Wärme gegeben und das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.

Ist Ihr Kind schon bereit für den nächsten Schritt? Hält es den Kopf aufrecht und führt selber Dinge zum eigenen Mund? Beobachtet Ihr Baby interessiert, wie Sie essen? Manche Kinder sind in diesem Alter schon so weit, dass sie Brei zu essen beginnen, andere noch nicht.

Übergang zu Breimahlzeiten

Vielleicht freuen Sie sich als Vater schon lange darauf, aktiv etwas zur Ernährung beitragen zu können, wenn Ihr Kind bis jetzt ausschliesslich gestillt wurde. Versuchen Sie, auch Ihre Gefühle wahrzunehmen und auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abzustimmen. Akzeptieren Sie es, wenn Ihr Kind noch keinen Brei essen mag. Wichtig ist nicht der Zeitpunkt, sondern dass Ihr Kind mit dem Übergang zur Breikost weitere erfreuliche und spannende Erfahrungen macht.

Ausprobieren, ob es schmeckt

Können Sie sich vorstellen, wie ungewohnt und daher aufregend es für Ihr Kind ist, wenn es zum ersten Mal etwas Unbekanntes isst? Es macht erste Bekanntschaft mit dem Löffel, und das, was ihm darauf serviert wird, ist neu und muss zuerst vertraut werden: Geruch, Geschmack, Form, Festigkeit – Ihr Kind wird mit Augen, Nase und Mund alles kritisch beurteilen und zum Ausdruck bringen, was es davon hält.

Kleine Kinder spielen mit allem, was ihnen in die Hände gerät – auch mit dem Essen. Für Tischmanieren ist es im Moment noch zu früh – lassen Sie Ihr Kind gewähren, es macht dabei wichtige Erfahrungen und wird noch früh genug «richtig» essen lernen.

Erste Essversuche

Es wird empfohlen, frühestens nach dem vollendeten vierten und spätestens ab Anfang des siebten Lebensmonats mit der Einführung von Beikost zu beginnen – während Sie weiter stillen oder schöppeln.

Ernährung kann aber nicht nach einem vorgegebenen Plan erfolgen. Genauso wie Kinder verschieden sind, so unterschiedlich sind auch ihre Bedürfnisse und Voraussetzungen. Dem einen Kind macht es schon Spass, mit dem Löffel zu spielen und erste Essversuche zu machen, das andere geniesst es noch voll und ganz, an der Brust zu saugen oder aus dem Schoppen zu trinken.

Vorlieben erkennen

Wenn Sie mit ersten Löffelversuchen beginnen, sollten Sie nicht gleich eine ganze Mahlzeit einplanen. Probieren Sie aus, ob es besser ist, zuerst zu stillen beziehungsweise zu schöppeln und dann Brei zuzufüttern, oder umgekehrt: Möglicherweise isst das Kind lieber, wenn es den ärgsten Hunger zuerst an der Brust oder mit der Flasche stillen durfte. Oder es isst den ersten Teil der Mahlzeit vom Löffel und erholt sich nachher saugend von der ungewohnten Anstrengung. Sie werden seine Vorlieben bald erkennen, und wenn das Kind einmal gar nicht will, müde ist oder die ersten Zähne spürt, dann lassen Sie es wieder alle Mahlzeiten auf die gewohnte Art trinken.

Tipps für die Umstellung auf den Löffel

  • Ihr Kind wird den Löffel zuerst einmal als neues Spielzeug betrachten – und ihn automatisch in den Mund stecken, womit ein erster Schritt getan wäre. Denken Sie daran: Ein kleiner Mund hat lieber einen kleinen, flachen, weichen Löffel. Spezielle Kinderlöffel, zum Beispiel aus Plastik, sind da praktisch.

  • Anfänglich kommt es oft vor, dass Babys den Brei mit der Zunge nach vorne schieben, anstatt ihn nach hinten zu stossen und zu schlucken. Das ist ein Reflex und heisst nicht unbedingt, dass es das Essen nicht mag. Das Kind muss erst lernen, wie man isst. Sie erleichtern dem Kind das Schlucken, wenn Sie nur wenig Brei auf den vorderen Teil des Löffels geben und diesen mit sanftem Druck auf die Zunge des Kindes legen.

  • Eine grosse Plastikunterlage unter Tisch und Stuhl erspart Ihnen aufwendige Putzarbeiten! Den gleichen Zweck erfüllt ein Essmäntelchen.

  • Wenn Ihr Kind nach einigen Löffeln nicht mehr essen mag, drängen Sie es nicht zum Aufessen.

Essversuche behutsam begleiten

Beginnen Sie mit ersten Essversuchen, wenn Sie sich ruhig und entspannt fühlen. Nehmen Sie sich dafür reichlich Zeit und begleiten Sie das Abenteuer «Essen» mit viel Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen, Gelassenheit und Humor. Wichtig ist der langsame Übergang von der Milch- zur Beikost, auch für das Verdauungssystem Ihres Kindes. Dieses braucht Zeit, um sich auf die Verarbeitung von fester Nahrung umzustellen.

Solange die Kinder noch nicht selbstständig sitzen, können sie während den Mahlzeiten in halbliegender Position gefüttert werden. Geeignet sind Hochstühle mit entsprechender Sitzschale neben dem Tisch oder Wippen und drapierte Stillkissen am Boden.

Einführen von Gemüse- und Früchtebrei







Illustration Vater gibt dem Kind Brei.

Frühestens nach vier, spätestens ab dem siebten Monat dürfen Sie Ihr Kind mit gekochtem, püriertem Gemüse oder gekochten Früchten vertraut machen. Ob Sie mit Gemüse oder mit Früchten beginnen, spielt keine Rolle. Ihr Kind soll sich schrittweise an den neuen Geschmack und die Beschaffenheit der Nahrungsmittel gewöhnen können.

Beginnen Sie zum Beispiel mit Karotten, diese sind süss wie Muttermilch. Anfangs reichen wenige Löffel zum Probieren. Um satt zu werden, geben Sie Ihrem Kind anschliessend die Brust oder den Schoppen. Erhöhen Sie von Tag zu Tag langsam die Gemüsemenge. Probieren Sie nach ein paar Tagen ein anderes Gemüse (zum Beispiel Zucchetti, Kürbis, Broccoli) oder eine andere Frucht aus (zum Beispiel einen gekochten Apfel, Birnenmus, eine zerdrückte Banane).

Den Gemüsebrei anreichern

Führen Sie neue Sorten im Abstand von mehreren Tagen ein, sodass Sie allfällige Unverträglichkeiten erkennen können. Gemüse und Früchte, die das Kind bereits kennengelernt hat, können gemischt werden. Genauso gut ist auch ein Brei aus einer Sorte. Bei den ersten Essversuchen ist eine grosse Abwechslung noch nicht nötig.

Sobald sich Ihr Kind an den Gemüsebrei gewöhnt hat und rund 100 g isst, können Sie den Gemüsebrei um etwa 50 g Kartoffeln und ein bis zwei Teelöffeln hochwertigem Pflanzenöl (zum Beispiel Rapsöl) ergänzen. Nach einigen Tagen hat sich Ihr Kind an den Gemüse-Kartoffelbrei gewöhnt und Sie können den Brei mit etwas Fleisch (anfangs 10 g, später 20 g) sowie 1.5 Esslöffeln Fruchtsaft ergänzen.

Babybrei mit Fleisch

Fleisch liefert den Mineralstoff Eisen, denn etwa ab dem siebten Monat reicht die Muttermilch allein nicht mehr als Eisenquelle. Achten Sie beim Fleisch auf fettarme Stücke von Geflügel, Rind, Kalb oder Schwein. Auch wenn Sie sich vegetarisch ernähren, lohnt es sich zu überlegen, ob Sie Ihrem Kleinkind vielleicht doch auch Fleisch verabreichen möchten.

In den nächsten Wochen kann dieser Brei immer mehr variiert werden: mit verschiedenem Gemüse nach Saison, mit Reis, Teigwaren und anderen Getreideprodukten, mit Fisch oder gekochtem Ei.

Mit Probierzeit auf den Geschmack kommen

Der Geschmack Ihres Kindes wird sich in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder ändern. Falls es nicht alles gleich gern nimmt, ist es deswegen nicht verwöhnt, sondern versucht, sich in dem neuen Angebot zurechtzufinden.

Lehnt Ihr Kind auch nach ein paar Tagen «Probierzeit» ein bestimmtes Gemüse oder eine Frucht ab, verzichten Sie für längere Zeit darauf. Und sollte Ihr Sohn oder Ihre Tochter noch gar nicht auf den «Brei-Geschmack» gekommen sein, so brechen Sie das Experiment am besten ganz ab und probieren es zwei bis drei Wochen später noch einmal. Schliesslich soll Essen ja Lust und nicht Frust oder Zwang sein.

Milchmahlzeiten allmählich ersetzen

Ungefähr einen Monat nach dem Beginn der Breimahlzeiten und falls sich Ihr Kind schon daran gewöhnt hat, können Sie eine zweite Milchmahlzeit durch eine Breimahlzeit ersetzen. Etwa einen weiteren Monat später, zwischen dem siebten und neunten Monat, kann der dritte Brei eingeführt werden.

Nach dem Gemüse- und Früchtebrei eignet sich ein Getreidebrei aus Hirse, Dinkel, 3-Korn oder Griess. Dieser Brei wird, je nach Angaben auf der Verpackung, mit warmer Säuglingsanfangsmilch oder mit Leitungswasser angerührt. Um den Brei geschmacklich noch anzureichern, kann beispielsweise ein geriebener Apfel oder Kompott hinzugefügt werden.

Eine Zusammenfassung der Ernährung des Kindes im ersten Lebensjahr und der Ernährungsplan zum Herunterladen sind eine hilfreiche Stütze, um sich rasch und immer mal wieder eine Übersicht über diese verschiedenen Schritte zu verschaffen.







Illustration Eltern bereiten Brei vor für das Kind.

Tipps zur Ernährung

  • Gemüse und Früchte vor dem Zubereiten sorgfältig waschen und schälen.

  • Die Gemüse- oder Früchteportionen mit dem Passevite oder dem Mixer pürieren. Eine gleichmässige Konsistenz ohne kleine Stücke ist einfacher zum Schlucken und reizt weniger zum Herausgeben.

  • Blähendes, wie alle Kohlsorten und Zwiebeln, ist als Babynahrung nicht geeignet.

  • Gemüsebrei bis zum Ende des ersten Lebensjahres nicht würzen, weder mit Salz noch mit Kräutern. Ihr Baby wird sein Essen trotzdem würzig und schmackhaft empfinden.

  • Früchtebrei nicht süssen, weder mit Zucker noch mit Honig.

  • Um Zeit und Aufwand zu sparen, können Sie grössere Portionen Gemüsebrei zubereiten und in Miniportionen (zum Beispiel in Joghurtgläsern oder Plastikbeuteln) einfrieren. Der Brei muss vor dem Einfrieren schnell abgekühlt und dann ins Gefrierfach gestellt werden.

  • Selbstgemachte Breie können abwechslungsreich zubereitet werden, was sich positiv auf die Geschmacksentwicklung auswirkt. Auch Babynahrung aus dem Glas bietet Vorteile: Auf Reisen oder wenn man in Eile ist, können sie ausgesprochen praktisch sein.

Feste Nahrung verändert die Verdauung

Und noch ein Hinweis: Durch das Essen von fester Nahrung verändert sich auch der Stuhl des Kindes: in der Farbe, im Geruch (intensiver!), in der Beschaffenheit. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind alle ein bis zwei Tage Stuhlgang hat.

Falls es damit nicht klappen sollte, wenden Sie sich an Ihre Mütter- und Väterberatung oder die Kinderärztin, den Kinderarzt. Ebenso, wenn Sie Fragen zur Ernährung Ihres Kindes haben oder unsicher sind, ob es zu viel oder zu wenig isst.

Weiter stillen?

Wenn Sie nun beginnen, dem Baby halbfeste Nahrung zu geben, heisst dies nicht, dass damit das Ende der Stillzeit verbunden ist. Beides lässt sich gut miteinander verbinden und wird sogar empfohlen, um Allergien vorzubeugen.

Die Ernährung durch Muttermilch wird zwar mit zunehmender Menge an fester Nahrung an Bedeutung verlieren. Dadurch wird automatisch die Milchproduktion weniger stimuliert. Doch die Brust der Mutter ist nach wie vor ein Ort der Geborgenheit, des Trostes und der Sicherheit. Stillen Sie aus diesen Gründen ruhig so lange weiter, wie Sie und Ihr Kind sich dabei wohlfühlen.

Weitere Informationen zur Ernährung finden Sie in der Broschüre «Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern». Tipps zum Thema Baby-led Weaning finden Sie in diesem Artikel.

Erste Essversuche bei Zwillingen

Bei Zwillingen ist es durchaus möglich, dass eines bereits Interesse am Essen zeigt und das andere nicht und Sie deshalb die ersten Breiversuche vorerst nur mit einem Geschwister angehen.

Wenn Sie Zwillinge haben und mit beiden gleichzeitig die ersten Breiversuche starten, kann es anfangs hilfreich sein, wenn Sie nicht alleine sind. Zu zweit als Eltern oder mit noch einer Person, kann sich jeder auf ein Kind konzentrieren. Ist nur ein Erwachsener zugegen, empfiehlt es sich anfänglich, dem einen Kind Brei zu verabreichen und dem anderen die Brust oder die Flasche zu geben. Bei der nächsten Mahlzeit wird gewechselt.

Sobald Ihre Kinder an Breinahrung gewöhnt sind, können Sie jedem abwechselnd einen Löffel mit Brei geben und auf diese Weise gleichzeitig den Hunger stillen.

Reload content for this field