Un bimbo piccolo appoggia la testolina sul pancione della mamma.

Ein zweites Kind?

Ein Jahr und zwei Monate

Die Frage, ob man ein zweites Kind möchte oder nicht, ist vielschichtig. Wann der ideale Zeitpunkt gekommen ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Jeder Elternteil muss die Frage nach einem zweiten Kind individuell beantworten. Als Paar braucht es einen Austausch, um eine Lösung zu finden, die für beide passt. Vorausgesetzt, es besteht überhaupt eine Wahlfreiheit. So manche Eltern hätten gerne eine grössere Familie, doch nach dem ersten Kind bleibt vielen dieser Wunsch versagt. Andere möchten das erste Kind erst einmal so richtig geniessen und befassen sich noch nicht mit der Frage nach einem zweiten Kind. Natürlich gibt es auch Eltern, die sich mit dem Gedanken an ein zweites Kind auseinandersetzen, wenn das erste Kind etwa ein Jahr alt ist.

Mit der Frage: «Ein zweites Kind: ja oder nein?» sind weitere Fragen und Überlegungen verknüpft. Haben Sie sich schon immer mehrere Kinder gewünscht oder entscheiden Sie sich bewusst für ein Kind? Vielleicht sind Sie beruflich wie privat so engagiert, dass ein zweites Kind nicht in Ihr Lebenskonzept passen würde. Wie sieht Ihre Wohnsituation aus? Würde ein zweites Kind einen Wohnungswechsel bedingen? Welche Berufspläne haben Sie und Ihre Partnerin, Ihr Partner? Auch das Thema «Budget» ist nicht unwichtig, wenn es um diesen Entschluss geht.







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Kinder brauchen andere Kinder

Ein Kind braucht aber auf jeden Fall andere Kinder zum Aufwachsen: Ob mit Geschwistern oder anderen Kindern aus der Nachbarschaft, in der Spielgruppe, in der Krippe – im Umgang miteinander lernen sie Rücksicht zu nehmen, zusammen Herausforderungen zu meistern, zu teilen …

Es gibt also viele Gründe, die für oder gegen eine Familienerweiterung sprechen. Wichtig ist, dass beide Elternteile ihr Dafür und Dawider offen aussprechen und sich nicht durch vermeintliche gesellschaftliche Erwartungen unter Druck setzen lassen. Inzwischen ist das Stigma «Einzelkind» überholt. Kinder, die ohne Geschwister aufwachsen, müssen nicht benachteiligt sein und über eine geringere Sozialkompetenz verfügen. Genauso wenig wie Kinder, die Geschwister haben, nicht von Natur aus sozial sind. Als Eltern haben Sie einen grossen Einfluss auf die Entwicklung Ihres Kindes.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wenn es möglich ist, mehr als ein Kind zu haben und sich beide Elternteile einig sind, dass sie ein zweites Kind möchten, stellt sich wahrscheinlich die Frage nach dem Zeitpunkt. Es gibt zwar Theorien, die besagen, welcher Altersunterschied zwischen dem ersten und dem zweiten Kind der günstigste ist, doch in erster Linie sollte diese Frage von jeder Familie persönlich beantwortet werden. Sowohl bei zeitlich eng aufeinander folgenden Kindern wie bei solchen mit grösserem Altersunterschied gibt es Vor- und Nachteile.

Unabhängig davon, welcher Altersunterschied zwischen den Geschwistern liegt, eine Schwester oder ein Bruder bringt für das erste Kind grosse Veränderungen mit sich. Es ist nicht mehr allein und muss lernen, die Liebe und Aufmerksamkeit der Eltern zu teilen.

Für Sie als Eltern bedeutet dies, dass Sie den Aufbau der Geschwisterbeziehung verständnisvoll und einfühlsam begleiten sollten, denn Geschwisterliebe kann nicht einfach vorausgesetzt werden. Auch Sie als Eltern müssen sich neu orientieren, wenn Sie Ihre Fürsorge und Zuwendung auf zwei Kinder aufteilen.

Das zweite Kind ist unterwegs

Für ein Kleinkind wird die Schwangerschaft «fassbarer», wenn sie sichtbar ist und sich der Bauch der Mutter langsam zu runden beginnt. Trotz wachsendem Umfang wird es für Ihr Kind schwierig sein, nachzuvollziehen, dass da im Bauch ein Geschwisterchen heranwächst und was es heisst, einen Bruder oder eine Schwester zu bekommen. Trotzdem wird Ihr Kind von Anfang an spüren, dass sich etwas verändert. Es wird in irgendeiner Form reagieren, auch wenn es in das «Geheimnis» nicht eingeweiht wird. Miteinbeziehen ist also wichtig. Das heisst aber nicht, dass das zweite Kind zum alles beherrschenden Thema innerhalb der Familie werden soll. Gewohnte Rituale mit dem ersten Kind, zum Beispiel das Einschlafzeremoniell, sollten Sie unbedingt beibehalten. Versuchen Sie, so viel Gewohntes und Vertrautes wie möglich aufrechtzuerhalten – sowohl in der Schwangerschaft als auch nach der Geburt.

Und wenn es da ist …

Die Geburt des zweiten Kindes kann eine ziemliche Veränderung des Familienlebens mit sich bringen. Die einen Eltern bewältigen die neue Situation leicht, im Sinn von: «Jetzt sind es halt einfach zwei statt eines, die uns auf Trab halten.» Andere müssen sich – zusammen mit dem ersten Kind – wieder neu organisieren. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Was Sie für ein künftiges gutes Miteinander der beiden Kinder tun können:

  • Das Kind darf den Bauch der Mutter anfassen, daran horchen, die Bewegungen des Kleinen spüren.

  • In der Kindertagesstätte oder bei Freunden, Nachbarn, die vor Kurzem ein Kind bekommen haben, kann Ihre Tochter oder Ihr Sohn miterleben, was das ist: ein Säugling.

  • Ein einfaches Bilderbuch zum Thema Baby kann hilfreich sein und erste Fragen beantworten.

  • Das Spiel mit einer Puppe, einem Plüschtier kann Ihrem Kind helfen, sich auf die Ankunft des Geschwisterchens vorzubereiten. Geben Sie der Puppe einen Namen und beziehen Sie sie in den Familienalltag mit ein.

  • Kleine Kinder zeigen unterschiedliches Interesse für das zukünftige Geschwister. Manche möchten immer wieder davon sprechen oder hören, andere weniger. Nehmen Sie auf die Bedürfnisse Ihres Kindes Rücksicht, beobachten Sie, wie es reagiert.

  • Viele Frauen haben in den letzten Wochen der Schwangerschaft das Bedürfnis nach mehr Ruhe. Sie möchten sich gerne zurückziehen. Gut wäre, wenn für das grössere Kind zusätzliche Betreuungsangebote oder andere Menschen da sind, die es liebevoll betreuen.

  • Ideal ist, wenn der Vater seinen Vaterschaftsurlaub gleich nach der Geburt bezieht und beim ersten Kind zu Hause bleibt. So ist die Veränderung nicht allzu abrupt, und die ganze Familie erlebt die neue Situation gemeinsam. Ist dies nicht möglich, ist es oft sinnvoll, wenn das Kind während der Abwesenheit der Mutter von jemandem, den es gut kennt, zu Hause betreut wird. Ein Ortswechsel kann (muss nicht) zusätzliche Probleme mit sich bringen. Nicht zu empfehlen ist hingegen, unmittelbar nach der Geburt die Betreuungssituation zu verändern (zum Beispiel Eingewöhnung in eine Kindertagesstätte). Ihr Kind braucht zuerst Zeit, sich an die neue Familiensituation zu gewöhnen, und die Sicherheit, dass es immer noch genau gleich geliebt wird.

  • Besucht Ihr Erstgeborenes eine Kindertagesstätte, kann es sein, dass ihm das nach der Ankunft des Geschwisterchens schwer fällt. Falls es vorübergehend zu einer Krise kommt, sollten Sie sich mit den Betreuerinnen und Betreuern austauschen, Ihr Kind aber wie gewohnt in die Kindertagesstätte schicken. Den meisten Kindern vermittelt dieser vertraute Alltag zusätzliche Sicherheit.

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