La sorellina più grande fa le coccole al bebè.

Eifersucht gehört zum Zusammenleben

Drei Jahre

Mit der Geburt eines Geschwisters ändert sich für das erstgeborene Kind vieles. Es kann gut sein, dass es eifersüchtig reagiert. Eltern können einiges für eine gute Beziehung unter den Geschwistern tun.

Auch wenn Sie Ihrem grösseren Kind immer wieder beteuern, dass Sie es genauso lieben wie das Baby, wird dadurch die Eifersucht nicht spürbar vermindert. Viel wichtiger als Erklärungen ist der gelebte Alltag. Geben Sie Ihrem Erstgeborenen den Platz, die Zeit und die Zuneigung, die es braucht, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Versuchen Sie, immer wieder Momente zu finden, die Sie ganz allein Ihrem älteren Kind widmen. Zum Beispiel auf einem gemeinsamen Ausflug, während einer Mahlzeit oder bei einem Spaziergang. Bei solchen «Tête-à-Têtes» können Sie Gewohntes und Vertrautes pflegen, Neues entdecken, einander kleine Geheimnisse anvertrauen. Es ist ein Austausch möglich, ohne gestört und abgelenkt zu werden.

In Bezug auf die Geschwisterfolge ist es wichtig, nicht an der Vorstellung zu hängen, dass das ältere Kind immer das vernünftigere oder stärkere von beiden sein sollte. Erwarten das die Eltern von ihm, wird es sich mit der Zeit vielleicht ihren Erwartungen anpassen, dabei aber einen Teil seiner eigenen Persönlichkeit unterdrücken. Sie können viel dazu beitragen, dass Eifersucht und andere Schwierigkeiten unter Geschwistern nicht dominierend werden.

Jedes Kind soll spüren, dass es um seiner selbst willen geliebt wird, mit all seinen Stärken und Schwächen. Wenn Geschwister entdecken, dass es möglich ist, viel Spass zusammen zu haben, ist schon Wesentliches gewonnen. Auch «Geschwister werden» ist ein Erfahrungsprozess, der nicht von heute auf morgen geschieht. Lassen Sie Ihren Kindern Zeit dazu, eine eigene Beziehung zueinander zu finden.

Der Platz in der Familie

Trotz aller guten Vorsätze lassen sich Konflikte zwischen Geschwistern nicht vermeiden. Das ist auch nicht das Ziel, denn Auseinandersetzungen bieten ein grosses Lernpotenzial. Der erste Geschwisterstreit wird oft ausgetragen, ohne dass er von Ihnen als solcher wahrgenommen wird. Das ältere Kind wird versuchen, Sie vom Baby abzulenken, damit Sie möglichst viel Aufmerksamkeit ihm schenken und sich mit ihm beschäftigen müssen. Versuchen Sie, es möglichst oft in die Pflege des Babys einzubeziehen. Einen liebevollen Umgang kann es nur lernen, wenn Sie ihm das zutrauen. Machen Sie ihm klar, dass es das kleine Geschwisterchen nicht beissen oder schlagen darf. Es ist weniger schlimm, wenn es seine Wut einmal an Ihnen, am Teddy oder an seiner Puppe auslässt.

Später, wenn der Bruder oder die Schwester grösser ist, finden direkte Auseinandersetzungen statt. Beim Streit um den Teddybären ist das begehrte Objekt oft weniger entscheidend als der Kampf um die Aufmerksamkeit der Eltern und um den Platz in der Familie. Das ältere Kind passt auf, dass es seinen Platz nicht verliert, denn schliesslich war es zuerst da.

Viele Eltern stellen mit Erstaunen fest, dass sich ihr zweites Kind «ganz anders» als das erste entwickelt, es andere Interessen und Stärken hat. So wirbt jedes Kind auf seine Art um die Zuneigung der Eltern. Dieses Ringen um Zuwendung und Anerkennung ist nötig, denn solche Auseinandersetzungen helfen mit, dass alle Mitglieder ihren Platz in der Gemeinschaft finden. Eltern sollten versuchen, jedes Kind in seiner Eigenart anzunehmen und zu bestätigen.

Wenn ein Geschwister besondere Aufmerksamkeit benötigt

Geschwister mit einer Krankheit oder Behinderung brauchen besonders viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Dieses Ungleichgewicht unter den Geschwistern kann beim Kind ohne Beeinträchtigung Eifersucht, Rivalität und Schuldgefühle erzeugen oder verstärken. Solche Gefühle sind natürlich und nachvollziehbar und sollen Platz haben. Zu hohe Erwartungen an Vernunft und Nachsicht können das Geschwister ohne Behinderung überfordern.

Bei solchen Konstellationen ist es umso wichtiger, dass Sie bewusst auch Zeit für das Kind ohne Behinderung einplanen, in der es im Mittelpunkt stehen darf. Gerade für dieses Geschwister ist es wichtig, immer wieder zu erleben, dass es mit seinen eigenen Bedürfnissen wahrgenommen wird. Sehr unterschiedliche Ansprüche erfüllen zu wollen, kann äusserst anspruchsvoll sein für Sie als Eltern. Dem Kind mit Beeinträchtigung und dem ohne gerecht werden, sich selber und vielleicht noch dem Partner, der Partnerin, dem Haushalt, der Erwerbsarbeit ist viel und manchmal zu viel. Entlastungsmöglichkeiten, Zeit für sich und eine Anpassung der eigenen Ansprüche sind in solchen Momenten wertvoll.

Versteckte Eifersucht

Nicht alle Mädchen und Jungen zeigen ihre Verunsicherung deutlich. Bei vielen Kindern macht sie sich indirekt im Verhalten bemerkbar: Plötzlich benötigen sie wieder Windeln, lutschen am Daumen oder wollen ihre Milch aus dem Schoppen trinken. Andere reagieren noch stärker: Sie haben häufig Bauchweh, bekommen einen Ausschlag, sie träumen schlecht oder schreien im Schlaf, sie haben ein «Mödeli», sie essen kaum mehr, spucken alles wieder aus, sie beschädigen Dinge, welche die Eltern besonders lieben, und so weiter.

Diese Kinder fühlen sich durch die inneren widersprüchlichen Gefühle bedroht, können ihren Unmut nur versteckt zeigen und schaden sich damit selbst am meisten. Sie brauchen einfühlsame Eltern, die spüren, worum es geht, wenn ihr Mädchen oder ihr Junge plötzlich so «schwierig» wird. Und vor allem brauchen sie speziell viel Zuneigung!







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Das Verhalten der Eltern

Eltern lieben jedes Kind, aber nicht unbedingt auf die gleiche Weise. Das eine Kind braucht vielleicht besonders viel körperliche Nähe, das andere hingegen geniesst Ihre Liebe und Zuneigung eher bei gemeinsamen Tätigkeiten. Dazu kommen unterschiedliche Verhaltensweisen und Reaktionen von Mutter und Vater gegenüber den Kindern. Das ist normal, und es besteht kein Grund, sich Sorgen oder gar Vorwürfe zu machen, weil Sie unterschiedlich auf Ihre Kinder eingehen.

Eine unbegründet bevorzugte Behandlung des einen Kindes und eine Zurückweisung des anderen wäre hingegen ungerecht und würde die Spannung im Kind und zwischen den Kindern verstärken. Denn jeder Mensch ist eine einmalige Person, und jedes Kind wird in eine andere Situation hineingeboren. und erlebt demnach seine Welt anders, als Schwestern oder Brüder sie erleben. Aber alle Kinder brauchen die Anerkennung ihrer Persönlichkeit durch die Eltern.

Praktische Tipps, wenn Kinder eifersüchtig reagieren

  • Greifen Sie nicht gleich in «Eifersuchtsszenen» ein. Die Kinder können ihre Probleme oft besser allein regeln. Erwachsene sollten sich sowieso nicht vorschnell in kindlichen Streit einmischen, es sei denn, es wird gefährlich!

  • Geschwister sollten nicht miteinander verglichen werden. Das zweite Kind kann und soll nicht gleich sein wie das erste, oder umgekehrt. Die verschiedenen Charaktere bereichern Ihre Familie.

  • Wechseln Sie sich immer wieder ab bei der Betreuung und beim Spielen mit Ihren Kindern. Das Ältere darf mit einem Elternteil spazieren gehen, das Kleinere wird vom anderen Elternteil gebadet.

  • Beziehen Sie das Ältere in die Pflege, Betreuung und das Spiel mit dem Kleinen ein: Gemeinsam können Sie das Kleinere baden und wickeln, es eincremen und massieren, ins Bett bringen und ihm ein Lied vorsingen. Gemeinsame Erlebnisse formen und festigen die Geschwisterbeziehung.

  • Viele grosse Brüder und Schwestern schlüpfen auch gerne selber in die Mutter- oder Vaterrolle und nehmen ihre Aufgabe als «Teddybär-Papi» oder «Puppen-Mami» sehr ernst. Stellen Sie Ihrem Kind dafür die notwendigen «Utensilien» zur Verfügung: Auch Teddys und Puppen wollen gebadet, gewickelt, spazieren geführt werden.

  • Übertragen Sie dem Erstgeborenen etwas mehr Verantwortung, ohne es dabei zu überfordern. Es soll ruhig stolz sein auf seine Leistungen.

  • Auch das grössere Kind braucht noch viel Körperkontakt mit den Eltern. Nutzen Sie zum Beispiel den Mittagsschlaf des jüngeren Kindes, um sich ausschliesslich dem älteren zu widmen.

  • Kinder suchen trotz Geschwistern gleichaltrige Spielkameraden und Spielkameradinnen. Bruder oder Schwester ersetzen die Freundin, den Freund aus der Nachbarschaft oder der Spielgruppe nicht.

  • Sprechen Sie Ihre Kinder nicht zu häufig als «Gruppe» an, im Sinn von: «Kommt, Kinder.» Jedes möchte so oft wie möglich als Individuum wahrgenommen werden. Dazu gehört auch, dass Geschwister nicht zu häufig die gleichen Geschenke bekommen.

  • Machen Sie Verwandte und Bekannte darauf aufmerksam, dass sie beiden Kindern gleichermassen Beachtung schenken.







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