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Jeder Körper ist einzigartig. Eltern können einen liebevollen Umgang mit dem eigenen Körper vorleben.
Wenn der Magen leer ist, knurrt er laut. Nach dem vielen Springen ist der Mund trocken und wir sind durstig. Wenn wir an Pfeffer riechen, müssen wir niesen. Unser Körper gibt uns Informationen über unseren Zustand. Müde Beine erinnern an die fehlende Pause und das «Loch im Bauch» an das bevorstehende Mittagessen. Es ist spannend zu erkennen, mit welchen Tricks der Körper uns Botschaften sendet.
Der Körper ist unser Haus, in dem wir ein Leben lang wohnen und zu dem wir Sorge tragen sollten. Wie fühlt sich dieses Haus an? Stossen die Zehen an, weil die Schuhe etwas klein sind? Tun die Oberschenkel nach dem Umhertollen weh? Sind die Ohren draussen kalt und drinnen plötzlich warm? Manchmal sind Bedürfnisse klar ersichtlich und manchmal werden sie erst wahrgenommen, wenn wir uns bewusst damit auseinandersetzen. Wenn Kinder auf solche Signale achten, schulen sie ihre Wahrnehmung für den eigenen Körper. Braucht irgendeine Körperstelle gerade etwas mehr Aufmerksamkeit? Müssen die Arme umherzappeln, schmerzen die Füsse oder mag der Kopf nicht mehr denken?
Durch Filme, Werbung und soziale Medien definiert die Gesellschaft das Schönheitsideal. Genauso wie Erwachsene, nehmen auch Kinder solche Vorstellungen auf. Sie vergleichen sich und möchten diesem vermeintlichen Ideal entsprechen. Doch der Körper ist viel mehr als das Erscheinungsbild. Er ist stark, kann grosse Steine heben oder lässt sich dehnen. Die Finger sind geschickt und können Perlen auf einer Schnur aufreihen.
Jeder Körper ist einzigartig, sieht anders aus und ist unterschiedlich beweglich. Eltern können einen liebevollen Umgang mit dem eigenen Körper vorleben und sich gemeinsam mit dem Kind an der Vielfalt ungleicher Körper erfreuen. Die Erwartungen, die wir an unseren Körper stellen, beeinflussen auch, ob wir uns darin wohlfühlen.
«Tuesch mi no echli chräbele?» Zärtlichkeit steckt in Berührungen. Je nach Vorliebe gehören gegenseitiges Massieren, Kitzelverse oder Streichelspiele dazu.
Das Bedürfnis nach Hautkontakt ist bei jedem Kind verschieden. Es ändert sich mit dem Alter und je nach Zeitpunkt oder Gegenüber. Oft möchten Väter und Mütter ihre Kinder noch knuddeln, wenn diese längst andere Formen der Zuneigung suchen. Achten Sie auf die Reaktionen Ihres Kindes. Dreht es sich weg oder windet es sich aus einer Umarmung? Nehmen Sie diese Zeichen ernst. Übersetzen Sie diese gegebenenfalls auch für andere Erwachsene: «Ich glaube, Sofia hat das gerade nicht so gern!»
«Hiiiiilfe, ein Tiger!»; mit einem ängstlich-lustvollen Schrei rettet sich das Kind aus der Reichweite von Papas Raubtierzähnen, um sich gleich wieder in gefährliche Nähe zu wagen. Raufereien sind zusätzliche Gelegenheiten, sich hautnah zu spüren. Beim Balgen lernt das Kind, Zärtlichkeit zu dosieren und Unterschiede zwischen zart und wild, Schmerz und Lust zu erkennen.
Übrigens: Zärtlichkeit zeigt sich nicht nur in Körperkontakt. Sie kann sich ebenso in Form von liebevollen Blicken, Worten und Gesten ausdrücken. Finden Sie Ihre eigene persönliche Art, Ihrem Kind zu zeigen, dass Sie es lieben.