Un bimbo osserva attentamente un cervo volante che gli si è posato su una mano.

Angst – was nun?

Fünf Jahre

Angst vor Verlust, Angst vor neuen Situationen, Angst vor gefährlichen Tieren: Kinder können sich vor allem möglichen fürchten. Wir zeigen, was Sie als Eltern tun können.

Angst hat viele Gesichter und es gibt ebenso viele Arten, mit ihr umzugehen. Dabei kommt es auf das Alter und die Persönlichkeit Ihres Kindes an und natürlich auf die Ursache seiner Angst: Fürchtet es Tiere, Menschen, leblose Dinge oder spezielle Situationen? Ist es die Angst vor etwas Unbekanntem, hat es sie von den Eltern übernommen oder machte es selbst schlechte Erfahrungen? Ist die Furcht nachvollziehbar oder aus Erwachsenensicht unverständlich? Braucht es zur Bewältigung nur etwas Zeit, Verständnis oder konkrete Hilfe?

Mit einigen Ängsten muss man einfach leben, muss sie aushalten lernen. Auch Kindern darf dabei etwas zugetraut werden! Andere Ängste können erklärt und überwunden werden. Vielleicht regen folgende Beispiele dazu an. Auch Bilderbücher können Anstoss dazu sein.

Angst vor Trennung und Verlust

«Wenn wir zwei uns streiten wie du und Papa damals, lassen wir uns dann auch scheiden?»
Erika, 5 Jahre

Die Angst vor Trennung und Verlust überfällt Klein und Gross, denn wir werden immer wieder mit Situationen der Ablösung konfrontiert. Schrecklich ist zum Beispiel die Angst, einen Elternteil zu verlieren, Gspänli nach einem Wohnortswechsel nie mehr wiederzutreffen, die altersschwache Katze sterben zu sehen oder zu glauben, von den Eltern nicht mehr geliebt zu werden.

Geburt eines Geschwisters

Nach der Geburt eines jüngeren Geschwisters zum Beispiel benehmen sich die Älteren manchmal «unmöglich». Oft steckt dahinter die Angst, im Konkurrenzkampf um die Zuneigung von Mama und Papa gegen den Säugling zu unterliegen.

Sind Sie manchmal richtig wütend auf Ihren Sohn oder die Tochter? Das dürfen Sie Ihrem Kind ruhig sagen. Ein «Es nervt mich, wenn du das Baby kneifst!» können Kinder verstehen. Kritik, die aber statt des Verhaltens die ganze Person angreift («Du bist ein schlimmes Kind, geh in dein Zimmer», «Ich habe dich nicht mehr gern, wenn du so gemein bist zum Baby») schürt die Angst vor dem Verlust der elterlichen Liebe nur weiter.

Ein wenig zusätzliche Aufmerksamkeit nur für die älteren Geschwister hingegen – zum Beispiel eine Tasse Lieblingstee und ein Bilderbuch dazu erzählt – bewirkt Wunder. Viele geniessen auch, in den Armen der Eltern zu liegen, «klein sein» zu spielen. Oder aber etwas gerade deshalb machen zu dürfen, weil sie «schon so gross» sind. Älter sein zieht schliesslich nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte nach sich (zum Beispiel länger Aufbleiben, etwas Schwierigeres erledigen): ein wohltuendes Aha-Erlebnis für ältere Geschwister.







Illustration Kind bindet Eltern an Beinen zusammen

Trennung und Veränderung: Was tun?

  • Steht ein Umzug bevor? Ein Besuch des neuen Wohnortes oder des zukünftigen Kindergartens erleichtert den Gedanken. Auch ein kleines Abschiedsfest hilft, den Übergang zu gestalten. Und traurige Momente dazwischen dürfen durchaus sein, schliesslich ist es traurig, seine Freunde und Freundinnen nicht mehr täglich zu sehen.

  • Wenn Sie hin und wieder mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin streiten, ist es wichtig, dass Kinder nach einem Konflikt auch an der Versöhnung teilhaben. Viele Kinder versetzt ein lauter Wortwechsel der Eltern in Panik und sie sind froh zu sehen, dass auch Mutter und Vater wieder «Frieden machen».

  • Wollen Sie die Partnerschaft auflösen, sich trennen oder scheiden? Klarheit gegenüber dem Kind kann die Folgen mildern in einer Situation, die für alle Beteiligten nicht einfach ist: Die Eltern trennen sich. Davon nicht betroffen ist die Beziehung zum Kind, denn ihm bleiben Vater und Mutter erhalten. Dies zu spüren und zu erleben ist wichtiger als tausend Worte. Zum Beispiel, indem schnell und klar geregelt wird, wie es den Kontakt mit dem anderen Elternteil aufrechterhalten kann.

  • Suchen Sie in schwierigen Zeiten das Gespräch mit Fachpersonen, die auch auf Ihre Ängste und Fragen eingehen.

Angst vor schwierigen Momenten

«Ich will da nicht hin!»
Matteo, 4 Jahre

Neue Situationen im Leben können Angst einjagen. Zum Beispiel das erste Mal mit Babysitter alleine, der Eintritt in den Kindergarten, die Premiere beim Zahnarzt oder neue Gspänli im Hort. «Nimm dich zusammen!» hilft da wenig, sinnvoller ist ein «Komm, wir überlegen gemeinsam, wie wir die Angst vertreiben!». Oft hilft auch ein bisschen Zeit: Nach einigen Wochen Kindergarten zum Beispiel ist die anfängliche Zagheit längst vergessen.







Illustration Kind hat noch nicht fliegen gelernt

Heikle Situationen: Was tun?

  • Heikle oder unangenehme Situationen können im Voraus durchgespielt werden («Wenn ich Angst habe, könnte ich ja …»). Kinder probieren so verschiedene Reaktionen aus und kommen oft selber auf die am besten zu ihnen passende Lösung.

  • Bauchweh vor besonderen Anlässen? Gerade kleinere Kinder spüren Ängste oft körperlich! Vielleicht können sie mit einem Glücksbringer im Hosensack beruhigt werden. Solche Zeichen erinnern daran, dass jemand an sie denkt.

  • Geht es um harmlose Dinge, können kleine Mutproben einen Gegenpol zur Angst setzen: «Heute schaff ich das letzte Stück zum Kindergarten ohne Mama oder Papa», nimmt Ihr Kind sich vielleicht vor. Und siehe da, es trifft ein anderes «Chindsgikind» und sie amüsieren sich köstlich.

  • Bilderbücher über schwierige Momente im Leben helfen, Veränderungen vorzubereiten oder über grössere Krisen und deren Lösungen zu sprechen. Lassen Sie sich in der Bibliothek oder in der Buchhandlung beraten und fragen Sie andere Eltern um Ideen.

  • Besonders hellhörig werden Kinder, wenn Erwachsene von früher, von eigenen unangenehmen Erlebnissen erzählen, mitsamt gelungenem oder verpatztem Ausgang.

Angst vor furchterregenden Sachen

«Das Meersäuli hat böse Augen. Gell, aber es ist schon lieb!?»
Miranda, 3 1/2 Jahre

Die Liste Angst erregender Sachen ist lang und die Ursachen der Angst sind vielfältig. Gianna hat eine Schlange gesehen und erzählt nun ununterbrochen davon. Marc hat Angst vor der Nachbarin mit Behinderung, weil er sie nicht näher kennt und sie so «komisch» tut. Kaj fürchtet sich vor Mädchen, weil er von einem gebissen wurde. Und Eliana zittert, wenn die Hausglocke klingelt, und keiner weiss warum. Was tun?

Fürchtet sich Ihr Kind oft nach TV-Sendungen? Beobachten Sie es beim Ansehen seiner Lieblingsfilme. Auch ganz harmlose Geschichten oder altbekannte Märchen können erschreckende Szenen beinhalten. Halten Sie es unbedingt fern von Sendungen für Erwachsene, zum Beispiel Nachrichten. Meist aber ist nicht vermeiden sinnvoll, sondern kennen lernen. Der Kontakt zu fremdsprachigen Nachbarn oder Menschen mit Behinderung im Quartier öffnet die Tür zu neuen Welten. Und im Zoo lernt man auch gefährliche Tiere von einer freundlichen Seite kennen.

Auf Augenhöhe des Kindes gehen

Manchmal hilft auch, wenn Sie sich auf Augenhöhe Ihres Kindes begeben. Aus der «panischen Angst vor Hunden» wird eine durchaus nachvollziehbare Furcht vor einem grossen, schweren Tier. Oder stellen Sie sich mal vor, ein Pferd rennt auf Sie zu, während eine Stimme beruhigend ruft: «Keine Angst, Fury macht nichts, es will nur spielen!»

Lachen Sie nie über kindliche Ängste, kommentieren Sie sie auch nicht ironisch, zum Beispiel mit einem «Ja, ja, schon manche Spinne hat ein Kind gefressen!». Kinder verstehen solche Witze nicht. Sie brauchen vielmehr das sichere Gefühl, so, wie sie sind, mitsamt ihrer Spinnenangst, ernst genommen und geliebt zu werden.

Angst vor Gruseligem: Was tun?

  • Vielen Ängsten kann mit «kleinen Schritten» begegnet werden: Eine erste Idee zum Thema «Käferangst» könnte sein, Käfern auf Bildern oder im Naturmuseum hinter Scheiben zu begegnen. Beobachtungen können gemalt, Käfer gebastelt werden. Über den Marienkäfer findet sich der Zugang zu grösseren, gruseligeren Artgenossen. Eine kleine Mutprobe ist, Käfer ganz nah durch die Lupe zu betrachten. Vielleicht «gruselt» sich Ihr Kind weiterhin etwas, das ist normal. Doch vielleicht, wer weiss, kommt es schon bald auf die Idee, im Wald einen Käferzoo anzulegen …

  • Dem Thema angepasste «Kleine-Schritte-Programme» sind denkbar gegen die Ängste vor dem Dunkeln, vor dem Alleinsein, vor Gewittern, Schnecken und Wasser. Erzählen Sie Erfolge dem Götti und der Grossmutter weiter, das motiviert Ihr Kind. Oder erfinden Sie ein Diplom für «Gewitterprinzessinnen» oder «Schneckenprinzen».

  • Haben Sie selber Angst vor dem, wovor Ihrem Kind «gruselt»? Dann delegieren Sie das «Kleine-Schritte-Programm» an jemanden! Nicht Vermeidungsstrategie, sondern positive Erlebnisse und kleine, dem Kind entsprechende Mutproben stärken das Selbstvertrauen! Und sich selbst zu vertrauen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg gegen die Angst.

Angst vor Mördern und Monstern

«Ich weiss schon, dass es keinen Räuber hat unter dem Bett, aber ich glaube, es hat einen.»
Ivo, 5 Jahre.

Vor allem Kinder zwischen vier und sieben Jahren haben eine reiche Fantasie. In diesem so genannten «magischen Alter» verwandeln sich Stühle in Burgen, Decken in Höhlen, aber eben auch Staubsauger in Drachen oder Türknarren in Geistergekicher.

Ihr Kind entwickelt sich wieder einen Schritt weiter, sein Vorstellungsvermögen wächst – und das bringt auch Schattenseiten mit sich. In der Tat ist die erwachende Fantasie der Kinder eine spannende Herausforderung, die Eltern manchmal aber auch verzweifeln lässt. «Gespenster gibt es nicht, das bildest du dir nur ein!» ist ein naheliegender, aber schwacher Trost. Sinn- und wirkungsvoller sind konkrete, handfeste Aktionen.

Gespensterängste: Was tun?

  • Schauen Sie zum Beispiel mit der Taschenlampe gemeinsam in alle dunklen Ecken und stochern Sie zur Sicherheit mit einem Besen nach.

  • Stellen Sie etwas Monsterfutter in einem Schälchen vor die Haustüre. Dann kommen sie gar nicht mehr ins Haus …

  • Geister hassen «Gespensterspray»: Zerstäuberflasche mit Wasser und einigen Tropfen Duft füllen und vor dem Schlafengehen zwei, drei Spritzer im Kinderzimmer versprühen – und weg sind sie!

  • Auch Nachtlämpchen, ein spaltbreit Licht vom Gang her und natürlich Kuscheltiere halten unangenehme Nachtgestalten vom Kinderbett fern.

  • Wenn Schreckgestalten bis in die Träume plagen und Kinder weinend aufwachen, helfen beruhigende Umarmungen der Eltern und Schutzengel jeglicher Form im, neben oder über dem Bett.

  • Schreckliche Monster kann man auch malen oder kneten, ausgiebig und schaudernd bewundern und dann auf Nimmerwiedersehen vertreiben, zum Beispiel, indem Zeichnungen in zig Stücke zerrissen werden.

Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was ihm guttun könnte. Manchmal hilft schon ein einfaches tiefes Durchatmen, ein gesummtes Lied, mit sich selber reden. Kinder finden oft eigene Strategien gegen die Angst:

«Ich hatte als Kind grosse Angst vor einem dunklen Flecken im Hauseingang. Gleichzeitig war ich davon überzeugt, dass mir der Fleck nichts antun würde, solange ich im Treppenhaus nur jede zweite Stufe berührte …»
Severin, 28 Jahre

Wenn die Angst Angst macht!?

Haben Sie das Gefühl, Ihr Kind fürchte sich überdurchschnittlich oft? Wird es von lähmender Angst geplagt und leidet darunter? Manchmal können Angstzustände den Alltag einer Familie stark beeinträchtigen. Lassen Sie sich von Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt an eine Fachstelle weiterweisen oder von einer Erziehungsberatungsstelle weiterhelfen, wenn Sie unsicher sind.

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