Bambino guarda incuriosito

Täglich aktiver

5. Monat

Vier Monate ist es her, seit Ihr Kind Mitglied Ihrer Lebensgemeinschaft geworden ist! Haben Sie es schon mit den Fotos aus der allerersten Zeit verglichen? Langsam streckt sich das «Fröschlein» der ersten Wochen.

Die Bewegungen des Babys werden gezielter, der Blick ausdrucksvoller, die Geschicklichkeit der Hände nimmt zu, besonders, wenn es unbedingt etwas anfassen oder ergreifen will. Liegt es in wachem Zustand in der Bauchlage, so gelingt es ihm, den Kopf hochzuhalten. Die Beine strecken sich langsam, sodass allmählich das Becken flach aufliegt.

Bald danach beginnt das Baby sich auf den Unterarmen abzustützen, sein Blickfeld erweitert sich. Neugierig schaut es um sich, dreht den Kopf dorthin, wo Geräusche zu vernehmen sind, wo etwas Spannendes zu sehen ist. Inzwischen sieht es Gegenstände in unmittelbarer Nähe deutlich mit allen Einzelheiten.

Spielen, strampeln und umherschauen

Die Rückenlage eignet sich besonders gut zum Spielen. Auf dem Rücken liegend bewegt sich das Kleine jetzt ganz anders. Rücken und Nacken sind straff, doch das Kreuz ist noch etwas schwach. Das Strampeln des Babys zeigt, wie gerne es sich vom Rücken auf den Bauch rollen würde, vielleicht tut es das auch bereits.

Ihr Sohn oder Ihre Tochter ist nun nicht mehr so ausschliesslich auf den Kontakt mit Ihnen konzentriert, die Welt rundum gewinnt zunehmend an Wichtigkeit. Ein kleiner Abschied von der ersten, innigen Zeit der totalen Verbundenheit, einer von vielen Schritten in die grosse, unbekannte Welt hinaus. Unterstützen Sie Ihr Kind bei seiner Entdeckungsreise in die Welt.

Geben Sie ihm immer wieder Gelegenheit, das Leben sowohl aus der Bauchlage als auch aus der Rückenlage wahrzunehmen. Auch die Perspektive aus dem «Babysitter» (Babyliege oder Babywippe) kann zuweilen interessant und für Eltern vor allem praktisch sein. Voraussetzung für vielfältige Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen ist jedoch, dass Ihr Kind viele verschiedene Positionen einnehmen kann.

Vorsicht kommt vor dem Fall







Illustration Das Baby soll man nie allein auf dem Wickeltisch lassen.

Irgendwann und vielleicht für Sie überraschend kommt der Moment, wo Ihr Baby plötzlich anders daliegt, als Sie es gebettet haben. Weil es sich nackt so schön strampeln lässt, kann der erste Drehversuch ohne Weiteres auf dem Wickeltisch geschehen. Und dies bestimmt dann, wenn Mutter oder Vater es nicht erwarten.

Denken Sie deshalb daran, das Kind nie alleine auf einer Unterlage zu lassen, von der es herunterfallen könnte. Auch nicht, um schnell die vergessene Windel zu holen oder das Telefon abzunehmen. Richten Sie den Wickelplatz so ein, dass Sie alles Nötige zur Hand haben, ohne sich wegdrehen oder weggehen zu müssen.

Auf alles gefasst sein

Die grössere Beweglichkeit des Kindes, wenn es seine Lage selbstständig verändern kann, und seine Fähigkeiten, etwas gezielt zu ergreifen, bedeuten einen neuen Abschnitt in der Erlebniswelt des Kindes.

Wie viele attraktive Sachen gibt es da blitzschnell zu packen und herunterzuschlagen: Brillen, Geschirr, Tee- oder Kaffeetassen mit heissem Inhalt. Schnell ist ein Unglück geschehen. Darum ist von jetzt an erhöhte Vorsicht angesagt.

Greifen macht Spass

Bis jetzt hat das Kind seine Hände durch ausgiebiges Betrachten und Erforschen mit dem Mund kennengelernt. Es hat auch erfahren, wie es sich selber durch Lutschen an den Händen trösten und beruhigen kann.

Mit vier bis fünf Monaten hat das Kind die Bewegungen seiner Arme, seiner Hände und seiner Finger so weit entwickelt, dass es gezielt – zuerst mit beiden Händen, dann einhändig – nach einem Gegenstand greifen kann. Natürlich greift es besonders gerne nach den Händen und Fingern der Eltern.

Objekte erforschen

Wenn es sein «Wunschobjekt» endlich erwischt, gibt es dieses nicht so rasch wieder her und steckt es in den Mund. Vorbei sind die Zeiten, da das Betrachten eines Mobiles interessant war – nun will das Baby zupacken können. Hängen Sie deshalb Spielsachen so auf, dass sie erreichbar und greifbar sind und nicht immer wieder davonschwingen. Legen Sie auch Sachen, die sich zum Greifen eignen, in seine Nähe, wenn es auf einer Spieldecke liegt.

Tasten ist für Ihr Kind nicht nur mit Nähe, Kontakt und Spielen verbunden, sondern ganz wesentlich damit, sich selbst, den eigenen Körper und die Umwelt zu erfahren. Gesehenes kann mit Hilfe der Hände besser begriffen werden. Erlebnisse aus erster Hand lassen die Welt Gestalt annehmen und später Worte und Erklärungen dafür finden.

Kleine «Mundforscher» und «Mundforscherinnen»

Kleine Kinder entdecken die Welt mit Vorliebe über den Mund, die Lippen und die Zunge. Für uns Erwachsene ist das zuweilen unverständlich und unpassend. Warum nur muss alles in den Mund gesteckt werden?!

Für Kinder sind diese Munderfahrungen von wesentlicher Bedeutung, denn genauso wie mit den Händen machen sie auf diesem Weg wichtige Erfahrungen. Mit dem Mund prüfen sie, ob etwas weich, hart, kalt, warm, starr oder in der Form veränderlich ist. So lernen sie allmählich, Gegenstände zu erfassen und Zusammenhänge zu verstehen.

Augen- und Mundmenschen

Erwachsene sind Augenmenschen. Wenn wir einen vertrauten Gegenstand, zum Beispiel einen Löffel, sehen, so wissen wir sofort: Ein Löffel dient zum Essen, ist kalt und ziemlich hart, wenn man darauf beisst. All diese Informationen über einen Löffel haben sich aber erst durch vielfältige Sinneserfahrungen zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Nur noch in Ausnahmefällen nehmen wir dementsprechend den Mund als «Testorgan» zur Hilfe, zum Beispiel wenn wir vorsichtig prüfen, ob das unbekannte Getränk mit der schönen Farbe wohl süss oder bitter ist.

Da kleine Kinder nicht nur Augen-, sondern vor allem Mundmenschen sind, sollten Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn gewähren lassen. Geben Sie ihr oder ihm Gegenstände aus den unterschiedlichsten Materialien wie Holz, Stoff, Plastik oder Metall für das Erkundungsspiel. Es müssen keine teuren käuflichen Spielsachen sein. Gegenstände des täglichen Gebrauchs und des Haushaltes wie Löffel, Schlüssel, Stofftaschentuch, Plastikdeckel von Vorratsdosen und so weiter sind sehr beliebt.

Nicht gerade appetitlich …

Wenn das Kind beginnt, selbstständig Dinge zu ergreifen und in den Mund zu stecken, kommen meist auch elterliche Hygienevorstellungen ins Spiel. Für Erwachsene ist es nicht immer appetitlich, mit ansehen zu müssen, wie der Sohn oder die Tochter mit grossem Interesse und Vergnügen alles, was erreichbar ist, in den Mund nimmt.

Das «Nuscheli», das auf den Boden gefallen ist, Spielzeug, mit dem andere Kinder gespielt haben und auf dem die Spuren klebriger Kinderhände zu sehen sind – alles wandert unbekümmert in den Mund und wird auf seine Beschaffenheit geprüft. Wie steht es da um die Gesundheit des Kindes?

Ansteckung und Hygiene

Krankheitskeime gehören zu unserer Umgebung und zu unserem Leben. Anfänglich war das Kind durch seine angeborenen Abwehrkräfte vor ansteckenden Erkrankungen ziemlich gut geschützt. Nun verliert es nach und nach diesen Schutz und es beginnt, seine eigene Abwehr aufzubauen. Damit verbunden ist, dass fieberhafte Infektionen, Husten, Schnupfen oder Durchfall zunehmend auch zum Alltag gehören können.

So unangenehm solche Beeinträchtigungen für Kind und Eltern sind – sie haben ihren Sinn und ihre Bedeutung für die kindliche Gesundheit: Kinder brauchen den Kontakt und die Auseinandersetzung mit Krankheitserregern der Umwelt, um ihr eigenes Abwehrsystem zu entwickeln.

Auf sinnvolle Vorsichtsmassnahmen achten

Schirmen Sie das Kind nicht vom Kontakt mit Erwachsenen oder anderen Kindern ab. Menschliche Begegnungen und Wärme sind für ein Kleinkind wichtig. Vorsichtsmassnahmen sollten darum in einem sinnvollen Rahmen gehalten und nicht übertrieben werden.

Für kleine «Mundforscher» und «Mundforscherinnen» gilt daher: Aufgenommene Keime sind Teil der Umwelt. Die Berührung und die Auseinandersetzung damit helfen Kindern beim Aufbau des Abwehrsystems. Kein Grund also, ständig alles abzuwaschen oder aus Hygienegründen zu verhindern, dass die Sachen in den Mund genommen werden.

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