Schon wieder ein Zahn
1 Jahr alt
Es gibt Kinder, die im Alter von einem Jahr noch keinen einzigen Zahn haben. Andere haben neben den Schneidezähnen bereits Backenzähne. Egal, wie viele Zähne Ihr Kind hat, wichtig ist, sie ab dem ersten Zahn zu putzen. Dabei braucht es oft viel Geduld.
Milchzähne brechen meist in einer bestimmten Reihenfolge durch. Zuerst stossen die inneren Schneidezähne, dann die äusseren durch. Dann folgen die ersten Backenzähne und die Eckzähne und zuletzt die zweiten Backenzähne.
Wenn Sie schon bei den ersten Zähnen die Erfahrung gemacht haben, dass Ihr Kind in dieser Zeit manchmal unruhig oder weinerlich war, so kann es nun vorkommen, dass es einen ganzen Tag lang schlecht gelaunt und gereizt ist. Häufig sind es jedoch auch andere Ursachen, die zu Unpässlichkeiten führen.
Dem Drang des Kindes, alles in den Mund zu stecken, sollten Sie entgegenkommen und ihm etwas zum Beissen anbieten (zum Beispiel einen gekühlten Beissring). Es gibt Kinder, die mit einem Jahr noch keine Zähne haben! Seien Sie unbesorgt, über kurz oder lang wird das erste weisse Spitzchen zu sehen sein.
Zähne putzen mit einem Kleinkind
Im Elternbrief 6 haben wir bereits ausführlich Hinweise und Anregungen zum Zahnen und zur Zahnreinigung gegeben. Wenn Sie unsere Empfehlung, ab dem Durchbruch des ersten Milchzahnes die Zähne zu putzen, beherzigen, ist Ihr Kind nach ein paar Wochen mit dem täglichen Ritual des Zähneputzens bereits vertraut.
Trotzdem ist immer wieder Geduld nötig, und – obwohl Sie nichts erzwingen sollten – seien Sie so bestimmt, dass das Zähneputzen zur täglichen Selbstverständlichkeit wird.
Auf richtige Zahnpflege achten
Am Anfang ging es weniger um das eigentliche Reinigen der Zähne als vielmehr darum, dass Ihr Kind das Ritual des Zähneputzens spielerisch kennenlernt und Freude daran gewinnt. Allmählich können Sie darauf achten, dass alle Zahnflächen in einer bestimmten Reihenfolge möglichst gründlich gebürstet werden. Dabei kann die bewährte kleine Anleitung auf dem Merkblatt «Gesunde Milchzähne» nützlich sein. Dieses Merkblatt ist in sieben Sprachversionen erhältlich und als PDF-Dokument herunterladbar.
Nach wie vor benötigen Sie eine weiche Kinderzahnbürste und eine erbsengrosse Menge Kinderzahnpasta (mit 0,05 Prozent Fluorid), und schon kann es losgehen! Lassen Sie Ihr Kind weiterhin spielerisch mithelfen, allenfalls mit einer zweiten Zahnbürste. Kinder können in diesem Alter noch nicht ausspucken: das Verschlucken von so kleinen Mengen Kinderzahnpasta ist aber völlig ungefährlich. Die Zahnbürste sollte alle ein bis zwei Monate ausgewechselt werden.
Stillen noch aktuell?
Auch wenn Ihr Kind nun ein Jahr alt ist – es spricht immer noch einiges dafür, zusätzlich zur festen Nahrung weiterzustillen. Vor allem, wenn sich Mutter und Kind noch beide wohl dabei fühlen. Oft sind es die ersten Zähne, die Mütter dazu bewegen, mit dem Stillen aufzuhören. Dies muss aber kein Grund sein, denn wenn Sie Ihr Kind sofort und konsequent von der Brust lösen, falls es einmal «zubeissen» sollte, kann das Kind lernen, dass es das nicht tun darf.
Einige Kinder stillen sich selbst ab, das heisst, sie sind plötzlich nicht mehr an der Brust interessiert. Andere wiederum geniessen den Trost und die Geborgenheit, die das Stillen vermittelt, und zwar noch lange über den ersten Geburtstag hinaus.
Falls Sie abstillen möchten
Wenn Sie abstillen möchten – jetzt oder später –, hier zwei Hinweise für sanftes Abgewöhnen: Das Kind wird nur noch zu bestimmten Gelegenheiten gestillt, zum Beispiel rechtzeitig vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen. Je weniger Sie Ihr Kind stillen, desto stärker und schneller wird die Milch zurückgehen. Auch das Trinken von Pfefferminz- und Salbeitee unterstützt erfahrungsgemäss die Rückbildung der Milchproduktion (auch wenn dies wissenschaftlich nicht erwiesen ist).
Abstillen nach einer langen, glücklichen Stillzeit braucht manchmal viel Geduld und gegenseitiges Verständnis. Wenn Sie Fragen dazu haben, können Sie sich an die Mütterberaterin oder an eine Stillberaterin wenden.
Schoppenflasche und Schnuller
Viele Einjährige trinken noch gerne aus dem Schoppen, denn das Bedürfnis nach Saugen ist nach wie vor gross. Mit einem Jahr kann das Kind jedoch lernen, aus einer (Schnabel-)Tasse oder einem Glas zu trinken. Weil Kinder in diesem Alter während der Nacht nicht mehr unbedingt Flüssigkeit benötigen, vereinfacht sich die Umstellung von der Schoppenflasche zur Tasse. Mit dem «Nuggi» kann die Lust am Saugen weiterhin befriedigt werden.
Wegen des allgemeinen Wohlbefindens und für die Zahngesundheit Ihres Kindes soll auf jegliche gezuckerten Getränke verzichtet werden. Kindertees, Fruchtsäfte, Sirup und Eistee führen zu Karies. Leitungswasser und ungezuckerter Tee sind die einzigen sinnvollen Durstlöscher.
Feedback erwünscht!
Haben wir Sie in diesem aufregenden Jahr gut begleitet? Waren Ihnen unsere Hinweise hin und wieder nützlich? Hier finden Sie einen Fragebogen zu den Pro Juventute Elternbriefen. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich einen Moment Zeit nehmen und uns Ihre Meinung zu den Pro Juventute Elternbriefen mitteilen.

Elternbriefe für das 2. und 3. Lebensjahr
Gerne zählen wir Sie auch im zweiten Lebensjahr wieder zu unseren geschätzten Leserinnen und Lesern.
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Bis dann verbleiben wir mit den besten Wünschen und herzlichen Grüssen
Ihr Pro Juventute Elternbriefe-Team