Una donna con il suo bimbo malato in braccio.

Krankheit gehört zum Leben

Ein Jahr und acht Monate

Sicher war Ihr Kind schon einmal krank oder hatte zumindest einen Schnupfen. Krankheiten gehören zum Leben! Trotz medizinischer Fortschritte werden sie nie ganz zu vermeiden sein.

Krankheiten, besonders im Kindesalter, haben oft ihren Sinn, indem sie die Abwehrkräfte stärken. Je nach Krankheit springen Kinder auch mit Fieber munter umher. Auf Bettruhe zu bestehen, ist ein Unterfangen, das Kind und Eltern unnötig stresst und wenig bringt. Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Kind selber spürt, wann es Ruhe braucht. Wenn Sie sich zu ihm ans Bett setzen, eine Geschichte erzählen oder zusammen Musik hören, wird es die Bettruhe sogar ein Stück weit geniessen! Nehmen Sie sich die Zeit, auch wenn es sonst noch viel zu erledigen gäbe.

Sind Kinder krank, können sie in frühere Entwicklungsstufen zurückfallen. Sie wollen wieder aus der Flasche trinken, herumgetragen werden und sind empfindlicher als sonst. Das gibt sich wieder, sobald sie sich besser fühlen.

Haben Sie keine Angst davor, Ihr Kind jetzt zu sehr zu verwöhnen. Das Gefühl, umsorgt zu werden und im Mittelpunkt des Interesses zu stehen, ist eine gute «Medizin». Geht es Ihnen nicht auch so, wenn Sie sich nicht wohl fühlen oder krank sind? Allerdings werden krankheitsbedingte Privilegien oft schnell zu Gewohnheiten, die das Kind auch nach seiner Genesung weiterführen möchte. Die Umstellung auf den «normalen Alltag» fällt ihm schwer. Gerne möchte es zum Beispiel weiterhin Schoppen trinken, im Elternbett schlafen oder liegend essen. Manchmal braucht es ein wenig Zeit und von den Eltern gute Nerven und Geduld, bis der gewohnte Tagesablauf wieder einkehrt.

Vorbild der Eltern

Auch im Umgang mit Krankheiten sind die Eltern Vorbilder. Wenn Sie bei gesundheitlichen Problemen übermässig besorgt sind, kann dieses Verhalten beim Kind zu Wehleidigkeit führen. Umgekehrt verhalten sich jene Eltern, die Krankheit für Schwäche halten und sich selbst immer fest «im Griff» haben. Ihnen fällt es zu Beginn vielleicht etwas schwer, sich auf die Verfassung des kranken Kindes einzulassen.

Der elterliche Umgang mit Krankheiten hat Einfluss darauf, wie das Kind diese erlebt und welche Einstellung es dazu entwickelt. Vermitteln Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass Kranksein zu einem normalen Leben gehört und dass man das ernst nimmt. Manche Kinder brauchen dafür mehr Anteilnahme, andere weniger.

Mit einem kranken Kind zu Hause

Ihr krankes Kind braucht besonders viel Zuwendung und Zärtlichkeit. Es versteht noch nicht, was mit ihm los ist. Der Kopf oder der Bauch tut vielleicht weh, das Essen macht keinen Spass, es schwitzt und friert zugleich, es ist müde – kein angenehmer Zustand!

Ein krankes Kind ist reizbarer und leichter zu erschrecken als ein gesundes. Wenn sich Ihr Kind gegen eine Massnahme allzu sehr sträubt, kann möglicherweise etwas anderes verordnet werden. Unangenehmes wie Nasentropfen sollten Sie Ihrem Kind kurz vorher ankündigen, damit es weiss, was geschehen wird. Gehen Sie bestimmt und zügig voran, das macht es für beide Seiten leichter. Bei Vorgängen, die länger dauern (Wadenwickel, Fiebermessen), können Sie Ihr Kind mit Spielsachen, Puppen oder Stofftieren ablenken. Letztere eignen sich zudem prima als «Leidensgenossen»: Sie bekommen auch einen Wickel oder lassen sich die bittere Medizin ohne Protest verabreichen.

Arztbesuche einfühlsam begleiten

Die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen verändern sich. Im Zentrum stehen nun eher Entwicklungsfragen. Ihr Kind wird dabei aktiver in die Untersuchungen miteinbezogen. Eine grundlegende Voraussetzung für den Aufbau einer persönlichen und unbelasteten Beziehung zur Kinderärztin, zum Kinderarzt sind ein guter Kontakt und Vertrauen. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, indem Sie die Begegnungen einfühlsam begleiten. Drängen Sie Ihren Sohn oder Ihre Tochter nicht, wenn er oder sie sich bei einem Arztbesuch verängstigt zeigt.

Gestresste Eltern «stressen» auch Ihr Kind und schliesslich die gesamte Untersuchung, denn diese wird nur unter erschwerten Bedingungen durchführbar sein. Geduld spart Zeit. Trauen Sie sich, das auch einer medizinischen Fachperson gegenüber auszusprechen, falls Sie es für Ihr Kind als wichtig erachten.

Drohen Sie nie, indem Sie zum Beispiel sagen: «Wenn du diese Medizin nicht nimmst, bekommst du von der Ärztin, vom Arzt eine Spritze!» Gewisse Verrichtungen wie das Verabreichen von Impfungen schmerzen oder sind zumindest unangenehm. Behaupten Sie in diesem Fall nicht: «Du musst keine Angst haben, es tut sicher nicht weh», sondern versichern Sie Ihrem Kind, dass Sie bei ihm sind, «wenn es etwas spürt».

Tipps für die Pflege eines kranken Kindes

  • Bei einer verstopften Nase sind Kochsalzlösungen Nasensprays vorzuziehen. Nasensprays sind zwar rezeptfrei erhältlich, dürfen aber nur kurzzeitig angewendet werden. Unbedenklich ist das Spülen der Nase mit physiologischer Kochsalzlösung (erhältlich in Apotheken, Drogerien, oder im Sortiment von Grossverteilern). Dies kann die Beschwerden mildern und die verstopfte Nase befreien.

  • Verwenden Sie Ohrentropfen nur auf ärztliche Anweisung und nicht nach eigenem Ermessen. Es gibt nur wenige Gründe für das Verabreichen von Ohrentropfen. Eine Mittelohrentzündung ist zum Beispiel kein Grund.

  • Zäpfchen und die Spitze des Fieberthermometers sollten vor dem Einführen eingecremt werden (zum Beispiel mit Vaseline).

  • Durch Wadenwickel können hohes Fieber gesenkt und unangenehme Begleitsymptome gelindert werden, ohne den Körper in seiner natürlichen Fieberreaktion allzu sehr zu stören. Oft bleibt jedoch der Erfolg aus, weil einige Grundregeln nicht bekannt sind. Informieren Sie sich deshalb über die korrekte Anwendung von Wickeln bei der Mütter- und Väterberaterin, dem Kinderarzt, der Kinderärztin oder auf einer vertrauenswürdigen Website.

Medikamente

Falls Ihrem Kind Medikamente verordnet werden, sollten Sie sich über deren Wirkung und Nebenwirkungen informieren. Lesen Sie die Beipackzettel und besprechen Sie allfällige Fragen mit der Ärztin, dem Arzt. Halten Sie sich genau an die Dosierungsvorschriften und an die Behandlungsdauer.

Die meisten Kinder nehmen Medikamente nicht gerne ein. Drängen Sie Ihr Kind nicht ungeduldig dazu, lassen Sie ihm Zeit, dramatisieren Sie die Situation nicht. Überlegen Sie, wie Sie am besten zum Ziel kommen. Vielleicht wird der unangenehm schmeckende Sirup eher eingenommen, wenn auch die Puppe oder der Teddy einen Löffel voll «schluckt». Oder ein Stückchen Schokolade begleitet das Medikament und versüsst den unangenehmen Nachgeschmack. Fantasie verhilft eher zu Lösungen als Zwang.

Sollten Sie trotzdem nicht zum Ziel kommen, sprechen Sie mit dem Arzt, der Ärztin über eventuelle Alternativen. Als Notlösung geht das Verabreichen von Flüssigkeiten am besten, wenn Sie diese mit einer Einwegspritze (ohne Nadelaufsatz!) in den Mund geben. Fragen Sie bei der Ärztin, beim Arzt oder in der Apotheke danach. Heilmittel sollten nie ohne entsprechende Beratung verwendet werden. Dies gilt auch für alternative Mittel wie Bachblüten oder homöopathische Kügelchen.







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Acht Mal im Jahr Schnupfen?

Mit zunehmendem Alter Ihres Sohnes, Ihrer Tochter nimmt wahrscheinlich der Kontakt zu anderen Kindern zu. Damit wächst die Möglichkeit, sich anzustecken. Laut ärztlicher Meinung kann es immer noch normal sein, wenn jüngere Kinder bis zu acht Mal im Jahr eine fiebrige Erkältung mit Husten und Schnupfen haben. Es handelt sich dabei meist um eine Virusinfektion der Atemwege, die für gewöhnlich nach einer Woche überwunden ist. Hat Ihr Kind nach Ablauf dieser Zeit weiterhin erhöhte Temperatur, ist eventuell zusätzlich eine andere Infektion vorhanden.

Acht Mal im Jahr Schnupfen? Geht das nun immer so weiter? Nein, je älter ihr Kind wird, desto seltener werden Schnupfen und Husten, da Ihr Kind resistenter gegen Krankheitserreger wird.







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Fieber ist kein Massstab

Die Höhe des Fiebers sagt bei einem Kleinkind nicht zwingend etwas über die Schwere der Krankheit aus. Massgebend ist vielmehr sein Allgemeinzustand. Ist das Kind trotz Fieber noch munter, muss nicht sofort eine Massnahme ergriffen werden. Wichtig ist, den kleinen Patienten, die kleine Patientin weiter zu beobachten.

Bei Fieber und vermindertem Allgemeinzustand oder unruhigem Befinden können Sie Ihrem Kind ein Fieberzäpfchen verabreichen. Tritt nach einer Stunde keine Besserung ein, dann konsultieren Sie die Ärztin, den Arzt. Fieberzäpfchen sollten jedoch nicht routinemässig bei jeder fieberhaften Erkrankung angewendet werden.

Liegt eine Viruserkrankung vor, sind Antibiotika unwirksam. Die Krankheit muss durchgestanden werden. Dies braucht seine Zeit. Wenn es sich hingegen um eine bakterielle Infektion handelt, ist eventuell das Verabreichen von Antibiotika angezeigt. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin, ob eine solche Behandlung notwendig ist und was mögliche Alternativen sind. Für manche Infektionen gibt es Untersuchungsmethoden, die zeigen, ob es sich um eine bakterielle oder um eine virale Erkrankung handelt.

Bei Fieber sollten Sie dem Kind immer wieder zu trinken anbieten, Essen ist weniger wichtig. Das wird nachgeholt, wenn die Krankheit überstanden ist. Damit sich kein Hitzestau bildet, ziehen Sie das Kind nicht zu warm an. Achten Sie ebenfalls darauf, dass Ihr Kind im Bett nicht übermässig zugedeckt ist. Überheizen Sie die Räume nicht und lüften Sie regelmässig für kurze Zeit.

Die kleinen Unfälle

Fällt Ihr Kind auf den Kopf oder stösst es diesen heftig an, sollten Sie es aufmerksam beobachten. Blässe und Weinen sind normale Reaktionen. Rufen Sie jedoch sofort den Arzt, die Ärztin an, wenn Ihr Kind das Bewusstsein verliert oder Sie besondere Anzeichen feststellen wie mehrmaliges Erbrechen oder wenn es sich anders als gewohnt verhält und zunehmend teilnahmslos wird. Bei solchen Symptomen ist eine Hirnerschütterung wahrscheinlich. Kleinkinder überstehen diese im Allgemeinen jedoch gut. Wirkt Ihr Kind ein bis zwei Tage nach dem Sturz verändert oder benommen, kontaktieren Sie ebenfalls die Ärztin, den Arzt.

Schrammen, Hautschürfungen, Risse und so weiter sollten immer mit Desinfektionsmittel behandelt werden. Erkundigen Sie sich in der Drogerie oder in der Apotheke, welche Fabrikate nicht in der Wunde brennen. Entfernen Sie Staub und Schmutz unter laufendem Wasser und desinfizieren Sie anschliessend die Wunde möglichst schnell. Das beugt Infektionen vor und beschleunigt die Heilung. Das Reinigen der Wunde tut zwar ein bisschen weh und verursacht vielleicht ein paar Tränen, aber eine Infektion ist das schlimmere Übel!

Wenn Eltern oder Kind krank sind

Wenn beide Elternteile auswärts arbeiten oder wenn Sie als Berufstätige, Berufstätiger mit Ihrem Kind allein wohnen, haben Sie es bei Krankheiten wahrscheinlich besonders schwer. Wie lange Sie bei einer Erkrankung Ihres Sohnes, Ihrer Tochter ohne Lohnausfall zu Hause bleiben können, regelt das Arbeitsrecht. Laut diesem darf ein Elternteil pro Krankheitsereignis bis zu drei Tage für die Betreuung des kranken Kindes vom Arbeitsplatz fernbleiben, sofern ein ärztliches Zeugnis für das Kind vorliegt. Zudem müssen Vater oder Mutter belegen, dass alles unternommen wurde, um eine andere Betreuungsmöglichkeit zu organisieren (Bemühungen auflisten). Der betreuende Elternteil hat Anspruch auf Lohnfortzahlung während seiner «Pflegetage». Er erhält den Lohn, als ob er selbst krank wäre.

Wir haben bisher immer vom kranken Kind gesprochen. Auch Mütter und Väter sind manchmal krank oder fühlen sich nicht wohl. Wenn der Elternteil, der das Kind betreut, krank ist, steht meist das ganze Familienleben Kopf. Gestehen Sie sich Ihre Kraftlosigkeit ein und versuchen Sie, Hilfe zu organisieren. Vielfach ist das nicht leicht zu bewerkstelligen. In einem solchen Fall ist zum Beispiel die Rotkreuz- Kinderbetreuung eine nützliche Einrichtung. Es gibt in vielen Gemeinden und Bezirken weitere Entlastungsmöglichkeiten. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Mütter- und Väterberatungsstelle danach.

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