Tre generazioni.

Grosseltern sind wichtige Bezugspersonen

3. Monat

Mit der Geburt eines Kindes gerät das ganze Familiengefüge in Bewegung. Die Beziehung zu den eigenen Eltern verändert sich. Um unnötige Spannungen zu vermeiden, sollten gegenseitige Erwartungen angesprochen und geklärt werden

Vielleicht trägt das neue Familienmitglied dazu bei, sich den eigenen Eltern wieder anzunähern. Es kann aber auch passieren, dass alte Konflikte neu aufleben. Wichtig ist, dass Sie sich als Eltern einzeln und gemeinsam darüber klarwerden, wie Sie die Beziehung zu den Grosseltern gestalten möchten. Denn Uneinigkeit oder Unklarheit zu Häufigkeit des Kontaktes, Hüten des Babys, Erwartungen an die Grosseltern bezüglich Erziehungsstil und so weiter kann sich unter Umständen zu einer ständigen Konfliktquelle auswachsen.

Die Geburt eines Kindes kann auch Anlass sein, sich über Erinnerungen und Erfahrungen aus der eigenen Kindheit auszutauschen. Welche Regeln und Rituale möchten Sie beibehalten, welche Muster lieber ablegen? Versuchen Sie gemeinsam, Ihren ganz persönlichen Stil als Mutter und Vater zu entwickeln.

Ansprüche von Grosseltern

Nicht nur die Rolle der Eltern, auch diejenige der Grosseltern hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Heutige Grosseltern sind oft sehr aktiv, gehen gern auf Reisen, bilden sich weiter oder stehen voll im Berufsleben. Trotz Enkelkind wollen sie ihr eigenes Leben weiterführen und stehen nicht uneingeschränkt für Hütedienste zur Verfügung. Gleich geblieben ist, dass sich die meisten Grosseltern über ihr Enkelkind freuen, das nun zur Familie gehört.

Ist Ihr Kleines das erste Enkelkind Ihrer Eltern, so lassen Sie Ihnen Zeit, sich mit der neuen Rolle vertraut zu machen. Vielen wird vielleicht erst jetzt richtig bewusst, dass sie nun zur sogenannt älteren Generation gehören – und das will erst einmal verdaut sein.

Erziehung im Wandel

Als Eltern ihrer Eltern haben Grossmütter und Grossväter für Ihr Kind eine besondere Bedeutung: Sie sind wichtige Vertrauenspersonen, die Kinder und Eltern gut kennen und trotzdem Distanz zum häuslichen Alltag haben. Eine gute Beziehung zu den Grosseltern kann für Ihr Kind, je älter es wird, eine enorme Bereicherung sein.

Manchmal sind Grosseltern allzu freigebig mit Ratschlägen zur Kindererziehung und -pflege. Stehen Sie in solchen Fällen zu Ihren Ansichten oder erlauben Sie sich, sich in Ruhe eine eigene Meinung zu bilden. Stellen Sie klar, dass Einmischungen in Erziehungsfragen unerwünscht sind.

Erziehungsvorstellungen sind einem ständigen Wandel unterworfen. Es kann spannend sein, über Veränderungen zu sprechen und verschiedene Ansichten zu diskutieren. Geschieht dies in gegenseitigem Respekt, brauchen daraus keine Konflikte zu entstehen.

Keine fixen Verpflichtungen

Für Sie als Eltern ist es angenehm, Grosseltern in der Familie zu haben. Besonders, wenn sie in der ersten Zeit nach der Geburt einspringen und viele kleine Hilfeleistungen übernehmen. Doch nicht alle können oder wollen jederzeit als Babysitter, Haushaltshilfen oder Ratgebende einspringen.

Viele Grosseltern möchten keine Verpflichtungen übernehmen, sondern ihre Enkelkinder einfach so von Herzen geniessen. Oder sie stehen noch im Berufsleben und haben weder Zeit noch Kraft, auf die Wünsche der jungen Familie einzugehen. Zwischen «gelegentlich mal hüten» und dem Anspruch, Verantwortung zu übernehmen, besteht ein grosser Unterschied.







Illustration Grossmutter telefoniert mit den Eltern des Enkelkindes.

Gegenseitige Erwartungen klären

Klären Sie gemeinsam, welche gegenseitigen Erwartungen Sie haben. Auch wenn Grosseltern nicht die Möglichkeit haben, ihr Enkelkind regelmässig zu betreuen, sind sie doch oft gerne zu kleinen Gefälligkeiten bereit – wenn Sie darum gebeten werden.

Solche Kontakte gestalten die spätere Beziehung Ihres Kindes zu den Grosseltern entscheidend mit. Wichtig ist auf jeden Fall die gegenseitige Wertschätzung, die auch das Kind spürt. Zudem freuen sich die meisten Grosseltern, wenn sie nicht nur als Babysitter und Lückenbüsser eingesetzt werden. Gerne hüten sie das Kleine auch einmal oder besuchen es, wenn sie Zeit, Lust und Musse haben.

Hilfe von Ersatz-Grosseltern

Wenn Ihre eigenen Eltern weit weg wohnen, anderweitig stark beschäftigt oder verstorben sind, gibt es vielleicht in der Nachbarschaft oder in Ihrem Bekanntenkreis Menschen, die gerne als «Grosseltern» einspringen würden. Vielleicht trauen sie sich nicht, ihre Hilfe anzubieten, wollen nicht aufdringlich sein. Machen Sie den ersten Schritt. Vielleicht entstehen auf diese Art Beziehungen, die für Sie und Ihr Kind sehr wertvoll sind.

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